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und die jüngsten Kinder. Die älteren Kinder haben
ihre Betten in der oberen Stube.
Von diesem Stübel leiten einige Stufen in die
etwa 1m höher gelegene Speisekammer. Hier stehen
wieder drei Truhen Zr,—Tr,, in denen Speisevorräthe
untergebracht sind, drei Kästen XK,—K, und
eine alte Commode Co,
An die Speisekammer schliesst sich noch eine
Luderkammer an. Hier steht auch das Bett B des
Knechtes, Zu dieser Kammer gelangt man über einen
Gang, zu dem von der Laubenthür aus einige Stufen
hinanführen. Ueber den Gang gelangt man auch auf
den Stallboden, der mit der Luderkammer in einer
Höhe liegt.
Neben der Stiege, die zu diesem Gange emporführt,
führt rechts eine zweite Stiege hinab zu den
Schweineställen, die unter dem „unteren Stübel“ links
von der Einfahrt liegen, Rechts von der Einfahrt ist
eine Wagenhütte, dessen grosses . Thor sich nach
vorne öffnet.
Die beiden „oberen Stuben“ liegen deshalb höher
als die Laube, weil sie einen Keller unter sich haben.
Die Kellerthüre ist hofseitig angebracht. Zu ihr führt
eine ziemlich steil abfallende, mit Steinplatten gepflasterte
Gräde hinab. Die Ställe, welche sich den
oberen Stuben anschliessen und die Scheune sind
aus Holz erbaut. Der grosse Stall, welcher parallel
zum Wohnhause liegt, musste vor kurzer Zeit erneuert
werden. Er ist aus Steinen aufgebaut. Obwohl
auch hier eigentlich der Dachboden des Stalles mit
der Luderkammer in einer Höhe liegt, also dieser
hätte in den Plan eingezeichnet werden müssen, so
habe ich statt dessen, um einen zweiten Riss zu
ersparen, den Stall selbst eingetragen, Er ist, worauf
ich wieder besonders aufmerksam mache, um ein
Geschoss tiefer zu denken als die Luderkammer, da
diese im Obergeschoss liegt, während der Stall natürılch
ein ebenerdiger Raum ist,
In den grossen Stall des 36 Schritte langen
Stallgebäudes, von dem nur eine schmale Futterkammer
abgetrennt ist, führen sechs Thüren. In eben
80 viele Abtheilungen ist der ganze Stall getheilt,
Die Abtheilungen sind bewerkstelligt durch je vier
etwa armstarke Rundhölzer, die parallel übereinander
liegen und an zwei Säulen zaunartig befestigt sind.
In jeder dieser Abtheilung ist Raum für 2 Rinder
Die Standplätze der beiden Rinder sind durch eine
Stange getrennt, welche an ihrem vorderen Ende
etwa meterhoch über. der Erde an einer Säule befestigt
ist und mit ihrem rückwärtigen Ende am
Boden aufliegt. Vor den Köpfen der Rinder stehen
lie Futtertröge. Wir haben hier also im Grossen
and Ganzen dieselbe Kinrichtung vor uns, die ich
aus dem Stallgebäude des Hauses Nr. 19 in Schachen
s. 0. S. 177) beschrieben habe und die sich in den
Kuhstall des Planes vom Hause Nr. 14 in Puchegg
s. 0. Fig. 154) eingezeichnet findet. Während jedoch
lie Standplätze von 4 resp. 6 Rindern sich in diesem
alten Stallgebäude in von einander vollkommen abzesonderten
Ställen befinden, sind in dem neuen
Stallgebäude des Hauses Nr, 57 in Riegersbach die
Standplätze von 12 Rindern in sechs Abtheilungen
;n einem Stalle vereinigt. Der Futtergang fehlt
auch hier nicht, Er liegt jedoch nicht zwischen zwei
resp. sechs gegen einander gekehrten Standplätzen,
sondern läuft an der Stirnseite der Standplätze vor
ler Reihe der Futtertröge, als gemeinschaftlicher
Futtergang für alle Standplätze, hin. Es erscheint
ılso in diesem Stalle die alte Einrichtung im Prinpe
wohl noch beibehalten, aber sie ‚zeigt eine
Vervollkommnung.
Die Rinderställe dieses Hofes enthielten 6 grosse
)chsen, 2 zweijährige Ochsen, 4 Kühe und 2 Kal-»innen,
also 14 Stück Grossvieh. Der Bauer sagte
mir jedoch, dass er auch 20 Stück Grossvieh halte,
venn das Futter gut geräth. An Kleinvieh enthält
ler Kälberstall zumeist 5—8 Stück Kälber, der
‚Farlstall“ eben so viele junge Schweine (Farl und
Yrischlinge) und der Schafstall 30 Schafe. Davon
zehören jedoch nur 2 oder 3 dem Bauern, die anleren
sind Eigenthum der Kinder und des Dienstboten.
Jeder Dienstbote ist nämlich in der Gegend
von Vorau berechtigt, 2—3 Schafe zu halten, die
mit denen des Bauern und denen seiner Familie auf
die Weide gehen. Es ist dies jedenfalls ein uraltes
Herkommen...
Bei der Beschreibung dieses letzten hölzernen
Bauernhauses aus der Gegend von Vorau will ich
auch der Zimmerarbeit, von der ich oben sagte, dass
le nicht nur äusserst exact, sondern, so weit sie
sich auf das Wohnhaus bezieht, auch sehr kunstvoll
ist.
Herr Prof. Dr. Meringer veranschaulicht durch
lie Fig. 60, S. 139 in Bd. XXIII der Mittheilungen,
liese Art der Verzinkung, welche er zu Mürzzuschlag,
in der Parkstrasse am Hause Nr. 54, das damals
abgerissen wurde, beobachtet hat. Er theilt a. a. O.
nit, dass diese Verzinkung in Wellenlinien bis über
Aussee hinaus anzutreffen sei, Genau in derselben
Weise fand ich nun auch die Balken der Wohn-