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uegt noch hinterhalb der Küche. Es ist das Wohngemach
des Bauern und seiner Frau. Die Knechte
schlafen in den Ställen.
Betritt man die Laube durch die Thüre in der
Vorderfront, so liegen rechts von der Laube noch
weitere vier Räume. Zwei Thüren in der Mitte der
Laube führen über Stufen hinab in zwei Keller.
Der eine ist der Erdäpfelkeller und der andere der
Mostkeller. Links vom Eingange in den Erdäpfelkeller
und rechts von der Thüre, die in den Mostkeller
führt, betritt man durch zwei weitere Thüren
zwei Vorrathskammern. Die Keller sind ‚so angelegt,
Jass sie auch unter die Kammern hineinreichen.
‚ereinzelte Auftreten eines solch’ abstechenden Hauses
n einer Gegend erklärt es wohl, wenn ihm von der
Bevölkerung eine besondere Bedeutung beigelegt
wird, die es ehedem gehabt haben soll. So erzählte
nir der Besitzer des Hauses, dass man in der Gegend
ıllgemein meine, es müsse dieses Haus ehemals ein
‚Herrschaftsmeierhof“ gewesen sein. Ich halte es nicht
'ür etwas Aussergewöhnliches, sondern für ein echtes,
‚echtes Bauernhaus; denn aussergewöhnlich ist das Haus
ıur für die Gegend, in der es steht, und ein zweites
solches. Haus, das ich in Tulwitz bei Fladnitz fand,
st wieder aussergewöhnlich für seine Gegend, weil
as dort auch ganz vereinzelt dasteht. Hat man aber
S ann
Fig. 141. Haus des Paul Brunnecker in Tulwitz bei Fladnitz.
Die Theile der beiden Keller, welche unter den
Kammern liegen, sind bedeutend niederer als jene
Theile, welche an der sie trennenden Mittelwand
aneinander stossen.
Von der rechtsseitigen Kammer ist ein kleiner,
gegen die Laube zu offener Raum abgetrennt. Es ist
dies ein Vorraum zur Stiege, die von hier in’s Obergeschoss
emporführt. Im Obergeschosse finden wir
dieselbe Eintheilung wie im Erdgeschosse, es ist
daher überflüssig, auch vom ÖOÖbergeschosse einen
Grundriss zu geben.
Wer sich das Bild des Aeusseren vom Hause
aufmerksam besieht, dem wird auffallen, dass das
Schindeldach des Hauses auf der linken Seite bedeutend
weiter vorragt, als rechts. Dies hat seinen
guten Grund, denn in der Höhe des Dachbodens
ist hier ein balconartiger Gang vorgebaut, den der
vorspringende Theil des Daches zu beschatten hat.
Das Haus, welches ich in Vorstehendem kurz
beschrieben, war das einzige dieser ganz aus Stein
gebauten Art von Häusern, das mir auf meinem
Wege bis Fladnitz unterkam. Ganz ähnlichen Häusern
begegnete ich wohl in Passail, ich liess sie jedoch,
da sie bereits zu kleinstädtischen Bürgerhäusern
gerechnet werden müssen, ausser Acht. Das ganz
Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien. Bd. XXVII. 1897.
lie Wasserscheide zwischen Raab und Mur auf dem
öben bezeichneten Wege überschritten und kommt
in den Thalgraben und in die Gschwendt, so bezegnet
man solchen Bauernhäusern gar nicht selten
and in Folge dessen fällt es auch Niemandem ein,
in ihnen einen „Herrschaftsmeierhof“ oder gar ein
vewesenes „Rittershaus“. wie mir als ein solches
allost-War,
2
As
Fig, 142. Grundriss desselben Hauses (1: 333).
las Haus bezeichnet wurde, das ich jetzt beschreiben
will, zu sehen.
Das eben erwähnte zweite dieser Häuser fand
ch, wie schon gesagt, in Tulwitz bei Fladnitz.
Das Haus, dessen Bild Fig. 141 bringt, ist im
Zesitze des Bauern Paul Brunnecker vulgo „Magerl“.
Zs hat das respectable Alter von 272 Jahren, da
x wie die Jahreszahl..die an der vorderen Giebel-