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Am südöstlichen Rande des bretonischen
Sprachgebietes bei Vannes, Departement
Morbihan, gäbe es ohne Zweifel interessante
Typen. Die Sprachgrenze macht sie dem Hausforscher
wichtig. Leider sind sie mit wenig Worten abgethan
und nicht abgebildet. Wir erfahren nur, dass die
mit Stroh gedeckten Häuser 8—10 m lang, 6—7 m
breit, ebenerdig, in Wohnraum und Stall durch eine
hölzerne Scheidewand getheilt sind. An der Küste
seien die Häuser grösser, haben je zwei Wohnräume
im Erdgeschosse und im Obergeschosse, und der Stall
ınd weil der Getreidebau viel durch Wiesenwirthschaft
arsetzt wird, Stroh daher gekauft werden müsste.
Zbenerdig. Fussböden aus Lehm; Umgebung des
Terdes gepflastert. Der Wohntheil ist entzweigetheilt.
Jer Haupttheil heisst wieder „la maison“, bildet
Küche, Gesellschafts- und Schlafraum zugleich und
misst etwa 7 m Länge und Breite. Der Nebentheil,
;hne Fenster, von der „maison“ durch eine Thüre
zugänglich und ausserdem mit einer Thüre, welche
in’s Freie führt. Dort schneidet man auch im Winter
las Viehfutter (Rüben) und stellt nach Bedarf Betten
hinein. Wenn keine Milchkammer im Hause ist,
vertritt sie ein Kasten im selben Raume. Diese minderall
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Fig. 177. Vendee, le „Bocage“. A. Landarbeiterhaus, B. Kleinbauer.
C, Bauernhof mit 20 Hektaren, D. Maierhof, 30 bis
50 Hektaren. Wohnhaus. / = Milchkammer. © — Eingang
Carridar.
sei durch eine Mauer vom Wohntracte geschieden,
zuweilen in einem eigenen Gebäude,
Die Gegend von Avranches, südlicher Theil
des Departements Manche, gleicht nach der
Schilderung jenem Theile Oberösterreichs, in welchem
alle Felder voll Aepfelbäume stehen und die Bauernhäuser
zumeist isolirt und in der gartenähnlichen Gegend
zerstreut sind. Ueberall kann man Brunnen anlegen,
Ausnahmsweise findet man geschlossene Gassendörfer.
Wirthschaften von 20 Hektar zählen zu den
grössten. Das Gehöfte bildet ein Einheitshaus. Steinbau;
Strohdach, neuerdings gerne durch Schindeloder
Ziegeldach ersetzt. wegen minderer Fenergefahı
Fig, 178. Weinbauerhaus an der Loire (Departement Loiret
und Loir-et-Cher).
Nachbar
werthige, so vielseitig verwendete Kammer besitzt eine
Merkwürdigkeit, den Namen „Ja salle“. So weit
las Materiale Aufschluss gibt, ist dies der einzige
Fall solcher Benennung einer Kammer in Frank-‚eich.
Man muss dem Berichterstatter glauben und
hm die Verantwortlichkeit überlassen. Die Decke
iber diesen beiden Gemächern - ruht auf Balken,
zwischen welchen nach Art der Stackenwände im
Fachwerkbau ein Estrichboden gelegt ist. Dort ist
der Schüttboden der Körnerfrucht.
Es gibt kleine Gehöfte ohne salle, mit blos
aäinem Gemache, der maison.
Auch hier herrscht, selbst wo der Bauer etwa
in geräumiges, altes Herrschaftshaus u. dgl. bewohnt,
die traditionelle Anhänglichkeit an den kleinen,
orimitiven Raum. Er benützt die oberen Zimmer als
Schüttboden ete. oder gar nicht.