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Nährend meiner langjährigen Arbeiten unter den
Juzulen zu ethnographischen Zwecken ist es mir
wohl einige Male in verschiedenen Theilen ihres
ebietes zugestossen, dass man mich für eine Gerichtsjerson
hielt und mir daher anfangs etwas missxauisch
entgegentrat. Dies ist den guten Leutchen
ım so weniger zu verargen gewesen, als sie in ihrer
Naivetät genug oft Uebervortheilungen u dgl. auszesetzt
sind, und andererseits mein Messen und Aufnehmen
des Hauses, das Verzeichnen des Hausrathes
1. dgl. genau dem Verfahren eines Gerichtsvollziehers
gleichen mochte. In der Regel haben jedoch meine
Vorstellungen und die Darlegung des Zweckes meiner
kommt es auch hier vor, dass der Gang selbst bei
älteren Häusern noch unvollendet ist (Fig. 182).
Ferner muss noch erwähnt werden, dass besonders
im Pruththale sich bereits viele, wenigstens
an der Frontseite getünchte Häuser finden (Fig. 183)
Dies gilt besonders von den Gehöften in den an der
grossen Verkehrsstrasse gelegenen grösseren Ort
schaften Dora, Mikulicezyn, Jaremce u. s. w. Vielleicht
hängt dies auch mit dem Umstande zusammen,
dass besonders, seitdem seit einigen Jahren die Bahn
durch das Pruththal zieht, zahlreiche Fremde na
swizy lLufty (auf frische „Luft“ *) kommen, denen man
auf diese Weise die Miethe in den Blockhäusern an-Fig.
181. Altes Huzulenhaus in Kosmacz.
nehmbarer zu machen sucht. Wie überall, so hat auch
im Pruththale dieser Verkehr nicht gerade veredelnd
and cultivirend auf den Landmann gewirkt; denn auch
hier ist das Naturkind geneigt, zunächst die Schattenseiten
der Cultur anzunehmen. Dass das Zusammenströmen
müssiger Leute auf den sittlichen Zustand
bessernd einwirke, erlaube ich mir vor Allem sehr
zu bezweifeln. An Stelle der Zuvorkommenheit und
Gastfreundschaft, welche den in den abgelegeneren
Theilen des Gebirges wohnenden Huzulen eigen sind.
wird die Habsucht geweckt Zur Beleuchtung dieser
Ausführungen möge hier ein besonderer Fall dienen
1) Derartige Verwendungen deutscher Wörter kommen
oft vor. So hörte ich in Kosmacz ein Weib von einem
schlechten Wirthe sagen: „to uze ‚lietzter‘“ = das ist schor
ein letzter.
Arbeit alle Zweifel verscheucht und an Stelle des
Misstrauens das freundlichste Entgegenkommen treten
‚assen. Kleine Geschenke an die Kinder und Frauen,
esonders Heiligenbildchen, trugen oft das Ihre dazu
el. Manchmal begegnete es mir wohl, dass die Insassen
des Hauses sich mit demselben nicht photozraphiren
wollten, sei es, weil sie keine Zeit hatten
der weil sie nicht genug schön angekleidet waren,
was bei diesen ziemlich eitlen Menschen kein unwichtiger
Grund sein mochte. Andererseits kam es
aoch öfter vor, dass besonders an Sonn- und Feiertagen
so viele Leute zusammenströmten und mit
lem Hause photographirt werden wollten, dass ich
allerlei Kunstgriffe anwenden musste, sie zu entfernen.
Das beste Mittel ist, die Ueberflüssigen durch
zeeignete Aufstellung ausserhalb des Bereiches seines