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fränkischen Gehöfte das Wohnhaus stets einschliessen
und oft dem Zeichner gerade die Frontseite fast vollkommen
unzugänglich machen.
Das Haus, dessen Ansicht ich unter Fig, 145
bringe, wurde im Jahre 1678 erbaut. Die Jahreszahl
befindet sich links oberhalb jenes Fensters, das
in der Frontseite des Hauses am weitesten nach
rechts liegt, an der Aussenseite des Hauses in die
Holzwand eingeschnitten. Das Haus liegt so, dass
zeine Giebelseite nach Südosten, die Vorderfront nach
Südwesten gerichtet ist. Aus der Ansicht, welche diese
beiden Seiten zeigt, sollte man glauben, schliessen
zu müssen, dass dieses Haus aus zwei Tracten besteht,
da der linke Theil der Vorderfront einen
zweiten. nach vorne gekehrten Giebel aufweist, hinter
liesem Dache an beiden Seiten gesonderte Strohyündel,
die nur halb so lang als jene in Schmiedcaith
waren und mit ihren Köpfen über der Firstlinie
zusammenstiessen.
Das Haus wurde, wie schon aus einer oben ge-"hanen
Erwähnung hervorging und wie es auch die
Ansicht erkennen lässt, zum grössten Theile aus
Holz erbaut. Die Balken sind aus Fichtenholz und
‚ussen und innen glatt behauen. Die Stärke der
3Zalken beträgt nur 12 cm. Die Breite derselben ist
lurchgehends gleich; sie mass 29 cm. Die gleiche
3reite der Balken ist wohl eine Hauptbedingung zur
Durchführung einer Verzinkung, so staunenswürdig
exact und kunstvoll, wie sie dieses Haus zeigt. Ich
werde Gelegenheit haben. weiter unten über diese
MI
SO
Ko
ig, 146.
?ie, 145. Haus Nr. 48 im „Köppel-Viertel“ der Gemeinde St. Lorenzen, Grundriss zum Hause Nr. 48 im „Köppel-Viertel“ (1 : 333).
dem ein senkrecht zur Längenachse des Hauses gestellter
zweiter, sich nach rückwärts erstreckender
Tract vermuthet werden könnte. Dem ist jedoch nicht
so. Das Haus besteht aus einem Tracte, der, wie
der Grundriss (Fig. 146) zeigt, nur zwei Stuben
und eine Küche mit einer ihr vorgelegten Laube
einschliesst. Beide im Bilde sichtbaren Giebel des
Hauses zeigen balconartige Gänge. Die Gänge sind
von den hier weit vorspringenden Dächern beschirmt.
Während beim frontseitigen Giebel eine Abwalmung
auffällt, fehlt eine solche beim anderen Giebel. Dieser
Theil des Daches ist ein einfaches Satteldach. Das
Dach ist nach Art der Strohdächer um Kirchschlag
gedeckt. Die Firstversicherung ist jener ähnlich,
welche mir zuerst in Schmiedraith auffiel. Während
jedoch in Schmiedraith und in allen Gegenden, in
welchen ich diese Art der Firstversicherung antraf,
lange Strohbündel knieförmig über den First gelegt
and beiderseits befestigt waren, befanden sich an
Mittheilungen d. Anthrop, Gesellsch. in Wien. Bd. XXVIL 1897.
\rt der Verzinkung, wie sie mir nicht nur an diesem
Jause, sondern an allen hölzernen Bauernhäusern
ler Gegend von Vorau auffiel, des Weiteren zu
ıprechen.
In Bezug auf das Aeussere des Hauses habe ich
ı1och aufmerksam zu machen auf die eigenartige
“age der Fenster. Wir erblicken vorerst in der Stirn-‚eite
des Hauses drei Fenster in einer Reihe und
larüber noch weitere zwei Fenster in einer zweiten
Reihe. Sie gehören der vorderen Stube an. Sie wird
10ch durch drei weitere Fenster beleuchtet; zwei
lavon liegen in derselben Höhe wie die untere
Tensterreihe in der Giebelwand und über diesen
jeiden Fenstern ist das dritte Fenster angebracht.
Zu bemerken ist hier noch, dass die tiefer liegenden
Fenster etwas grösser sind als die oberen. Sie messen
£0 cm in der Länge und in der Höhe, während die
>»beren 30 cm lang und ebenso hoch sind. Nach den
n der Gegend von Vorau gemachten Erfahrungen