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fernt gelegten Balken bestehend, auf welchen man
die Garben oder auch das Heu vollends trocknet.
Sie heissen pountins (Brücken?) oder baoudis.,
Die Bodenfläche über dem Wohntracte ist mit Estrich
versehen ; dort, zunächst dem offen gelassenen Giebel,
ist Holz zum Trocknen geschlichtet. Die 1o0bio vor
dem offenen Giebel ist bereits früher erwähnt worden.
Auffallend ist die fast vollständige Uebereinstimmung
dieser Einrichtungen mit jener der Stallscheunen
im Valdel Sole(Tirol), „Ausland“ 1893, Gleiche
Umstände und gleiche Bedürfnisse haben ohne Zweifel
da gleiche Abhilfe gefunden. Der cultivirte Mensch
ist ‚ein Techniker und kein Instinctwesen. Es gibt
daher gleiche‘ Typen auch ohne nationale Ueberlieferuneg.
ıbermals der Hauptwohnraum. Sie ist als eine Art
Speisesaal sehr nett gehalten, Ein Corridor trennt
‚je vom Stalle (s. Fig. 169, 170). Ein gemauerter
Yfen mit einem. Sparherd und mit einer Platte für
»ffenes Feuer und Kesselhenke, darüber ein Kaminmantel
mit Leinwandvorhang nach Art des Rotunda-2erdes
bei Feltre (Fig. 149. Mittheilungen d. Anthrop.
esellsch. 1896, Bd.‘ XXVI) bilden die Heizvorrichtung.
Hinter der Küche befindet sich eine kleine
Kammer, 2m breit, 2‘5 m lang, in welche der Ofen
hinüberreicht ; dort schlafen Herr und Frau. Im Obergeschosse
befinden sich zwei Wohnzimmer (a,b,
Fig. 170), dann ober dem Hausthore, also vom oberen
Corridore abgetheilt, eine Kammer c für Früchte
und ein grenier d. Aus dem unteren Corridor
Weizenfeld
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Fig. 169. Provencalisches Bauernhaus.
: Im Departement Hautes-Alpes ist viel
Almenwirthschaft. Die Sommerstallhütten heissen
forests, muandes und meyres. Ihre Form folgt
dem geschilderten Typus von Haut-Drac. Ueber der
cuisine, der cave, wo die Vorräthe aufbewahrt
werden, und dem Stalle befindet sich die grange
mit 2—3 plancs. In der Wesenheit entsprechen
diese Gebäude jenen, welche ich in den Mittheilungen
d. Anthrop. Gesellsch. 1896, Bd. XXVI, 8. 101, dargestellt
habe. Der Grundtypus der Sommerställe ist
somit im Departement Hautes- Alpes und in dem
Thale von Auronzo der carnischen‘ Alpen identisch.
Im Departement Basses-Alpes und Bouches
du Rhöne, also in der Prövence, ist die
einfensterige Küche. ein Quadrat von 4— 45 m Seite,
zelangt man in Küche und Stall, von diesem aber
auch durch eine Thüre in’s Freie Die Dreschtenne
V’air & bl6) ist ein runder Platz mit 7m Durchmesser,
im Freien. Man drischt mit Göpel und Steinwalze.
Das Stroh liegt in Tristen, Dem Hause ist
meist ein Schupfen (hangar) und ein Ställchen für
Xleinvieh angehängt; der Schweinestall (Fig. 170)
steht abseits. *)
1) Wie sehr die natürlichen Verhältnisse den Hausbau
»eeinflussen, zeigt sich auch hier, und zwar an einem an
sich unbedeutenden Detail. Man streicht in der Provence Thüren
ınd Fenster fast nirgends mit Oelfarbe; ja, man hielte dies für
Verschwendung. Der Berichterstatter führt dies auf die grosse
Trockenheit der Luft zurück. Unangestrichenes Holzwerk,
welches z, B. in den Alpen ehestens vermorschen würde, hleiht
in der Provence jahrelang unversehrt.