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jedem Bette ist eine Krautgrube, eine Quelle unsäglichen
Gestankes. Häufig führt von der maison auch
noch eine Thüre unmittelbar in den Stall. Man hält
ein paar Kühe oder Ziegen. Die alte Type ist daher
ein Einheitshaus.
Das moderne Haus hat Stall und Speicher stets
in einem getrennten Gebäude. Der Wohntract hat
drei Räume. Die Hausthüre führt in die cuisine
„WO sich die ganze Familie versammelt“ ; eine Kammer
bietet „der jungen Wirthschaft“ Schlafraum und heisst
chambre; eine andere Kammer birgt das Gerümpel.
Bei jedem Hause befindet sich ein kleines Grundstück,
ouche genannt, als Garten benützt. Wein
wird nicht gebaut.
Seltsam ist die Gründung des häuslichen Herdes.
Häufig soll das junge Ehepaar, sobald das neue Haus
fertig ist, in die Fremde ziehen, um die aufgewendete
Bausumme durch 4—6 Jahre wieder zu erwerben.
Während dessen Abwesenheit ist das Haus geschlossen.
Was da von einem Generalrathe des Departements
Nievre über die dermalen noch überwiegende Wohnweise
des Morvan berichtet wird, ist nebenbei eine
indireete Andeutung, dass die Wohnweise in den
angeblich gänzlich verschwundenen Althäusern der
Sologne wirklich so gewesen sein‘ kann, wie der
betreffende. etwas grelle Bericht aussagt. '
Mein Auszug aus den 50 Abschnitten der Enquöte
hat, wie erwähnt, einen Theil derselben liegen lassen.
weil sie keine rechte Auskunft gegeben haben. Das
Buch ist überdies erst ein vorläufiger Theil der
ganzen Arbeit. Noch fehlen gerade mehrere de:
interessantesten Capitel, Die Bretagne, die Landes,
Savoyen, Jura, Picardie, Champagne, Vosges, Ils de
France, Normandie, Bourbonnais sind ausständig.
Darunter sind manche durch ihre Bevölkerung,
manche als Grenzbezirke vielversprechend und könnten
gerade über den Zusammenhang oder über den
Gegensatz von Nachbartypen Aufklärung bieten. Es
wäre zu wünschen, dass jene officielle Arbeit zu
Ende gebracht und durchwegs so gut gemacht würde.
wie einige der vorliegenden Berichte, Besonders
wichtig wäre die Mitwirkung vieler Techniker, besonders
aber von Bauzeichnern.
Veberblicken wir sämmtliche beschriebenen Typeninseln,
so entsteht ein Gesammteindruck des bis nun
Bekannten, welcher durch spätere Vollendung des
Werkes bereichert, bezüglich der gegenseitigen Beziehungen
der Typen erläutert. aber nicht, ‚wenigstens
n der Hauptsache nicht, aufgehoben werden kann.
‘ch hebe folgende Punkte hervor:
I. Es gibt in Frankreich, sei es als ursprüngiche
Form oder als Rückbildung aus früheren,
besseren Formen (ich halte im Allgemeinen den ersten
Fall für den wahrscheinlicheren) in mehreren Gegenlen
(Sologne, Nievre, Departement Ain [Bresse pauvre]
und die anstossenden Departements westlich vom
xenfersee, in der Vendee, in Morbihan, dann selbst
in dem blühenden Departement Manche) eine grosse
Zahl höchst primitiver, einzelliger Wohntracte. Wo
Vieh gehalten wird, stehen diese Räume in engem
Verbande, unter demselben Firste mit dem Stalle.
[n vielen Fällen besteht zwischen Stall und Wohn-:aum
eine innere Verbindungsthüre durch die Scheidewand.
Jeder der beiden Räume hat eine eigene Thüre
in’s Freie. Das einzige Wohngemach heisst begreiflicherweise
— schon im Gegensatze zum table —
maison, das Haus,
Hierin findet man den ersten Gegensatz zum
„oberdeutschen“ Typus. Die von mir bekanntyemachten
primitiven Häuser desselben, insoferne sie
als ständige Wohnung dienen, sind im Wohntracte
ınbedingt zwei- oder selbst dreizellig in Tirol, in Unterxrain,
im unterösterreichischen Waldviertel (ober dem
Manhartsberge), so wie auch die Hirtenwohnung in
"’hüringen. Die von mir in diesen Blättern dargestellten
Wohnhäuser des Isonzothales, mögen sie noch so
ılend und winzig sein, sie sind zweizellig und die
Stube ist der Haupttheil.
II. Wenn sich von der maison Nebenräume ab-‘heilen
oder angliedern (das letztere scheint das
ichtigere Wort), so behält im typischen Hause der
Xüchen- oder Kaminraum, wie es scheint, viel
1äufiger als im „Oberdeutschen“ Typengebiet, ja
"ast ausnahmslos, den Namen la maison und
lieser Raum bleibt, auch wenn im fournil gezocht
und gespeist oder wenn die winterlichen Zusaammenkünfte
(Hautes- Alpes) im Stalle gehalten
werden, der wichtigste und vornehmste Raum des
Tauses von allseitigem Gebrauche.
Hierin erweist sich der zweite Gegensatz. Im
‚oberdeutschen“ Hausbezirke, auch wo der Name
‚Haus“ für den Flurraum erhalten ist, ist derselbe
schon einigermassen degradirt. Es gibt noch viele
Zwischenstufen dieser Degradation, vom breiten, beaäbigen
Vorsaal mit dem Sommer-Esstische und mit
lem noch activen Herde bis zum engen „Vorhause“
der Corridore nach Art der städtischen Zinshäuser,
Vielleicht ist die ohersteirische „Rauchstube“ mit