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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

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nimmt. Die Stube hat vier Fenster. Zwei davon
blicken durch die Giebelwand nach Osten, eines
nach Norden und das vierte schräg davon gegenüber
nach Süden in den Hof, Die Ausstattung der Stube
ist fast dieselbe, wie im vorbeschriebenen Hause
Der Tisch steht wieder in der Ecke. Ihn umgibt
von zwei Seiten die stabile Bank. In der Nähe des
Backofens ist das Ehebett der jungen Bauersleute,
Bei Zr, und Tr, stehen eine grössere und eine
kleinere Truhe. In der Ecke hinter dem Tische steht
ein dreiseitiges Wandschränkchen auf der Bank. Ueber
dem Schränkchen ist ein Hausaltar angebracht.

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Fig. 123. Plan zum Hanse Nr. 15 in Aigen (1 : 480).

Aus der grossen Wohnstube führt eine Thür in
aine „Nebenstube“, Um diese Nebenstube ist das
Haus reicher als das beschriebene des Bauern Reithofer.
 Diese Stube hat wieder Fenster in gegenüberliegenden
 Wänden. Nach Osten sehen zwei Fenster
und eines in den Hof. Die Einrichtung der Stube
besteht aus folgenden Möbeln: bei Co steht eine
Commode („Schubladkasten“), bei K,, K, und K,
befinden sich Kleiderkästen, ein gestrichener aus
weichem und zwei polirte aus hartem Holze. 5,
zeigt die Stelle an, wo das Bett der Stiefschwester
des Bauern steht. Diese Stube hat keinen Ofen;
sie kann also nicht geheizt werden. Unter beiden
Stuben liegt ein Keller.
Aus der grossen Stube führt eine zweite Thür
in das Vorhaus. Es bildet einen rechten Winkel und

ımschliesst von zwei Seiten die Küche. Ob das Vor-1aus
 immer diese Gestalt hatte oder ob es erst
Jurch eine Verkleinerung der Küche den zweiten
schmäleren Arm, durch den ein directer Verkehr aus
lem Hofe durch den Wohntract in’s gegenüberjegende
 Freie möglich ist, erhalten hat, konnte ich
nicht ergründen. Aus dem Vorhause führt bei @ eine
Stiege auf den Dachboden. Unter der Stiege ist
bei b ein Verschlag für die Hühner angebracht. Bei
K.K. steht ein Küchenkasten und bei & eine Geschirrstellage.

Die Einrichtung der Küche entspricht ganz der
Küche im Bleyer-Hofe. An der gleichen Stelle wie
dort steht auch hier der offene Herd H. Im gemauerten
 Herdkörper ist ein Hohlraum, der sich
nach vorne öffnet, ausgespart; er dient als Aschenzrube.
 Im Schöllhofe, Besitz der Frau Erny Eltz,
sewohnen Hühner, die Eigenthum der Dienstboten
sind, welche das Haus beherbergt, einen in gleicher
Weise ausgesparten Herdkörper. Es wird dies früher
auch hier der Fall gewesen sein. Oberhalb der Herd-»berfläche
 gewahrt man zwei Ofenlöcher, wovon das
inksseitige dem Backofen, das rechtsseitige dem
Kachelofen angehört. Bei Ke ist in der Ecke wieder
an Kessel eingemauert. Auf dem Herde sah ich
ainen runden und einen dreieckigen Dreifuss und
an Feuerross. Letzteres mag annähernd die Form
les bei Muzrınere, Bd. XXI dieser Mittheilungen,
3. 138, Fig. 165, abgebildeten schematischen Feuerrosses
 gehabt haben. Der rechte Bügel war oberhalb
les Zackens abgebrochen. Die Küche steht mit dem
Vorhause durch eine Thüre in Verbindung. Gegeniber
 der Thüre ist ein Fenster.
Vom Vorhause gelangt man durch eine Thüre,
Jie der Thüre, welche in die grosse Wohnstube
“ührt, gegenüberliegt, in die Ausnehmerwohnung.
Sie besteht aus drei Räumen, die wohl aus einem
Raume entstanden sein mögen. Die drei Räume sind
aäine Stube, eine Kammer und eine Speisekammer
In dieser Stube sind die Betten der Ausnehmer B,
ınd B,, ferner eine kleine Kleidertruhe 77, und
ine grosse Mehltruhe 7Z7,. Tisch steht in dieser
Stube keiner, da die alten Leute am Tische in der
zrossen Wohnstube mitessen.
Im Sommer wird übrigens im Hofe gegessen.
Von der Thüre, durch welche das Vorhaus vom Hofe
aus betreten wird, steht ein hüttenartiger Bau aus
Holz. Derselbe ist in zwei Theile geschieden; der
eine Theil ist eine Zeugkammer, der andere ist gegen
das Haus zu offen und führt den Namen „Sommer-
            
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