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weil sich deren, wenigstens bei grösseren Höfen.
zumeist mehrere vorfinden, Oft jedoch besteht der
Hof nur aus zwei Gebäuden, aus dem Wohnhause
und einem Stadel, der dann in der Regel alle Wirthschaftsräume
in sich schliesst und das Wohnhaus
an Flächenausdehnung und Höhe bedeutend überragt.
Das Wohnhaus zeigt überall wieder die Kinrichtung
des ‚oberdeutschen Hauses, doch weist es
in den Wohnräumen eine bedeutungsvolle Weiterentwicklung
auf, die sich, wie ich oben bereits
erwähnte, schon im Aeusseren darin zeigt, dass das
Wohnhaus sehr häufig in der Giebelwand drei Fenster
aufweist, hinter denen stets zwei Zimmer liegen, die
durch eine Mittelwand, welche parallel zur Längenachse
des Hauses läuft, geschieden sind.
Unter Fig. 135 bringe.ich ein solches Haus im
Bilde. Fig. 136 gibt den Plan dazu. Das Haus liegt
Fio. 135. Haus Nr. 3 in Auen, Gemeinde Krammersdorf
etwa 200 Schritte links von der Strasse, die aus
der Klamm gegen Passail führt, in der Ortschaft
Auen, welche zur Gemeinde Krammersdorf gehört.
Es ist Besitzthum des Bauern Franz Eggenreich
vulgo Spirk und trägt die Nummer 3. Ueber das
Alter des Hauses könnte ich keine Auskunft erhalten,
es dürfte aber, seinem Aussehen nach zu urtheilen,
mehr als hundert Jahre alt sein. Aus dem Plane
geht hervor, dass man durch die gegen Norden gelegene
Eingangsthüre in eine schmale „Lab’m“ tritt,
die durch ein vergittertes Fenster, das rechts vom
Eingange angebracht ist, beleuchtet wird und von
der dahinter liegenden, nahezu quadratischen Küche
abgetrennt ist. Laube und Küche sind durch eine
Thüre verbunden. Aus der Küche führt durch die
Rückwand eine zweite Thüre in’s Freie, Obwohl
dieses Haus keine durchgehende Laube hat, ist somit
doch ein Weg, der quer durch das Haus führt, offen.
Die Küche wird durch ein Doppelfenster in der dem
Eingange gegenüherliegenden Wand erhellt. Aus der
Küche. die einen offenen Herd. auf dem neben dem
Dreifuss auch ein Feuerross steht, enthält, der an
die Zimmerwand stösst und den Backofen in sich
schliesst, führt ein hölzerner Schlot durch das Dach
in’s Freie.
Bei St steht in der Küche eine Stellage für das
Geschirr, bei WB eine Wasserbank, bei K ein
Küchenkasten und bei B ein Bett für die Magd.
Links vom Hauseingange führt aus der Laube
3>ine Thür in die geräumige Stube. Die Stube hat
nur kleine, fast quadratische Fenster. Zwei davon
licken in der Giebelwand nach Osten und zwei
schauen auf den grossen Hof, Welche Bedeutung das
auf dem Bilde des Hauses in der Frontwand zu
sehende, jetzt vermachte dritte kleine Fensterchen
hatte, vergass ich zu fragen.
Aus der Stube führt eine Thüre durch die Mittelwand
in das danebenliegende „Stüb’l“. Das Stübel
erhält durch drei Fenster, die den Fenstern der
Fig. 136. Plan des Hauses Nr. 3 in Auen (1: 333).
yrossen Stube an Form und Grösse gleich sind, Licht.
Zines davon ist in der Giebelwand, die anderen zwei
sind in der der Thüre gegenüberliegenden Wand anzebracht.
Auffallend ist es, dass sowohl aus der Stube,
als auch aus dem Stübel je eine Thüre direct in die
Küche führt. Beide Stuben können im Winter durch
xinen gemeinschaftlichen Kachelofen erwärmt werden,
ler so angebracht ist, dass er in die Mittelwand,
lie beide Stuben scheidet, eingebaut ist und in beide
Zäume hineinragt. Geheizt wird der Ofen von der
Züche aus. Die Heizöffnung befindet sich über der
Terdoberfläche (vgl. Bd. XXV, S. 121 und 122).
Die Möbel der grossen Stube sind in der allzemein
üblichen Weise angeordnet. In der Ecke,
welche durch jene beiden Wände gebildet wird, in
Jenen sich die Fenster befinden, steht der quadratische
Tisch. An den beiden erwähnten Wänden ziehen sich
ınverrückbare Wände hin. Vor den Seiten des Tisches,
Jlie dem Inneren der Stube zugekehrt sind, stehen
ange, schmale Bänke ohne Lehnen. Unter K, steht
in Kasten. bei B. das Ehebett ıumd bei Tr eine