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selben annähernd ein Bild machen, wenn man den
Grundriss der Bauernhäuser Nr. 133—136 in Wandorf
bei Oedenburg (siehe Bd. XXIV, S. 129) und
das Bild: „Eingang des Dorfes Tobaj bei Güssing“
(siehe Bd. XXV, S. 98) sich besieht. Mit Rücksicht
auf die letzterwähnte Illustration bin ich gezwungen,
zu betonen, dass mir Blockbauten, wie sie dieses
Bild zeigt und wie sie im südlichen Theile der
Heanzerei häufig vorkommen, südlich von Oedenburg
bis Güns nicht untergekommen sind. Das Baumaterial
bilden hier fast ausschliesslich Ziegel.
Die innere Ausgestaltung des Hauses ist auch
allenthalben dieselbe, wie sie aus meiner Beschreibung
der Bauernhäuser um Oedenburg und in der südlichen
Heanzerei bereits bekannt ist. Der Eingang
in die Wohnräume befindet sich in der dem Hofe
zugekehrten Längsseite des Hauses. Man betritt die
kleine Laube („Lab’m“, ortweise auch das „Vorhaus“
zenannt), von der durch eine Mauer, in der ein
grosser Bogen ausgespart, die Küche abgetrennt ist,
und rechts und links von Laube und Küche liegen
Jie beiden „Stuben“, Wir haben auch hier also eine
der untersten Stufen der Entwicklung in der Ausgestaltung
des oberdeutschen Hauses vor uns. Das
Darbieten des Grundrisses eines Hauses aus dieser
Gegend wäre nahezu eine Wiederholung von Zeichnungen
aus meinen früheren Arbeiten. Ich enthalte
mich derselben und verweise zum Zwecke der Versinnlichung
der Ausgestaltung des Wohnhauses in
dieser Gegend auf die Fig. 82, Bd. XXIV, und zur Veranschaulichung
der Eintheilung eines ganzen Gehöftes
auf die Fig. 142 in Bd. XXV dieser Mittheilungen.
Auch in Bezug auf die Ausstattung der Wohnräume
in den Bauernhäusern südlich von Oedenburg
bis zur Güns vermag ich keine wesentlichen Unterschiede
von der Einrichtung des Hauses um Oedenburg
hervorzuheben. Man trifft hier wie dort dieselben
Möbel, dieselbe Einrichtung der Küche und
Jieselben Haus- und Küchengeräthe.
Bd. XXYV, S. 122, hebe ich hervor, dass sich das
Geräth, mittelst dessen im heanzischen Hause beim
Kochen im Winter die Töpfe in den Kachelöfen an’s
Feuer gestellt werden, von dem unterscheidet, das
in der Gegend von Oedenburg gebraucht wird. Dort
ist es der Bd. XXV, Fig. 173, abgebildete Ofenwagen,
hier die ebendort Fig. 174 wiedergegebene OÖfengabel.
Südlich von Oedenburg bis zur Güns wird nun auch
nicht der Ofenwagen, sondern die OÖfengabel gebraucht.
Als weiteres unterscheidendes Merkmal am
Banernhause der Heanzerei von dem in der Gegend
ron Oedenburg erwähnte ich Bd. XXV, 5. 120, die
Zingangsthüre zur Laube. Hier ist es eine Doppel-‘hüre,
die sich Bd. XXIV, S. 121, näher beschrieben
indet, dort eine wagrecht zweigetheilte Thüre, die
3d. XXV, Fig. 171, abgebildet ist. Von der Gegend
‚üdlich von Oedenburg bis zur Güns hebe ich, darauf
Zezug habend, hervor, dass die Doppelthüre der
Jegend von Oedenburg hier zwar vorherrscht, dass
ch aber die zweigetheilte Thüre, wie ich sie aus
jer Heanzerei beschrieben, auch, und zwar im südichsten
Theile dieses Gebietes, das also der Hean-‚erei
am nächsten liegt, nämlich in den Orten
Dörfl, Piringsdorf und Lockenhaus an alten Häusern
beobachtet habe,
Als Curiosum aus der Heanzerei beschrieb ich
34. XXV, S. 124, den aus der Nabe eines Wagenrades
hergestellten Mohnmörser, von dem ich a. a. O, unter
Tig. 177 ein Bild gab. Diese Art von Mohnmörsern
st weder um Oedenburg, !) noch in den südlich davon
ijegenden Dörfern bekannt, doch fand ich neben den
zJeinen gedrehten hölzernen Gewürz- und Salzmörsern
auch grosse hölzerne Mohnmörser. Sie waren
zus dem Stücke eines Baumstammes gemacht. Man
zerwendet gewöhnlich Kirsch-, Aepfel-, Birnen- oder
Zwetschkenholz, also sehr harte Holzarten. Der
;twa 60—70 cm hohe Holzklotz wird durch den
Schmied mit einem glühenden Eisen ausgebrannt.
Die Rinde wird vom Holze nicht entfernt. Zum
Stossen des Mohnes verwendet man nicht, wie in
Jer Heanzerei, den Stiel einer Hacke, sondern einen
3igengeformten Stössel, den sich der Bauer selbst
ınfertigt und den er an seinem unteren Ende durch
len Schmied beschlagen („ringeln“) lässt. KEinen
solchen Mörser habe ich im Hause Nr. 24 des Johann
Zneiss in Dörfl für das k. k Hofmusenm in Wien
angekauft.
Eines unterscheidenden Merkmales aus der Gegend
ım Oedenburg und der Heanzerei von der Gegend
‚üdlich von Oedenburg muss ich noch gedenken. Es
zehört dieses Merkmal nicht zum Hause selbst,
sondern bezieht sich auf die Umzäunung der Hoftätte.
Dass Zäune im westlichen Theile Ungarns
fast nur zum ÄAbschliessen der Hofstätte verwendet
werden. habe ich bereits Bad. XXV. S. 152. erwähnt.
1) Ich hielt diese aus einer Radnabe erzeugten Mörser
für eine heanzische Specialität und war daher sehr erstaunt,
zelegentlich eines leider nur sehr flüchtigen Besuches des
Wiener „Museums für österr. Volkskunde“ dort unter der
Nr. 1207 einen aus Gottschee stammenden ähnlichen Mörser
zu finden. der ebenfalls aus einer Radnabe gefertigt war.