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äin wahres Bild vom Vermögensstande des Bauern.
Wie das Dach seines Stadels, so ist auch sein Rock,
seine Einrichtung und wohl Alles, was er besitzt.
Mein Führer, der von Weiz aus mit mir ging, hat
wohl noch nie einen Hausforsecher, desto öfter aber
den Executor auf seinen oft schweren Gängen beyleitet.
Er kannte deshalb die Verhältnisse der Bauern,
so weit sie sich auf Besitz und materielle Leistungsfähigkeit
beziehen, in der ganzen Runde sehr gut
und sagte mir, dass der „Spirk“ einer der allerärmsten
Bauern der Gegend sei. Sein Besitz bestehe
aus 14 Joch Ackerland, 2 Joch Wiesen und 4 Joch
Wald und sei stark verschuldet, Der arme Bauer
mag uns daher recht bedrückten Herzens nahen gesehen,
aber aufgeathmet haben, als er den Mann an
meiner Seite nicht in der Eigenschaft vor sich sah,
in der er ihn sonst bei sich zu sehen gewohnt war.
Dass der Besitz des Bauern Franz Eggenreich einer
Jer kleinsten der Gegend sein muss, geht auch daraus
nit Stolz jedem Fremden zeigen, denn er ist einer
Jer schönsten in der Umgebung. Die Ordnung und
Zeinlichkeit, die überall auffällt, muthet sehr an.
Der Wohlstand hat den „Pirg’lbauer“ aber durchaus
ıicht protzig gemacht. Er ist ein Bauer geblieben,
vie er sein soll. Begnügt mit seinem Stande, zuvieden
mit dem, was er sich durch Fleiss erworben,
jeruhigt im Hinblicke auf das gesicherte Los seiner
ılten Tage, beruhigt in dem Gefühl auch, seine
Tinder versorgt zu haben, und immer noch lustig
‚ur Arbeit, lebt er mit seinem um drei Jahre Jüngeren
Neib auf seinem Hofe. frei und unabhängig, so frei
ınd unabhängig eben nur ein Bauer leben kann.
fa, dass seine vier Kinder „g’räd’n sain“ (gerathen
ind) und „ihr schönes Auskommen haben“, macht
hm noch „t’gressti Fraid’“. Sein ältester Sohn
Michael, der jetzt 31 Jahre alt sei, habe eine Bauern-;ochter
in Krichenlee geheiratet und das Bauerngut
‚eines Schwiegervaters übernommen. Seine beiden
zZ
„Pirg’lbauer“-Hof (Haus Nr. 13) in Auen.
hervor, dass der Besitz der Bauern um Passail und
Fladnitz im Durchschnitte nicht kleiner ist, als in
der Gegend von Weiz. Die Bauern besitzen auch
hier meistentheils 30-—50 Joch. So besitzt auch der
Bauer, von dessen Hause jetzt die Rede sein soll,
31 Joch an Grund und Boden.
Der Hof, dessen Ansicht ich (Fig. 138) biete,
liegt unter der Nummer 13 ebenfalls in Auen. Sein
Besitzer ist Franz Linhofer vulgo „Pirg’lbauer“, einer
der wohlhabendsten Bauern der Gegend. Dass er zu
den reichsten Bauern gehört, sieht man seiner Alltagskleidung
nicht an, denn sie ist nicht besser als die
einer seiner sechs Knechte. Auch die Bäuerin ist
nicht gewählter gekleidet als eine ihrer drei „Menscher“,
Stellt man aber den um viele Jahre jüngeren „Spirk“
neben. den 62jährigen „Pirg’lbauer“, so sieht man
es dem runden, feisten Gesichte des letzteren wohl
allsogleich an, dass des Lebens Sorgen da weniger
Spuren hinterlassen haben, als in dem abgehärmten
Antlitz des Anderen. Der „Pirg’lbauer“ ist behäbig
in seinem ganzen Wesen. wie. sein Hof. Er kann ihn
Töchter Marie (29 Jahre alt) und Johanna (27 Jahre
alt), erzählte mir der Alte weiter, sind die Frauen
zweier Brüder geworden; die ältere die des Bauern
Friedrich Knoll vulgo „Gruber“ im nahen Krammers-Jorf
und die jüngere die des Bauern Johann Knoll]
zulgo „Jost“ in Krichenlee. Es geht allen dreien
zut, „sie wirthschaften sich recht schön“. Das letzte
seiner Kinder, der 18jährige Gottfried, helfe zu Hause
in der Wirthschaft wacker mit und, wenn er seine
Militärjahre hinter sich hahe, könne er den Hof
ibernehmen.
Die 51 Joch Grund, die zum Hause gehören,
jegen ausser 4 Joch Wald („Ueberlände“) in einem
Stücke beisammen. Sie vertheilen sich auf 20 Joch
\ckerland, 12 Joch Wiesen, 1 Joch Hutweide und
18 Joch Wald. Der Viehstand besteht gewöhnlich
aus 10—12 Stück Ochsen, 4—5 Stück Kühen und
12 Schweinen.
Ich komme nun auf den Hof zu sprechen. Auf
Jem Bildchen (Fig. 138), das die Ansicht des Hauses
zeigt. sind vier Gebäude sichtbar. Das im Bilde ganz