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schliessen, fand ich schliesslich bei den Häusern aus
Perestö und Handlova. Ihre Pläne zeigen die Fig. 99
and 101.
Aehnlich sind, wie mir der Hüter des siebenbürgisch-sächsischen
Hauses sagte, auch die Höfe
der Sachsen ausgestaltet. Die Stallgebäude liegen
auch quergebaut und mit dem Hause verbunden,
doch schliessen sie die Scheune nicht in sich. Dieselbe
liegt, wie bei den vorher besprochenen Häusern.
hinter den Ställen im Scheunengarten,
Eingangs des vorstehenden zweiten Abschnittes
der vorliegenden Arbeit sagte ich, dass sich aus
dem, was ich über das Aeussere der Häuser im
Ausstellungsdorfe, über die innere Ausstattung derselben,
über einzelne Hausgeräthe und schliesslich
über die Wirthschaftsgebäude im Allgemeinen
mitzutheilen vermag, Schlüsse von nicht geringer
Bedeutung werden ziehen lassen. Ich will nun trachten,
diese Schlüsse aus dem im zweiten Theile Gesagten
abzuleiten.
Das Material, aus denen die Häuser des ethnographischen
Dorfes erbaut waren, war kein einheitliches.
Wie überall, werden auch in den verschiedenen
Gegenden Ungarns die Häuser zumeist aus dem
Material errichtet, das am nächsten liegt, also am
billigsten kommt. In holzreichen Gegenden trifft man
Holzbauten an, in steinreichen Gegenden Steinbauten
and dort, wo Holz und Stein fehlt, werden die
Häuser aus Ziegeln oder einfach aus Lehm erbaut.
Aus der eben durchgeführten Zusammenstellung geht
z. B. hervor, dass in den verschiedensten Theilen
Ungarns sich sowohl Deutsche, als‘ auch Magyaren,
Wenden, Slovaken, Ruthenen und Rumänen Häuser
aus Holz erbauen.
Dieselbe Thatsache lässt sich nun auch feststellen
in Bezug auf das Material, aus welchem die Dächer
der Häuser im Ausstellungsdorfe hergestellt wurden.
und auch hinsichtlich der Formen der Dächer habe
ich nachgewiesen, dass dieselben, soweit sich nach
den im Ausstellungsdorfe gesammelten Erfahrungen
schliessen lässt, sich an kein Haus irgend eines bestimmten
Volksstammes binden. Das Dach mit der
kurzen Abwalmung an der Giebelseite (Halbwalm,
Schopf) ist in Ungarn eigen deutschen, magyarischen,
zlavischen und rumänischen Häusern. Volle Walmdächer
(Ganzwalm) hatten im _ethnographischen
Dorfe nur vier Häuser. Es ist auffallend genug, dass
ıedes dieser Häuser von Angehörigen vier verschiedener
Volksstämme bewohnt wurden. Es war
las eine Haus ein magyarisches (Kalotaszeg), das
zweite ein ehemals deutsches (Toroczk6), das dritte
ein rumänisches (Fels6ö-Szälläspatak) und das vierte
ein ruthenisches (Vereczke).
Weder im Material, aus dem die Wände
oder das Dach der Häuser in Ungarn hergestellt
werden, noch in der Dachform sind
demnach nationale Eigenheiten zu erblicken.
Dagegen muss hervorgehoben
werden, dass keines der Häuser im Ausstellungsdorfe
ein Flachdach hatte. Das
Steildach bildet daher eine Eigenheit des
Bauernhauses in Ungarn.
Vom Säulengang habe ich dasselbe
bereits oben ausgesprochen. Er bildet,
soweit sich aus dem im ethnographischen
Dorfe Erfahrenen überblicken lässt, ein
Sharakteristicum für das ungarische
Bauernhaus, ohne dass er zur Eigenart
des Hauses eines Volksstammes gerechnet
werden könnte.
Dieser aus den im Ausstellungsdorfe gesammelten
Erfahrungen abgeleitete Schluss wird wohl unumstösslich
sein.
Die Lage der Wohnhäuser im Hofe und
zur Strasse scheint im grössten Theile
des Landes die gleiche zu sein. Eine Ausnahme
in seiner Lage zur Strasse und im Hofe
nahm unter den Häusern im Ausstellungsdorfe nur
das Haus aus Vereczke ein.
Die Lage der Wirthschaftsgebäude
Ställe und Scheunen) ist in den verschiedenen
Gegenden des Landes eine verschiedene;
sie ist in vielen Gegenden erst
mxoch zu erforschen, doch werden sich wohl
auch aus der charakteristischen Lage der
Wirthschaftsgebäude zum Wohnhause
Schlüsse in Beziehung auf nationale
Eigenthümlichkeit — soweit sich aus
nach dem durch das ethnographische
Dorf Gebotenen folgern lässt — nicht
ziehen lassen.
Die Geräthe des Hauses in Ungarn
scheinen mit denen des oberdeutschen
Hauses im Allgemeinen übereinzustimmen.
Die weite Verbreitung nur zweier derselben, des
Feuerrosses und der Tellerrem, unterstützt schon
liese Annahme.