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beinigen Kessel mit mehreren dreibeinigen Pfannen
mit langen Stielen.
Die hintere Stube konnte ich leider nicht betreten,
da die Bewohner vom Hause fern waren. Es
war mir jedoch möglich, durch die Fenster Einblick
in diese Stube zu erlangen, und ich habe die Einrichtung
dieses Raumes beiläufig in den Plan eingetragen.
Die feststehenden Bänke nehmen hier nicht die
ganze Länge jener Wände ein, an denen sie befestigt
sind. Der Tisch steht wieder in der Ecke, die die
Bänke bilden, Bei B, und PB, stehen Betten, bei
K,, K;, und K, Kästen, bei Zr am Backofen eine
Truhe und neben dem Backofen ein Sparherd Sp-H.
Unter H stand eine „Hühnersteige“, darüber hing
an der Wand ein Schüsselkorb und über diesem sah
ich eine Tellerrem angebracht von der Gestalt jener.
die ich Bd. XXV, Fig. 215. aus Oberschützen abgebildet
habe.
Wo heute der Sparherd in der hinteren Stube
steht, stand früher, wie mir die Bäuerin sagte, ein
„Ruab’mhauf’n“. Diese Bezeichnung wird in der
Gegend von Vorau jener Art von Kachelöfen beigelegt,
welche Prof. Dr. Mzrıncer im Bd. XXI
dieser Mittheilungen, S. 142 u. 143, beschreibt. Da
Dr. Merınger daselbst die Beschreibung durch mehrere
Illustrationen (Fig. 57, 67 u. 68) unterstützt, kann
ich mich umsomehr der bildlichen Wiedergabe solcher
Oefen entheben, als die Oefen der Gegend, in welcher
ich sie fand, vollkommen jenem gleichen, welchen
Dr. Merıiseer aus Mürzzuschlag abgebildet hat,
Hervorheben will ich nur noch, dass mir der erste
Ofen dieser Art in einem Holzknechthause (H.-Nr. 42)
der neuen Glashütte bei Mönichkirchen am Wechsel
unterkam. Die Kacheln hatten genau dieselbe Form.
die Dr. Mermasr a. a. O0. unter Fig. 67 im Bilde
wiedergibt. Ihre Tiefe betrug 13 cm und der grösste
Durchmesser 11 cm. Die Kacheln waren weder glasirt
noch geschwärzt, sondern zeigten die graubraune
Farbe des gebrannten Thones. Ich sah dann im
Wechselgebiete noch zwei solche Oefen, und zwar
einen in der Thalberger Schwaig und einen in der
Vorauer Schwaig. Der letztere Ofen hatte zwei Zimmer
zu heizen; er ist daher auch grösser als der in der
Thalberger Schwaig, der nur ein Zimmer heizt.
Während nämlich der Ofen in der Thalberger Schwaig
12 m in der Höhe misst, wovon die Hälfte auf den
gemauerten Sockel kommt, misst jener in der Vorauer
Schwaig ohne den Sockel, der eine Höhe von 80 em
hat, 1°3 m. Der Ofen in der Thalberger Schwaig
yestand aus 100—120 Kacheln. Man nennt diese
Kacheln in der Gegend von Mönichkirchen „Höifaln“
und die Oefen „Höifal&if'n“, Sie dienen nicht allein
als Stubenöfen, sondern auch als Backöfen. Der
Pächter der Thalberger Schwaig sagte mir, dass
lies die besten Oefen seinen. Der seinige wurde im
Jahre 1868 vom „Äa‘tgräb’m-Häfna‘“ in Friedberg
zesetzt und werde wohl 100 Jahre aushalten. Der
Yafner Alois Zeilinger in Vorau zeigte mir Kacheln,
deren convexer Theil braun oder grün glasirt war.
Er sagte mir, dass man solche Oefen besonders in
den Brechelstuben häufig setzen lasse, und in der
That sah ich dann. in der Umgebung von Vorau
nehrere Brechelstuben, in welchen solche „Rübenı1aufen-Oefen“
standen.
Zur Erklärung des Planes vom Hause Nr. 48
bei Bruck habe ich noch nachzutragen, dass an die
Rückwand der hinteren Stube eine Kammer angebaut
st. Es ist dies ein einfacher Blockbau aus runden
3alken, deren Köpfe an den Kanten der Kammer
zorstehen. Diese Kammer dürfte erst angebaut worden
sein, als die ehemalige durchgehende Laube in eine
Xüche und die ihr vorgelegte Laube umgestaltet
worden ist. Es fanden sich nämlich darin all’ die
Aeräthe und Dinge untergebracht, welche sonst in
ler durchgehenden Laube der Bauernhäuser jener
xegend zu sehen sind. An die nordwestliche Seite
les Hauses ist dann noch ein offener Schuppen anzebaut,
über den sich ein Pultdach lehnt, das vorne
7on zwei Säulen getragen wird. In dem Schuppen
steht eine Mostpresse. Hinter dem Hause liegt der
Küchenthüre gegenüber ein Keller, der in das dort
ansteigende Erdreich hineingebaut wurde.
Vor dem Wohnhause liegt der Stadel. Er hat in
einer Anlage und in seinem Aeusseren auffallende
\ehnlichkeit mit dem oben besprochenen Stadel beim
Jause Nr. 13 in Auen (s. d, Riss, Fig, 139). So wie
Jyei jenem Stadel, liegen die drei Tracte, mit einander
zerbunden, in der Form eines Hufeisens beisammen.
Der Unterschied zwischen beiden Städeln besteht nur
darin, dass der Hof des Stadels bei dem eben besprochenen
Hause Nr. 48 bei Bruck vollkommen geschlossen
ist, während er dort nach einer Seite hin
offen war. Abgeschlossen ist dieser Hof durch eine
juergebaute Hütte, welche das „Liada'kamma‘l“ in
sich schliesst, und durch ein grosses Kinfahrtsthor,
las rechts, und ein kleines „Thürl“, das links von
lieser Hütte angebracht ist. Ich sehe von der Beschreibung
des Stadels ab, da ich späterhin andere
Städel ans der Gegend von Vorau zu hbeschreihen