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nachbar im Braunschweigischen (Zeitschr. für Ethnologie,
Berlin 1895) in mustergiltiger Klarheit durchgeführt.
Es bedarf noch einer Reihe ähnlicher Untersuchungen
an möglichst vielen Punkten der noch
unbekannten Typengrenzen. Gerade jetzt, wo die
Sammelarbeit der österreichischen, reichsdeutschen
und schweizerischen Architekten und Hausforscher
in’s Rollen kommt, scheint gerade dasjenige nützlich,
was die Uebersicht fördert, was das Verhältniss der
Typen gegen einander erläutert; es erleichtert den
Theilnehmern den schwersten Theil ihrer Action:
Jie richtige typische Wahl der darzustellenden Repräsentanten.
Ich behalte die Reihenfolge des französischen
Buches bei. Sie beginnt mit dem Nordwesten des
Landes, Departement Pas-de-Calais (Boulogne); dann
geht sie über Departement du Nord (Lille, Valenciennes,
Cambray, Avesnes), das Departement Ardennes
auslassend, nach dem Departement Meuse. Meurthe
und Vosges sind unbeschrieben.
In der Ostgrenze sind Theile der Departements
Doubs (Montbeliard), Haute-Marne (Langres), Ain
(La Bresse, Nantua), Isere (Grenoble), Hautes-Alpes
(Briancon, Guillestre), Basses-Alpes und Var in Betracht
gezogen. Savoyen ist leider noch unbeschrieben.
Von der Südfronte des Landes gibt es Andeutungen
über Bouches du Rhöne (Marseille, Aix), dann blos
bezüglich Aude und Basses-Pyrenges (Baskenland).
Der Rest erstreckt sich auf die beiden Departements
Tarn-et-Garonne (Montauban, Caussade), Lot
(nördlich anschliessende Gegend); die Gegenden ar
der mittleren Loire zwischen Blois, Orleans, Bourges,
Nevers, Montsauche und die Beauce zwischen Orleans
und Chartres im Herzen des Landes; dann auf die
Vendee, Maine-et-Loire (südwestlich von Angers), das
Südostende der Bretagne (Vannes) und La Manche
(Avranches).
Departement de Pas-de-Calais, Gegend
von Boulogne. Das Eintrittsgemach, zugleich
Küche und Hauptaufenthaltsort der Familie und
Esszimmer, heisst la salle, zumeist aber la
maison. Hier ist der Herd, oft auch der Backofen,
wenn nicht ausserhalb in einem besonderen Häuschen
(le fournil). Ausserdem bestehen des cabinets,
Kammern, für Kasten und Betten, mehr oder mindeı
nothdürftige Schlafräume. La cave, Keller; le
grenier, Speicher, Andere Wirthschaftsräume sind
nicht erwähnt. aber natürlich vorhanden.
Departement du Nord. Die Hauptstube heisst
ıngeblich theuss (?). Der Backofen ist in der Regel
n einem fournil abgesondert und streckt seine
Wölbung, ähnlich wie in gewissen Tiroler und Grau-»ündtner
Bezirken, vor die Hausmauer hinaus, so dass
blos das Heizloch unter dem Schutze und im Inneren
jes Hauses steht. La voüte, das Gewölbe, heisst der
ibrigens in der Regelnicht gewölbte Keller. — In Camhresis
herrscht das sogenannte „fränkische“ Gehöft. Im
Wohntracte, in der Mitte vom Hofe unmittelbar zu
betreten, ist die maison, rechts davon la chambre
zegen die Strasse, links der Stall, also dies Alles
anter einem Firste; la grange schliesst rückwärts
und eine Mauer mit Thor und Thüre vorne den
Tof rechtwinkelig ab; die vierte Seite hat die Rückwand
des Nachbargehöftes inne. Aehnlich sind die
Gehöfte von Valenciennes und d’Avesnes. Der Name
maison für das Hauptgemach ist dort constant.
Jeberall sind die Gehöfte enggedrängt an der Strasse
nebeneinander. Von den in der Enquöte geschilderten
Typen ist dies der einzige, welcher dem sogenannten
„fränkischen“ Gehöftetypus ziemlich rein entspricht.
Hiebei ist zu bemerken, dass bezüglich anderer geschilderter
Typen über die Gehöfteform unbestimmte
Bemerkungen vorliegen, welche auf den typischen
Charakter keine sicheren Schlüsse gestatten; ferner
lass aus den Departements Pas-de-Calais, Ardennes
ınd Vosges, dann aus dem Raume zwischen diesen,
lJann Rouen, Paris, Rheims und Chälons s. M., wo
“ränkische Gehöfte etwa erwartet werden könnten.
iiberhaupt keine Berichte vorliegen.
Departement de la Meuse. Die Einheitshäuser
stehen mit den Traufenseiten an der Strasse
ohne Zwischenräume. Die Würde der Küche als
Hauptraum und deren Name maison ist herrschend.
Sie ist von der Gasse durch einen Corridor zuyänglich,
mit dem Stalle in unmittelbarer Verbindung,
hat vor sich eine chambre gegen die Strasse, eine
ındere hinten hinaus. Ein eigener Corridor führt in
Jen Stall. Die grange liegt vorne heraus, l’&curie
hinten. Vor dem Hause ein freier Platz, la parge;
hinten der Garten. Dieser Typus, welchen Fig. 161
im Grundriss darstellt, scheint durch Raummangel
zequetscht Bei Mandres erscheint er offenbar in
nehr ursprünglicher Form (Fig. 162). Interessant ist
das dunkle, durch den Backofen erwärmte mittlere
Kämmerchen, le po&le. Es entspricht der Entstehung
nach unserer Stube. Auch der Name „der Ofen“
entspricht dem Namen der letzteren, welcher ja von
atufa. der Ofen. herkommt. Es ist aber ein fast