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also zugleich annähernd die Grenze zu bilden zwischen
den beiden verschiedenen Arten der beschriebenen
Strohdächer. Hier will ich auch anfügen, dass sich
von Öberschützen aus nach Westen das Decken der
Dächer mit Stroh nach heanzischer Gepflogenheit
auch nur bis zur Grenze erstreckt. In Buchschachen,
Kitzladen und Alhau fand ich nur Strohdächer
heanzischer Art. Ob schon in St. Johann in der Heide,
dem ersten Orte, den ich auf steirischem Gebiete
passirte, das Strohdach nach Kirchschlager Art gemacht
wird, dessen kann ich mich nicht mehr entsinnen.
Südlich von Hartberg, also in Orten, die
unerheblich weiter von der Grenze abliegen, als St,
Johann in der Heide, dann aber auch tief im Steirischen
stiess ich allenthalben auf die Art des Stroh-Jaches,
wie es sich in Kirchschlag findet. Ich mache
darauf besonders aufmerksam, dass im folgenden
Abschnitte unter Fig. 127, 129, 132, 135 und 143,
(ferner im letzten Abschnitte dieser Arbeit unter
Fig. 145, 147, 150, 153, 155 und 159 Belege nicht
nur für die Kirchschlager Art des Strohdaches, sondern
auch für die Art der Versicherung des Firstes, wie
ich sie in Vorstehendem aus Schmiedraith bekannt
gemacht habe, aus steirischen Orten bringen werde,
welche, die beiden ersten Fälle berücksichtigt, der
ungarischen Grenze nahe, in den drei weiteren Fällen
aber derselben bedeutend ferne und in den sechs
letzten Fällen in einem für sich behandelten Gebiete.
in der Gegend von Vorau, liegen. Also auch nach
Westen hin bildet die Landesgrenze die Grenze des
Vorkommens der beiden Strohdächerarten. Es ist
dies jedenfalls auffallend und bemerkenswerth, umsomehr,
als sich das Gebiet des „heanzisches Stroh-Jaches“
— ich will es vorläufig so nennen, ohne die
Bezeichnung für eine endgiltige halten zu wollen —
nach Westen und Nordwesten mit dem Gebiete, das
der heanzische Dialect (ich ziehe vor Allem das
charakteristische „ui“ in Betracht) nach diesen Richtungen
hin einnimmt, fast vollkommen deckt. Ich
habe die österreichisch-ungarische Grenze auf meinen
Wanderungen dreimal. überschritten: bei Landsee, bei
Kalteneck, bei Alhau und bei Pinkafeld, und ein
fünftes Mal bin ich ihr bei Schmiedraith nahegekommen.
Während in den oben angeführten ungarischen
Grenzorten überall reines Heanzisch gesprochen wird,
schlägt überall in den ihnen zunächst liegenden
Grenzorten auf österreichischer Seite die steirischösterreichische
Mundart an’s Ohr. So in Blumau und
Stang bei Landsee, in Kirchschlag und Ungerbach,
Bernstein und Kalteneck gegenüher, so in Offenegg.
las Schmiedraith so nahe, so auch in St. Johann
in der Heide, das Alhau gegenüber und schliesslich
nn Sinnersdorf, das nahe Pinkafeld an der Grenze
jegt. Die Landesgrenze ist also auf der ganzen be-‚ührten
Strecke fast ganz genau auch die Grenze
für das Gebiet des heanzischen Dialectes.
Die heanzische Mundart und die heanzische Art
des Strohdaches reichen also nach dieser Richtung
gleich weit. Anders verhält es sich mit dem Hause,
wie aus dem Vorstehenden und dem Nachstehenden
arhellt.
D. Wanderung durch die östliche Mittelsteiermark.
Ich komme jetzt auf den Theil meiner Excursion
zu sprechen, den ich von Anfang an als dasjenige
xebiet mir auserkoren hatte, das mir für die Ferien
les Jahres 1895 als das eigentliche Feld meines
Studiums gelten sollte.
Aus dem Nachfolgenden wird nun hervorgehen,
lass die mittlere Oststeiermark Anknüpfungspunkte
gietet im Vergleiche ihrer Hausformen mit denen
ler besprochenen sowohl in Bezug auf die Heanzerei,
als auch auf die Gegend von Kirchschlag und mit
der Gegend um Kirchschlag auch ortweise in Bezug
zuf die Besitzverhältnisse.
Die wirklich staunenswerthe Gleichheit in der
\usgestaltung. des Bauernhauses, wie ich sie auf
zanz grossen Strecken meiner Tour gefunden, bietet
lem Hausforscher in diesem Gebiete wenig Un-»ekanntes
und in Folge dessen wenig Neues zur
Mittheilung.
Ich halte es, bevor ich auf die Schilderung der
rorgefundenen Hausformen übergehe, für nothwendig,
arst die Wege zu kennzeichnen, die ich in der mitteren
Oststeiermark zurückgelegt.
Bd. XXV dieser Mittheilungen, S. 110, verwies
ch auf die Aehnlichkeit des dort unter Fig. 168
nitgetheilten Bildes „Blick in den Hof des Hauses
Nr. 113 in Oberschützen“ mit der Ansicht eines
Tofinneren von einem mittelsteirischen Bauernhause,
Jas sich im Bande „Steiermark“, S. 149, des Werkes
„Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort
ınd Bild“ veröffentlicht und von JomAnn Krainz beschrieben
findet. Aus der Beschreibung sowohl, als
zuch aus der Abbildung ersah ich, dass das fränkische
Gehöfte auch in der östlichen Mittelsteiermark
vorkomme. Das Verbreitungsgebiet des fränkischen
iehöftes in der dortigen Gegend festzustellen. sollte