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fortlaufendem Sinne, Verschiebung, Auflösung ete
führen so zum Kreuze, zur Zickzacklinie (abstammend
von den Extremitäten), zum Karo ete.
Diese Schilde gehören mit einer Ausnahme dem
centralen und westlichen Afrika an, Fig. 61 aber und
Fig. 65—72 sind Fabrikate der Ostafrikaner. Diese sind
deshalb die interessanteren, weil auf ihnen mehrere
Darstellungsweisen offenbar desselben Motives durchainandergeflossen
sind. Das Ornament (Fig. 61), Mittelmit
seitlichen Zickzacklinien. entspricht den Ver-Fig.
50. Menschenfigur auf einer Matte von Karengo bei
St. Paul de Loanda.
(Original im k, k. naturhistorischen Hofmuseum in Wien.)
zierungen der westlichen Stämme; dasjenige auf
Fig. 65 ist das gleiche, wie das auf den südafrikanischen
Zauberhölzern (Fig. 34) verwandte. Diesen
beiden schliesst sich eine dritte, neue Form (Fig. 72)
an, von der wir wohl annehmen können, dass sie
mit den anderen stammverwandt ist; einmal nämlich
ist sie auf denselben Gegenständen, wie die nachweisbaren
Menschen-Eidechs-Ornamente angebracht
and zum anderen Male entspricht sie halbirt auf der
Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien. Bd. XXVIL 1897.
inen Hälfte des Schildes der anderen Hälfte des
‘ortgestellten Extremitäten-Ornamentes (Fig. 66).
Das sich hier entrollende Bild ist hochinteressant.
Iffenbar bevorzugen diese unter dem nordöstlichen
Zinflusse stehenden Völker die gebogene Linie. Denaoch
haben sie auch dem südwestlichen Einflusse
1achgegeben. So lassen sie auf je einer Seite des
Schildes je einem Verwandten sein Recht. Wichtig
st noch, dass die Bogen vom Ornament Fig. 65
sowohl, dem Ursprunge entsprechend, an dem Mittelstabe
(Fig. 67) als an dem Aussenrande angefügt
wurden (Fig. 69).
Der Ueberblick über diese Thatsachen zeigt, dass
wir es in der afrikanischen Kunst mit einem kleinen
Schatze der denkbar einfachsten Formen zu thun
haben. Ausnahmen sind sehr selten und erregen Aufsehen
und Argwohn. Die bevorzugte Linie ist die
gebrochene mit dem beliebten „Rechten“. Das Kreuz
ist das Product vieler Reihen. Vielleicht kann man
jedes Ornamentmotiv bis zur Auflösung in dieselben
Linien verfolgen. Ein früher geschriebener Satz, ')
dass nämlich im Gegensatze zur melanesischen und
indonesischen die afrikanische Kunst stets
der Verkümmerung zuneige, kann hier wiederholt
werden. Die Folge davon ist, dass die afrikanischen
Sculpturen (siehe Fig. 26) die Durchschnittsleistungen
anderer Primitiver übertreffen. Gerade das
Fehlen des orientalisch-phantastischen Zuges bei den
Afrikanern ist hinsichtlich der Kunst ein wesentlicher
Vorzug.
2. Die Entwicklung. _
Einen Wendepunkt hat die Ethnologie überschritten.
Angeregt, zumal durch LAx® Fox, H. SroLrr,
XARL V, D. STEINEN, EHRENREICH, dann SCHURTZ, Ho1mzs,
A. R. Herx, Hannon ete., ist das Gebiet der Natur-‚ölker-Ornamentik
zugänglich gemacht. ‚Eine Reihe
von Arbeiten liegt vor, eine grössere ist zu erwarten.
Der Erfolg wird der sein, dass man gar bald aus
ler Kunst aller Völker „Motive“ kennt, die als
"iguren der Erscheinungswelt einsetzten und als
inienornamente endeten.?) Da ist denn der Zeit-1)
WesrtErmAnx, „Monatshefte“, a. a. O,, S. 333, Anmkg,
Dr. WeuLg schreibt mit Bezug auf diesen Satz: „Zwar
herrscht die Kümmerform vor, doch nicht in dem Maasse,
wie Frosenivs das betont.“ Ob wohl WeuLe’s Arbeit gelitten
lätte durch Streichung des Nachsatzes?
?) Das Ornament ist im Allgemeinen eine Figur, die an
;inem Gegenstande angebracht ist, ohne den Gedanken der
oraktischen Gebrauchserleichterung und die dem Gegenstande
egenüber in Sinn und Form eine dienende Stellung stets