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welche man für die neuere hält, ebenso häufig
in fast vollkommen gleicher Ausstattung wiederkehrt.
wie die „Schwalbennester“, bringe ich ein Bild auch
dieses Herdes aus dem Hause Nr. 84 unter Fig. 152
Die Herdoberfläche hat annähernd quadratische Form.
Der Herd ist aus Steinen aufgebaut. Die Oberfläche
ist durch ein Ziegelpflaster gebildet. Dieses ist mit
einem Kranz aus Brettern eingefasst. In der hinteren
rechten Ecke setzt sich die Oberfläche des Herdes
in eine Steinplatte fort. Sie bildet die Vorlage zur
dahinter liegenden Heize, die in den „kleinen Ofen“,
einen kleinen Backofen, in dem Strudel und andere
Mehlspeisen gebaeken werden, führt. Auf die Oberfläche
des Herdes mündet eine zweite Heize aus dem
„Backofen“. Die beiden Oefen sind nebeneinander
angebracht. Sie sind in das Vorhaus hinausgerückt.
Fig.‘152, Herd aus dem Hause Nr. 84 in Riegersbach.
Der Feuerhut gleicht einem Baldachin. Er ist
aus armdicken, übereinanderliegenden Stäben, die
mit Stroh umwickelt und mit Lehm verschmiert sind,
hergestellt. An der Rückseite und rechts liegt der
Feuerhut auf Mauerwerk auf. Nahe der freien
vorderen Kante wird er durch eine starke Schraube,
die in die Decke der Stube hineingeschraubt ist,
emporgehalten. Sowohl der Hut als auch der Herd
sind mit Kalkmilch geweisst.
Aus der Laube führen wieder Stiegen, und zwar
die bei g auf den Boden und die bei Ah in die hintere
Stube, die mir hier „Kammer“: genannt wurde und
jetzt auch als solche benützt wird. Sie liegt etwa
1 m höher als die Laube, da sie wieder untermauert
ist. Unter diesem Raume liegt ein Mostkeller, der
von aussen, von der Gräde aus betreten wird.
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In der Laube stehen unter T wieder ein Tisch
ınd unter B ein Bett. Das Bett kommt im Winter
in die Rauchstube. Bei KX-K steht ein Küchenkasten.
Die in der Laube eingezeichneten drei kleinen Kreise
zeben den Ort an, wo drei grosse Mehlfässer, die
mir „Stibi“*) genannt wurden, stehen. Ueber der
Stubenthüre ist bei £ der Rauchfang angebracht.
Der Kuhstall, welcher auf die Kammer folgt,
.jegt wieder beträchtlich tiefer als die Laube. Die
Folge davon ist, dass der Dachboden des Kuhstalles
mit dem Fussboden der Kammer in gleicher Höhe
‘legt. Auf dem Dachboden des Kuhstalles ist Stroh
untergebracht.
Das Haus Nr. 14 des Franz Holzer vulgo „Hoiäd‘l
i da‘ Piara“ in Puchegg, das ich schon einige Male
erwähnte und auf dessen Beschreibung ich jetzt übergehe,
dürfte wohl, wenn vorerst nur die Rauchstube
und die Laube in Betracht gezogen werden, das
älteste aller Häuser gewesen sein, die ich in der
äegend von Vorau betreten habe. Mehrere Umstände
weisen darauf hin. 1. Das Dach hat, wie die Ansicht
les Hauses (Fig. 153) zeigt, an der Giebelseite keine
Abwalmung. Auch fehlt dort ein balconartiger Gang.
2. Der Durchzugbalken in der Rauchstube ist, obwohl
er zum Mindesten 40 cm im Durchmesser hat,
schon so schadhaft, dass er in der Mitte durch eine
hölzerne Säule @ gestützt werden musste, 3. Das
Haus macht in seinem ganzen Aeusseren den Eindruck,
als ob es älter wäre al&s das im Jahre 1678
erbaute, aus dieser Gegend zuerst beschriebene Haus
zwischen Festenburg und Bruck und älter sogar als
Jas älteste Haus, das ich in der Gegend von Vorau
and, nämlich das des „Hans’l in‘ da‘ Stifing‘“, welches,
wie die Jahreszahl am Durchzugbalken untrüglich
zeigt, im Jahre 1616 erbaut worden ist. Die Rauchtube
und die Laube mögen wohl gut an die 300 Jahre
ılt sein. Andere Wohnräume dieses Hauses sind
‚Unger. Jahreszahlen beweisen es. Sie beweisen zuzleich
auch, dass das fränkische Gehöfte in der
Gegend von Vorau wohl nicht immer, doch auch
ılcht selten, so wie ich das vom fränkischen Gehöfte
in der Heanzerei constatirt habe (vgl. Bd. XXYV,
5. 105 ff.), nach und nach erst zu einem vollxommen
geschlossenen Gehöfte ausgebaut wird. Diese
bei dem Hause Nr. 14 des Franz Holzer gemachte
ı) Vgl. Bd, XXV, S. 142, Die Stibi, welche ich hier sah,
zleichen ganz dem a. a. O. abgebildeten Stibi aus Oberschützen,
Beiläufig erwähne ich hier, dass ich auch in Nörainger
Bauernhäusern ganz gleiche Mehlfässer, die dort ehen-°alls
Stibi heissen sah