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Haupttracte des Gehöftes parallel zu einander
und nicht in der Form eines Hakens,
wie dies in der benachbarten Heanzerei
üblich ist, anzulegen.
Dies hat mich das in Rede stehende kleine
Häuschen gelehrt, und ich glaube nicht, dass es
mich irregeführt, denn wenn ich auch aus dieser
Gegend, wie ich schon oben gesagt, kein weiteres
Beispiel dieser Art anführen kann, so habe ich doch
weiter westlich, also tiefer im Steirischen, und zwar
in Gegenden, wo das fränkische Gehöfte bereits in
den Hintergrund tritt, viele Bauernhöfe getroffen.
die eine ganz gleiche Anlage zeigten. Es tritt vielleicht
auch hier wieder der Einfluss des Westens
zur Geltung und ist wahrscheinlich er die Ursache
davon, dass sich die Anlage des fränkischen Gehöftes
in der Steiermark von jener des fränkischen Gehöftes
in der Heanzerei „nicht unwesentlich“ unterscheidet
Erwähnen will ich in Bezug auf das Häuschen
Nr. 12 in Weinberg bei Hartberg noch, dass die Verbindung
der beiden Tracte zu einem geschlossenen
Hofe nur eine sehr lose ist. Vorne ist der Hof nur
durch ein hohes Bretterthor und ein daneben angebrachtes
Eingangsthürchen abgesperrt. An der
Rückseite verbindet die beiden Tracte ein nach dem
Hofe zu offener Schuppen, dessen Dach genau in
derselben Weise zwischen die Dächer der beiden
Tracte eingeschoben ist, wie jenes des Mitteltractes
an der Vorderfront des Hauses Nr. 14 in Sebersdorf
(vgl. Fig. 127).
Küche und Laube sind in dem Häuschen aus
Weinberg in der Weise angeordnet, wie sie in der
Heanzerei als typisch gilt; doch zeigt auch hier die
Küche ein Fenster in der dem Eingange gegenüberliegenden
Wand. Die Wohnstube hat Fenster in sich
gegenüberliegenden Wänden, Gegenüber der Stubenthüre
öffnet sich in der Laube eine Thüre in eine
Vorrathskammer. Der Raum, welcher im Plane mit
„Keller“ bezeichnet ist, ist eigentlich kein Keller.
da er über der Erde liegt; er wird aber als Keller
benützt. Die Fenster, welche in der Vorderansicht
(Fig. 129) an der Kellerwand sichtbar sind, sind
blind. Alles Weitere deutet der Plan, so dass ich
auf Besonderes in der Anlage der Räume des Hauses
hinzuweisen nicht nöthig habe.
Aufmerksam machen will ich aber noch darauf,
dass sowohl dieses Haus als auch das vorbeschriebene
Haus aus Sebersdorf gleich mit Stroh gedeckt sind.
wie die Häuser in der Gegend von Kirchschlag
/s. o. S. 139) und dass sie genau dieselbe Art der
Versicherung des Firstes zeigen, wie die oben S. 140
beschriebene der Strohdächer auf den Häusern von
Schmiedraith. Das Häuschen Nr. 12 aus Weinberg
weist ferner jene eigenartige Absperrung nicht allein
les einen Giebels an der Rückseite des Hauses,
sondern der ganzen Giebelwand durch eine Art
Flechtwerk auf, die mir, worauf ich oben S. 116
hingewiesen, in dem räumlich doch stark fernliegenlen
Orte Stoob bei Oberpullendorf im Oedenburger
Üomitate zuerst aufgefallen ist.
Das Vorstehende des Abschnittes D theile ich also
aus der Gegend der Mittelsteiermark mit, die ich auf
Veranlassung des Herrn Jomann Kranz aufgesucht
habe. Von Sebersdorf führte mich hierauf mein Weg
nach Westen. Ich vermied es wieder, der Landstrasse
nachzugehen, und bog bei Neustift in ein stark ansteigendes
Seitenthal des Safenthales, in das Thal
les Nörningbaches, ein. Dorthin lockten mich insbesondere
die vielen zerstreut liegenden Gehöfte,
worunter ich, nach einem Blicke in die Specialkarte
lieser Gegend zu schliessen, auch fränkische Gehöfte
ınzutreffen hoffte. Ich habe mich darin nicht ge-;äuscht.
Auf dem Wege durch die Unter-Nörning,
)ber-Nörning, Hinterwald und Hochstadl auf Kaibingsberg
zu trifft man keine geschlossenen Dörfer an.
Die Gehöfte liegen zerstreut theils in der Thalsohle,
‘heils in mässiger Höhe über derselben, theils aber
auch hoch auf dem Rücken der vielen Hügelketten
des durch viele Gräben arg zerrissenen Terrains.
Man hat also hier ein Bild vor sich, ganz ähnlich
lem in der oben besprochenen Gegend von Kirchschlag.
Zehn bis dreissig der zerstreut liegenden
Jehöfte bilden eine „Ortschaft“, mehrere Ortschaften
zusammen eine Ortsgemeinde, der ein Ortsvorstand
Bürgermeister) vorsteht. So umfasst die Ortsgemeinde
Yartl, zu welcher die eben genannten Ortschaften
Unter-Nörning, Ober-Nörning, Hinterwald und Hochstadl
gehören, im Ganzen 11 Ortschaften. Ausser
len genannten zählen noch die Ortschaften Hartl,
Kundegraben, Weixelberg, Rohregg, Gfangen, Frauaofen,
Frauhofengraben und Langgraffen hinzu. Die
ganze Gemeinde umfasst 2570 Joch 1064 QuadratxzJafter.
Auf diesem Gebiete liegen 149 Häuser. Es
xommen somit hier 17:9 Joch ä 1600 Quadratklafter auf
einen Besitzer. Das Mittel im Besitze kommt also dem
Besitze des Bauern Salmhofer in Sebersdorf (26 Joch)
nahe, übersteigt den Besitz eines Bauern in den
Gegenden von Oedenburg und Oberschützen wenig
13 Joch), erreicht aber den durchschnittlichen Besitz
eines Bauers von Aigen (30 Joch) nicht