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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

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breite vergrössert, so dass sein balconähnlicher Theil
zwischen die Pfeiler des Portieus hervortritt. Zwei
Taubenthürme stehen an den Haus-Enden. Vor deı
Revolution war das Adelsprivilegium des Taubenschlages
 verhasst gewesen, als Vorrecht und wegen
des Schadens an den Feldfrüchten. Jetzt ist es der
Stolz des Bauers, selber Taubenschläge zu besitzen.
Fig. 175 B zeigt einen isolirten Taubenthurm.
Das Haus der Ebene ist, wie man sieht, ein
vollkommen abgeschlossenes Einheitshaus. Darin besteht
 nun in der That ein wesentlicher Gegensatz
zum Gehöfte des Causse. Dort ist nämlich das Wohnhaus
 stets vom Stalle und von der Scheuer getrennt.
 (Wie die Gehöftelemente gruppirt sind. ist

Fig. 174 C zeigt einen merkwürdigen Bau, näm-.ich
 den im Bas-Querecy gebräuchlichen Garde-pile.
Er hängt mit dem bereits erwähnten Bordier- oder
Solonenverhältnisse in bedeutenden Wirthschaften
zusammen. Da dem Bordier ‚ein bestimmter Theil
les Getreides zukommt und nicht jeden Tag, sonlern
 am Ende des ganzen Drusches getheilt wird,
30 schliesst man Tag für Tag beim Feierabend das
edroschene in diese wohlverschlossenen, thurmihnlichen
 Gebäude, wo :es bis zur Theilung beisammenbleibt.
 Einigen Häusern ist der Garde-pile
als Hausbestandtheil eingefügt.
Fig. 1754 zeigt eine Hausansicht des Typus der
Ebene mit Stall und chay in etwas abweichender

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Fig. 174. A. Durchschnitt und Grundriss eines Hauses in Varens, 3. Haus mit zwei Taubenschlägen
(Varens, Departement Tarn-et-Garonne)

leider nicht angegeben.) Der Bericht meint „par
crainte du feu et des accidents“.!)
Die innere Anordnung des Hauses ist in den
primitiveren Häusern beider Typenbezirke gleichartig.
 Der äussere Eindruck soll an jenen der oberitalienischen
 Cascinen und Gehöfte erinnern.

1) Die Sitte des gedrängten Einheitshauses der Ebene
erklärt der Bericht durch Sparsamkeit bezüglich des fruchtbaren,
 kostbaren Bodens. Der unproductive Baugrund, die
Hofreute, soll möglichst klein sein. Die unbebauten Flächen
beim Hause nennt man coudercs. Im Causse, wo man
Schafe hält, kann man diese coudercs nutzbar machen.
Sie bieten eine allerdings magere Schafweide. Ein weiterer
Grund sei die stete Kriegsheimsuchung in der Ebene gewesen,
 welche den Zusammenschluss des Anwesens wünschenswerth
 machten Tetzterer Grund ist wohl nicht stichhaltig.

Form. Es ist ein Bau aus gebrannten Ziegeln
n den Ecken und oberhalb der Oeffnungen, im
Jebrigen aus ungebrannten Ziegeln mit dickem Veroutz.
 Auch in diesem 15m langen, 5m breiten
Hause nimmt die Küche „la partie essentielle. du
ogis“ die ganze Haustiefe ein. Daneben ist dann
lie typische Kammer. Das ganze Balkenwerk ist aus
?>appelholz. Den Hohlziegel (bei uns auch italienische
Ziegel genannt) des Daches nennt man briquezanal.
 Mit denselben Ziegeln oder mit Steinplatten,
‚ehr uneigentlich „laves“ genannt, deckt man die
Steinhäuser des Causse. Ueberall sind Strohtristen
zebräuchlich.
Das Klima ist von südlicher Milde. Die Feldırbeit
 wird nur kurze Zeit unterbrochen.

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