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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

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im Inneren erlitt. Die Mitte hält die durchgehende
Laube. Nach vorne liegt die Rauchstube und nach
rückwärts gliedert sich an die Laube die hintere
Stube an.
Ich beschreibe vorerst die Rauchstube. Sie hat
wieder einen Bretterfussboden und als Decke einen
„Reamlingpoud’n“, Die Stube ist 1%/, Klafter hoch.
Es ist dies für eine Bauernstube der Gegend von
Vorau eine aussergewöhnliche Höhe. Der Besitzer
des Hauses sagte mir, es soll diese Stube die höchste
in den Bauernhäusern des ganzen Vorauer Bezirkes
sein. In der Ecke links von der Stubenthüre steht
der mächtige offene Herd H. In seinem rückwärtigen
Theile schliesst er den Backofen B-O0 in sich. Fig. 149

Same Gälnöm

NHoberst

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Hafendeckel) ab. Solche Herde, wie der beschriebene,
werden in der Gegend von Vorau „Schwäl’mnö&ista‘“
Schwalbennester) genannt. Diese eigenthümliche Bezeichnung
 will die Form, welche in der That einem
Schwalbenneste nicht unähnlich ist, charakterisiren.
Unter dem Feuerschirm qualmt der Rauch hervor
und erfüllt die ganze Stube. Es ist mir nie vorzekommen,
 dass in einem der vielen Häuser, welche
ich besuchte, eines der oberen Fenster geöffnet worden
wäre, auch wenn die Luft in der Stube ganz mit
Rauch geschwängert war. Man scheint nachgerade
yanz vergessen zu haben, zu welchem Zwecke die
höherliegenden Fenster in den Rauchstuben angebracht
 worden sind. In dieser Annahme bestärkte
mich das folgende Erlebniss: In einem Bauernhause,
das ich aufnahm — ich weiss mich ietzt nicht mehr

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Fig. 148. Grundriss zum Hause Nr. 19 in Schachen (1 : 400)

bildet diesen Herd ab. Die Herdoberfläche liegt 50 cm
hoch über dem Fussboden. Sie ist aus Steinplatten
gebildet. Ueber der Herdoberfläche wölbt sich ein
massiger Feuerhut, der die aufsteigenden Funken
zurückzuschlagen hat. Dieser Feuerschirm ist, wie
mir der Bauer sagte, aus Steinen erbaut, Der Backofen
 erreicht die Höhe des Feuerschirmes bei weitem
nicht. Auf seiner Oberfläche liegt Scheiterholz zum
Trocknen. Die Heize für den Backofen mündet auf
den Herd. Sie ist im Hintergrunde des Herdes zu
ersehen, Im gemauerten Sockel des Herdes ist im
antersten Theile vorne am Boden eine Nische ausgespart,
 in welche die Fussspitzen gestellt werden,
wenn Brot „eingeschossen“ wird. Eine kleine Nische
ist auch oberhalb der Herdsohle in der linken Herdmauer
 ausgespart. Sie wird das „Hea‘tmaija‘l“ (Herdmäuerchen)
 genannt. Man legt dort die „Stia‘z

Fig, 149. Herd aus dem Hause Nr. 19 in Schachen.

zu erinnern, welches es war —, war der Durchzugbalken
 so dicht mit einer Russschichte belegt, dass
man die Jahreszahl, welche in den Balken einzeschnitten
 war, nicht ausnehmen konnte. Man gab
nir einen Stuhl und eine kleine Hacke, um die
Russschichte entfernen zu können. Auf dem Stuhle
stehend, empfanden meine Augen in den höheren
„uftschichten der Stube das Beissende des Rauches
30 stark, dass ich unmöglich weiter arbeiten konnte.
Ich bat die Bäuerin, eines von den Rauchfenstern
Öffnen zu dürfen. Die Erlaubniss ward mir wohl bereitwilligst
 ertheilt, doch die Ausführung des Vorhabens
<onnte nicht gelingen, denn die Fensterchen waren
ılle durch die Russschichte so arg in die Schiebrahmen
 eingeklebt, dass das Oeffnen zur Unmöglichkeit
 wurde, Die Fensterchen waren also durch Jahrzehnte
 nicht geöffnet worden. So wie es dort war,
wird es wohl in fast allen Bauernhäusern der Gegend
von Vorau sein. Es ist sogar wahrscheinlich, dass
Jas Verklehen der oberen Fenster durch den Russ
            
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