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sind jedoch an diesen Fenstern bereits Veränderungen
vorgenommen worden; sie sind nämlich vergrössert
worden. Auf die Vergrösserung deuten vorerst die
aussen um die Fensteröffnungen angebrachten Fensterrahmen,
an welchen die sich um Charniere bewegenden
Fensterflügel angebracht sind. Auch der Umstand,
dass die Flügel sich an Charnieren bewegen.
weist auf eine vorgenommene Umgestaltung der
Fenster hin; denn die Fenster aller Häuser jener
Gegend, welche annähernd gleich alt mit dem in
Rede stehenden Hause sind, haben, falls keine Veränderungen
an den Fenstern vorgenommen sind, stets
Fenster, welche an der inneren Wand zwischen zwei
Leisten in horizontaler Richtung zu schieben sind.
Die hintere Stube dieses Hauses hat auch jetzt noch
Schiebfenster. Ein weiterer Beweis dafür, dass die
Fenster dieser Stube ehedem kleiner gewesen sind.
bot sich mir in dem Vorhandensein zweier weiterer
Fensterchen dieser Stube, die heute jedoch nicht
mehr ihren ehemaligen Zweck erfüllen, sondern mit
Brettern verschlagen sind. Das eine davon liegt in
der Frontseite des Hauses und schliesst sich an die
beiden dort sichtbaren unteren Fenster nach links
an. Das andere liegt dem ersten der Fenster in der
Frontseite gegenüber in der Rückwand des Hauses.
Diese beiden Fensterchen messen nur 30 cm in der
Länge und ebenso viel in der Höhe. So gross werden
ehemals wohl auch die anderen Fenster der Stube
gewesen sein.
Die hintere Stube besitzt sechs Fenster. Davon
liegen drei in einer Reihe in der Vorderfront und
drei, wieder in einer Reihe, in der nordwestlichen
Seite des Hauses. Ueber diesen beiden Fensterreihen
sind keine weiteren Fenster angebracht. Die höher
liegenden Fenster der vorderen Stuben mögen, wie
ich dies auch beim Hause Nr. 35 in Tulwitz schon
sagte, in Häusern, in welchen, wie in der Gegend
von Vorau, eben diese vordere Stube zumeist eine
Rauchstube ist, nicht nur dazu gedient haben, um
die Stube mit Licht zu versehen, sondern auch dazu,
durch sie den Rauch aus der Stube entweichen zu
lassen. Die hintere Stube enthält nie eine offene
Feuerstelle. Da somit dort nie Rauch abzuleiten war,
fehlen in der hinteren Stube die für die Rauchstube
dieser Gegend typischen höher gelegenen Fenster
stets,
In der Mitte der Vorderseite des Hauses liegt
die Eingangsthüre und zu beiden Seiten derselben
sind Fenster angebracht, die die Laube („Lab’m“)
beleuchten. Jener Theil der Frontseite. welcher die
‚aube nach vorne abschliesst, ist gemauert. Zur
Zingangsthüre führen von rechts und links einige
Stufen empor, die auf ein der Thüre vorgelegtes
Plätzchen enden, das von einem Pultdache beschattet
wird. In der Richtung nach der hinteren Stube fällt
las Terrain vor dem Hause ab. Diesen Umstand hat
nan in der Weise ausgenützt, dass man unter der
ıinteren Stube einen Keller anlegte, der durch eine
"hüre von aussen betreten wird. Der Keller ist aus
Steinen aufgeführt; die hintere Stube liegt also auf
Mauerwerk.
Vor dem Keller ist, wie aus der Ansicht zu ersehen,
ein Schweinestall so aufgestellt, dass er den
Zutritt zum Keller freilässt. Nach Nordwesten hin
schliesst sich an das Haus ein zweiter hüttenartiger
Bau an, in dem ebenfalls Schweine und ausserdem
ıoch Ziegen untergebracht sind.
Aus dem Plane ist zu entnehmen, dass demselben
lieselbe Gliederung zu Grunde liegt, wie den meisten
Häusern, die ich aus der Gegend von Oedenburg,
Oberschützen, Kirchschlag und auch aus der östlichen
Steiermark beschrieben habe. Die beiden Stuben
schliessen die Küche und Laube, welch’ beide durch
sine Mittelwand getrennt sind, die parallel zur Längenıchse
des Hauses liegt, ein. Jene Wände, welche die
Küche und die Laube einschliessen, sind Mauerwerk.
Alle. anderen Wände des Hauses sind aus Holz. Die
Küche ist mit einem Tonnengewölbe gedeckt. Alle
anderen Räume haben Holzdecken. Während jedoch
die Laube nur eine einfache Bretterdecke zeigt,
weisen die beiden Stuben Tramdecken auf. Die
Trambalken sind von unten mit sauber abgefasten
Brettern verschalt. Man nennt eine solche Decke in
ler Gegend von Vorau einen „Reamlingpoud’n“. Die
Decke wird durch einen mächtigen Durchzugbalken
zetragen. In der Mitte der unteren Seitenfläche war
3in Kreuz eingeschnitten. Die Fussböden der beiden
Wohnstuben sind gedielt, Laube und Küche dagegen
haben Böden, die mit unregelmässigen Steinplatten
‚ückenhaft und uneben gepflastert sind. Die vier
Räume des Hauses sind, wie der Plan zeigt, folgendernassen
mit einander verbunden. Aus der Laube öffnen
sich drei Thüren, und zwar eine in die vordere Stube,
lie zweite in die Küche und die dritte in die hintere
Stube. Ausserdem stehen Küche und vordere Stube
»benfalls durch eine Thüre in Verbindung. Aus der
Küche führt eine Thüre nach rückwärts in’s Freie.
Die zuletzt genannte Thüre gestattet einen Durchzang
durch das Haus, wie ihn sonst die durchgehende
Laube ermöglicht.