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welche schon 34 Jahre im Hause ist, und die
31jährige Kat’l, welche dem Bauern schon 9 Jahre
Jient.
Ich beschreibe jetzt eines der grössten von den
älteren Gehöften aus der Gegend von Vorau. Nicht
nur das Gehöfte ist erheblich grösser als jedes der
bisher beschriebenen, wie aus der Beschreibung hervorgehen
wird, sondern auch der Besitzstand an Liegenschaften,
der zum Gehöfte gehört, ist einer der
grössten in der Gegend von Vorau. Wie ich wieder
einem Besitzbogen entnahm, umfassen die Liegenschaften
im Ganzen 97 Joch und 598 Quadratklafter
Der Besitzer dieses schönen Anwesens ist Joh.
Kienegger vulgo „Forster“ in Riegersbach.
Der Bauer steht im 49. Jahre. Seine Frau, Theresia
geb. Mayerhofer, ist 41 Jahre alt. Sie haben 10 Kinder:
Nand’l (18 J.), Hans’l (17 J.), Franz’l (15 J.), Sepp’]
(13 J.), Resal (12 J.), Löinnal (9 J.), Patrizl (7 J.),
Michal (5 J.), Julal (3 J.) und Miazal (1 J.).
Rauchstube schliesst sich wieder eine durchgehende
Laube an. Diese beiden Räume sind die ältesten des
lauses. Sie stammen aus dem Jahre 1727. Auf die
Laube folgen zwei Stuben, die durch eine Mittelwand
in der Richtung der Längenachse des Wohn-1auses
getrennt sind, jedoch durch eine Thüre mit
»inander in Verbindung stehen. Beide Stuben haben
on der Laube aus separirte Eingänge, zu denen,
la diese Stuben wieder höher liegen als die Laube,
Stufen emporführen. Diese beiden Stuben bilden
änen Quertract, der erst im Jahre 1776 der Laube
ıngefügt worden ist. Dieser Anbau erhält besonders
ladurch den Charakter eines Quertractes, dass er ein
eigenes Dach hat, dessen First zu dem der alten
Wohnräume im rechten Winkel liegt. Der Tract hat
demnach auch zwei Giebel. Von diesen sieht der
eine in den Hof, der andere ist auf der Ansicht
links ersichtlich. Beide Giebel haben Abwalmungen.
So wie beim Hause Nr. 14 in Puchegg, ist auch hier
Fig. 155. Haus Nr. 57 in Riezersbach bei Voran.
Die Nand’l, der Hans’l und der Franz’l helfen
in der Wirthschaft schon tüchtig mit. Auch deı
Sepp’l und die Resal werden zu leichteren Arbeiten
schon herbeigezugen, so dass der Bauer nur der
Mithilfe eines einzigen kräftigen Dienstboten, des
38jährigen Alois, bedarf, dem er jährlich fl. 45 und als
„Pessarin‘“ (Besserung, Aufbesserung) 1 Paar „Fiäta‘“
(Schürzen), 1 „Höimat“‘ und 1 Paar „Schuach“ gibt.
Die Vorderansicht des Hofes, der die Nummer 57
trägt, bringt das Bild Fig. 155, den Grundriss die
Fig. 156. Die Tracte des Hofes, welche in der Ansicht
sichtbar sind, sind alle aus Holz aufgeführt
und alle Tracte des Hofes sind mit Stroh gedeckt.
Die Fenster sind sehr klein. Der gegen den Beschauer
vorspringende Tract mit der Abwalmung am
Giebel und dem darunter liegenden Gange mit den
zierlich ausgesägten Brettern der Brüstung schliesst
die Rauchstube in sich Die sechs Fenster, von denen
wieder zwei höher liegen, weisen darauf hin. An die
der Tract, welcher den Hof nach vorne querliegend
absperrt und die Einfahrt in sich schliesst, erst später
aufgeführt worden. Der Tract, welcher, wie aus der
Ansicht zu ersehen, sich rechts an die Rauchstube
ıngliedert und im rechten Winkel zu dieser liegt,
schliesst ein Stübel, das „untere Stüb’l“, eine Speisexammer
und eine Luderkammer in sich und wurde
im Jahre 1838 erbaut.
Auch dieses Haus ist also erst allmälig ausgebaut
worden und es muss auch bei diesem Hause vor
dem Jahre 1776 den ursprünglichen Wohnräumen,
wie ich dies auch bei dem vorbeschriebenen Hause
Nr. 14 in Puchegg annehme, die Zweitheilung zu
Grunde gelegen sein.
Gesetzt den Fall, man wollte annehmen, dass die
Dreitheilung beim Hause Nr. 14 in Puchegg schon
vorher bestanden hätte und die hintere Stube im
Jahre 1838 bereits baufällig gewesen wäre und deshalb
mit der Laube gleichzeitig erneuert worden