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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

‚90

vorbesprochenen Hauses, nur sind. hier die Tröge
nicht mehr aus einzelnen Baumstämmen hergestellt.
sondern aus starken Brettern so zusammengefügt,
dass die Futterbarren für das Vieh ein Ganzes mit
drei grossen Abtheilungen bilden. Die Standplätze
für die einzelnen Paare sind wieder in der schon
besprochenen Weise abgesondert und der Stand eines
jeden Paares ist durch eine Thüre von aussen zu
betreten. An den langen Stall schliesst sich eine
Futterkammer an. Diese ist mit dem Heustadl durch
eine Thüre in Verbindung, Ein Theil des Heues wird
hier untergebracht und ein Theil auf dem Dachboden
des Stalles, Dorthin kann es durch eine Dachlucke.
welche sich in der aussenseitigen Dachfläche befindet.

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Fie. 160. Grundrisse das Hanses Nr 8 in Puchegg (1: 400,

und durch ein Thürchen, das im Giebel des Stallgebäudes
 angebracht ist, verladen werden,
Die beiden Tracte sind durch die quergebaute
Scheune verbunden, Die Scheune gliedert sich hier
in vier Theile. In dem schon erwähnten Heustadel,
in eine gegen den Hof zu offene „Ausfahrt“, in eine
Tenne und einen Hälpäa'n. Nach vorne ist der Hof
abgeschlossen durch ein gemauertes und überdachtes
Einfahrtsthor. In dem Mauerwerke,. welches das Thor
bildet, sind beiderseits noch zwei Thürchen angebracht,
die auf die Gräden leiten, welche dem Wohngebäude
und dem Stallgebäude vorgelegt sind.
Einiges Wenige ist nun noch hervorzuheben in
Bezug auf das Wohngebäude. Dort, wo im hölzernen
alten Hause dieser Gegend die Rauchstube zu sein
pflegt, liegen eine Stube und ein Stübel nebeneinınder.

 Die Stube bildet das Wohngemach der jungen
Sheleute. Wir sehen darin nur die stabilen Bänke,
n einer Ecke den Tisch T und darüber in der
Icke einen Hausaltar, in der schräg gegenüberjegenden
 Ecke einen Kachelofen 0, der mit einem
zxeländer umgeben ist, zwei Betten und hinter der
Thüre, die in’s Vorhaus führt, eine Kastenuhr U,
\usser der Thüre, die in’s Vorhaus führt, hat diese
Stube noch zwei Thüren., Die eine führt in die
Xüche, die andere in’s Stübel. Hier wohnt der alte
Vater des Bauern, Im Stübel stehen bei 5 ein Bett,
ei K, und K, zwei Kästen, bei Zr eine Truhe und
gei O0 ein kleiner eiserner Öfen. Auch von hier
"ührt eine Thüre in die Küche. Die Küche liegt hier
lem Hofe zugekehrt, während das Vorhaus von der
Aussenseite des Hauses betreten wird. Es mag diese
Einrichtung, welche der sonst üblichen Anordnung
der Küche und des Vorhauses nicht gleich kommt,
aus praktischen Gründen getroffen worden sein. Die
Küche, von der aus doch auch die Schweine und zum
Theile auch die Rinder versorgt werden müssen, liegt
nämlich so, wie sie in diesem Hause angelegt ist, den
Ställen näher, als dies sonst gewöhnlich der Fall ist.
In der Küche steht ein grosser, offener Herd H,,
der 2 m breit und 1:8 m tief ist. Gegenüber steht
ein zweiter kleinerer Herd Z,, der selten benützt
wird und mehr den beiden Oefen, deren Heizen auf
diesen Herd münden, als Vorlage dient. In einer
ler Ecken der Küche ist ein Kessel eingemauert.
Unter K-K steht ein Küchenkasten und unter W-B,
ınd W-B, sind zwei Wasserbänke angebracht.
Im Vorhause führt bei Bo eine Stiege auf den
Boden und bei Ke eine in den Keller. Bei X steht
ain Kasten, bei Zr eine Mehltruhe und bei B, und
5, zwei Betten. Vom Vorhause aus öffnet sich eine
Thüre in die Gesindestube. Hier werden die Mahlzeiten
 eingenommen. Der Tisch T steht in der Mitte
les Raumes, wohl deshalb, weil er in keiner der
Ecken, die alle verstellt sind, Platz finden konnte.
n der rechten inneren. Ecke dieser Stube steht ein
‚Rübenhaufen-Ofen“. Die Kacheln desselben sind
zrün glasirt. Ausserdem sind in dieser Stube ein
Bett, zwei Truhen Zr, und Tr, und acht Kästen
K,—K,; aufgestellt. Jener letzte Raum des Wohnhauses,
 in den der Backofen des Hauses hineingebaut
 und der von der Küche und vom Hofe
aus zugänglich ist, ist eine Speisekammer.
Hiemit bin ich in der Beschreibung der Bauernhäuser
 aus jenen Gegenden, die ıch in den Jahren
1895 und 1896 im Auftrage der Anthronpologischen
            
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