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Der Stöff’l-Jäck’l-Hof ist nun noch grösser. Die
Wohnstube misst 8 m in der Länge und 7 m in der
Breite. Das Haus selbst ist 39'5 m lang und 255 m
breit. Dem gegenüber hebe ich hervor, dass das
grösste Bauernhaus, das ich in der Heanzerei aufgenommen
habe, nur 28 m in der Länge und 24 m
in der Breite mass (vgl. den Plan des Hauses Nr. 60
aus Überschützen, Fig. 163. S. 107, Bd. XXV dieseı
Mittheilungen).
Die Besitzer des Hofes sind Johann und Marie
Bauer, ein junges Ehepaar, das erst seit zwei Jahren
verheiratet ist und erst seit dieser Zeit den Hof
besitzt. Der junge Bauer, der so wie seine Frau
33 Jahre zählt, hat den Hof von seiner Mutter Anna
Maria Ungerböck, die diesen Namen in zweiter Ehe
erhielt, übernommen. Die beiden Alten — der Stiefvater
ist 63. die Mutter 61 Jahre alt — leben in der
Fig. 122, Haus Nr. 15 in
Ausnahme. Im Hause ist noch die 21jährige Stiefschwester
des jungen Bauern, Marie, welche aus der
zweiten Ehe der Mutter stammt. Wenn sie heiraten
wird, ist der junge Bauer verpflichtet, ihr eine Mitgift
von fl. 2000 zu geben. So viel erhielt auch die
ältere Schwester des Bauern bei ihrer Vermählung
mit einem Bauern aus der Nachbarschaft. Die junge
Bäuerin erhielt mehr von ihrem Vater. Sie brachte
nämlich ihrem Manne fl. 3000 in’s Haus.
Obwohl die alten Leute den jungen in der Wirthschaft
noch wacker mithelfen, so ist die Familie
allein doch nicht im Stande, das grosse Gut zu bearbeiten;
der junge Bauer ist daher auf die Mithilfe
von Dienstboten angewiesen. Er hält deren vier:
einen Knecht, dem er fl. 60 Jahreslohn zahlen muss.
dann eine Magd im Alter von 40 Jahren (es ist dies
eine „schwachsinnige Person“), die jedoch ihre Arbeit
ganz gut verrichtet. ausserdem zwei „Buben“. Deı
ne ist 16 Jahre alt und dient als „Ochsenhalter“,
ler andere ist 12 Jahre alt. und „Kuhhalter“. Beide
stehen nur während der Zeit vom Palmsonntag
is Allerheiligen im Dienste. Der ältere Hirte bekommt
für diese Zeit fl. 16, der jüngere fl. 12, dazu
Jeder 1 Paar Stiefel, 1 Hut, 1 Herd, 1 Leinenhose
und 1 Schürze. Im Sommer schlafen die Knechte im
Stadel, im Winter im Ochsenstall. Die Magd schläft
im Sommer in der Kammer, im Winter im Kuhstall.
Unter Fig. 122 bringe ich nun das Bild des
Hofes Nr. 15 und unter Fig. 123 den Plan dazu.
Aus der Ansicht des Hofes ist zu ersehen, dass
lie beiden Tracte, der nördliche und östliche, die
las Bild zeigt, aus Mauerwerk aufgeführt sind. Das
Material ist Stein. Der westliche und südliche Tract
sind roher Blockbau. Gedeckt sind alle vier Traete
mit Stroh. Eine Verschmelzung der Dächer findet
Aigen bei Kirchschlag
nirgends statt. Das grosse Einfahrtsthor befindet
sich im gemauerten Osttract. Im Thore selbst ist
sine Thüre angebracht. Ausserdem befindet sich links
neben dem Thore noch eine zweite Thüre, das „Hof-“hürl“,
Diese Hauptfront des Hauses ist durch senkechte
Linien in vier Felder getheilt, wovon das
zrösste, das zugleich die Giebelseite des Wohntractes
ist, spärliche Flachornamente zeigt. Das Kreisrund
zwischen dem ersten und zweiten Fenster dürfte
ahedem einen Haussegen eingeschlossen haben. Heute
ist das Feld leer.
Links aufwärts vom Hofthürl sind zwei blinde
Fenster sichtbar. Senkrecht über dem Hofthürl und
über dem Thore sind zwei kleine Fensteröffnungen
zu sehen. Sie versehen einen Schüttboden mit Luft
ınd Licht.
Aus dem Plane geht hervor, dass die grosse
Wohnstube die nordöstliche Ecke des Hauses ein-