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meine erste Aufgabe sein. Um genau zu erfahren, ın
welcher Gegend das am angeführten Orte abgebildete
Bauernhaus stehe, in welchem Theile der Mittelsteiermark
das fränkische Gehöfte vorkomme, wandte
ich mich, um danach mein Reiseprogramm einrichten
zu können, brieflich an Herrn Jomann Kranz, den
gewiegten Kenner seiner steirischen Heimat. Herı
Kranz war so gütig, mir auf meine Anfrage hin
unter Anderem Folgendes zu sagen: „Ihr Reiseprogramm
betreffend, muss ich Ihnen entschieden
anrathen, in dasselbe auch die Gegend von Fürstenfeld
und Umgebung, namentlich Nord und Ost, einzubeziehen.
Das im Kronprinzenwerke abgebildete
Bauernhaus wurde (wenn ich nicht irre) in Blumau
bei Fürstenfeld vom Künstler aufgenommen.“ Diese
freundliche Aufklärung, für welche ich Herrn Krarxz
auch hier danke, veranlasste mich, wenigstens einen
Theil des angegebenen Gebietes zu durchwandern.
[ch musste mich mit einem Theile des bezeichneten
Gebietes nothgedrungen deshalb begnügen, weil ich
von meinem Wege, der mich in seiner Hauptrichtung
von Osten nach Westen führen sollte, zu weit abgekommen
wäre, wenn ich das ganze Gebiet hätte
durchgehen sollen. Es fiel mir um so leichter, den
Wunsch, das ganze bezeichnete Gebiet zu durchwandern,
aufzugeben, da durch die Abbildung im
Kronprinzenwerke und durch Kranz’ Beschreibung
des typischen Bauernhauses aus Blumau schon
constatirt war, das dieselbe typische Form des Bauernhauses
auch in der näheren nördlichen Umgebung
von Fürstenfeld vorkomme, wie ich sie in weiterer
Entfernung von Fürstenfeld gefunden habe, Die östliche
Gegend von Fürstenfeld ist aber identisch mit
jener, die ich zu Ostern 1894 durchwandert und
von der der Abschnitt „Das Bauernhaus der südlichen
Heanzerei“ meiner Arbeit in BA. XXV dieser
Mittheilungen handelt.
Mein Weg führte mich daher vorerst von Alhau,
wo ich vom heanzischen Boden Abschied nahm, über
St. Johann in der Heide nach Hartberg und von da
bis Waltersdorf, Ueber diese Strecke will ich nun
zuerst berichten.
Ich nahm meinen Weg nach Waltersdorf nicht
durch die Dörfer, die im Thale an der Landstrasse
liegen, welche von Hartberg in südlicher Richtung
nach dem genannten Orte führt, sondern ging über
Habersdorf, Schölbing, Weinberg, St. Magdalena und
Rohrbach den abgelegenen Weg durch die Berge nach
Waltersdorf, darauf rechnend, dass. mir auf diesem
Wege ursprünglichere Formen des Bauernhauses unter
zommen dürften als im belebten Thale, und ich habe
nich in dieser Voraussetzung wohl nicht getäuscht;
Jenn ich glaube nicht, dass mir in den Dörfern an
Jer Landstrasse ein Häuschen untergekommen wäre
wie das, das ich weiter unten beschreibe und unter
Fig. 129—131 abbilde und das mir zur Erklärung
wurde, in welcher Weise sich das fränkische Gehöfte
Jieser Gegend zu der Form entwickelt haben wird,
die es heute dort allenthalben zeigt.
Schon unmittelbar nach dem Ueberschreiten der
ıngarisch-steirischen. Grenze, in St. Johann in der
Heide, fiel mir auf, dass die Gehöfte daselbst ganz
Jasselbe Aeussere aufweisen, das jenes mittelsteirische
Bauernhaus aus Blumau zeigte, welches sich im
3ande „Steiermark“ des Kronprinzenwerkes, S, 149,
abgebildet findet. Ich konnte also voraussetzen, dass
‘ch auf dem ganzen Wege, den ich bis in die Nähe
von Blumau vor mir hatte, dieselbe Hausform finden
werde, und so war es auch. Waren es nicht ganz
xJeine Häuschen, die keinen geschlossenen Hof hatten
ınd die weitaus die Minderzahl in der dortigen
Zegend bilden, so trugen alle Häuser das Gepräge
‚enes Hauses aus Blumau oder dieses Hauses aus
Sebersdorf, dessen Ansicht ich hier unter Fig. 127
wiedergebe, an sich.
Das hier abgebildete Haus gibt also ein Bild der
Vorderansicht des typischen Hauses der ganzen
Gegend von Fürstenfeld bis Hartberg. Der Grundriss
des ganzen Hofes zeigt den des geschlossenen fränkischen
Gehöftes mit dem vollkommen eingeschlossenen
Tofraume und den charakteristischen zwei Thoren,
lem Einfahrtsthore in der Vorderfront und dem gegeniberliegenden
Ausfahrtsthore im Stadeltracte, Da das
Wig. 127 abgebildete Haus Nr. 14 des Bauern Fer-Jinand
Salmhofer, wie bereits erwähnt, ein für die
Gegend grösseres typisches Bauernhaus ist und ich
as, da die Beschreibung eines kleineren Bauernhauses
zus dieser Gegend in Nachstehendem folgen wird,
‘ür überflüssig erachten kann, mehrere grössere Häuser
aus dieser Gegend heranzuziehen, so erwächst mir
ındererseits die Nothwendigkeit, auf die Beschreibung
Jlieses Hauses näher einzugehen. Ich bringe daher
zur weiteren Illustration dieses Hauses unter Fig. 128
lessen Grundriss. Die eingezeichneten Namen der
äinzelnen Räume deuten den Grundriss so weit, dass
ich zur weiteren Erklärung desselben nur wenige
Worte anzufügen habe,
Die Wohnräume der Familie des Bauern liegen
'm südöstlichen Theile des Hauses. An die geräumige
Stube. welche die südöstliche Keke des Hauses ein-