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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

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gesondert und hat einen separaten Eingang. Früher
wird diese Stube wahrscheinlich mit der zweiten
in Verbindung gestanden sein. Hofseitig führt den
Wohnräumen entlang eine Gräd’n, zu welcher vom
Hofthürl aus mehrere Stufen emporführen. Gegen
den Hof zu ist dieser Gang mit einer gemauerten
Brüstung versehen. Das Dach, welches über den
Gang vorhängt und ihn beschirmt, wird durch vierseitige
 gemauerte Säulen getragen. Der Gang setzt
sich vor dem Stalltract, im rechten Winkel gebrochen.

In Bezug auf das Aeussere mag noch erwähnt
werden, dass dieser Hof mit Schindeln gedeckt ist.
Alle anderen Höfe, die ich in dieser Gegend aufzenommen
 habe, waren mit Stroh gedeckt. Gleich
ıach dem Ueberschreiten der Grenze bei Landsee
ijel mir aber auf, dass die Strohdächer hier anders
ıergestellt werden, als in der Gegend von Oedenburg
ınd in der Heanzerei. Bd. XXV, S. 96, erwähnte ich,
lass der Heanze das Decken der Dächer mit Stroh
meisterhaft verstehe. Die Häuser erhalten durch die

Fig. 125. Der Freiler-Hof in Aigen bei Kirchscus:

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Fig. 126. Plan zum Freiler-Hof in Aigen (1 : 480).

fort. Dieser zweite Theil wird durch das Dach nicht
überragt. Es fehlen hier somit Säulen und auch die
Brüstung. Neben dem Hofthürl führt ein mächtiges
Thor, durch das die grössten Getreidefuhren einfahren
können, in die Einfahrt. Die Tenne hat zwei grosse
zweiflügelige Thore, eines gegen den Hof, das andere
in der Rückwand. Der Raum, der die nordöstliche
Ecke des Hofes einnimmt und heute durch Bretterverschläge
 in eine Futterkammer und in zwei Kammern
 getheilt ist, war ehedem ein Raum und wurde
als Kälberstall benützt. Alles Weitere erklärt der
Plan.

A\bstufungen im Dache, welche der Heanze besonders
in der Abwalmung an der Giebelseite des Hauses
ınzubringen pflegt, geradezu einen Schmuck, der
ich vortheilhaft von den anderen eintönigen glatten
Flächen des Daches abhebt. Ein Blick auf die unter
tig. 141, 143, 147, 151, 152 und 159 in Bd. XXV
ıbgebildeten Häuser wird dies bestätigen. Wenn ich
von diesem Schmuck im Hinblicke auf das Strohdach
ler Gegend von Kirchschlag auch nicht sprechen
zann, so muss ich doch sagen, dass der Bauer des
südöstlichen Niederösterreich sein Haus nicht minder
meisterhaft mit Stroh zu decken versteht. wie sein
            
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