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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

108 —

kleines Gärtchen. In weiter Entfernung davon lag
in der hinteren rechten Ecke das Stallgebäude
Seine Längenachse war der des Wohnhauses parallel,
Der Stall lag also vom Hause rückwärts schräg
nach rechts im Hofe. Nach der Versicherung des
Hüters müsste der Stall unmittelbar an das Gärtchen
anschliessen, also dem Hause direct gegenüberliegen.
Eine Scheune fehlte im Hofe, da sie nicht mehr
Raum gefunden. Der Hüter sagte mir, dass sie den
Hof nach rückwärts abschliesse. Sie sei jedoch nicht
quergebaut, sondern erstrecke sich in ihrer Länge
nach rückwärts. Vor ihr liegt der Platz zum
Dreschen.
Häuser, bei denen der Stall so wie beim Hause
aus Büd- Szt. Mihäly parallel zu liegen kommt, fand
ich im Ausstellungsdorfe vertreten aus dem Kalotaszeg.
aus Toroczk6ö, Kornyereva und Zebeczke. Bei den
Häusern aus dem Kalotaszeg, aus Toroczk6ö und
Kornyereva fehlte eine Scheune, Sie ist bei allen
diesen Häusern, wie mir die Hüter sagten, freistehend
 und schliesst den Hof nach rückwärts querliegend
 ab. In Zebeczke sind Wohnhaus und Stallgebäude
 durch die angebaute querliegende Scheune
verbunden, Das Gehöfte hat Hufeisenform und nähert
sich der Form des fränkischen Gehöftes,
Den zweiten Fall, der, wie ich erwähnte, angelegt
 war, irrezuführen, bildete der Hof aus Szt.
Gaäl. Hier lag das Wohnhaus wieder, mit dem Giebel
zur Strasse gekehrt, in der linken vorderen Ecke
der Hofstätte, Das Stallgebäude war hinter dem
Hause in der rechten Ecke des Hofes querliegend sc
aufgestellt, dass es den Hof nach rückwärts abschloss.
 Der Hüter, Gabriel Hegyi, sagte mir jedoch,
dass dies falsch sei. An das Haus schliesst sich in
gerader Linie erst eine Kammer, dann der Stall an.
Die Scheune liegt vom Hause getrennt auer hinter
lemselben.
Weitere solche Häuser, bei denen die Ställe in
gerader Linie mit den Häusern verbunden standen.
waren die Häuser aus Somos und aus Kis-Hartyän.
Beim slovakischen Hause aus Somos fehlte die
Scheune. Beim Palöczen-Hause aus Kis-Hartyän ist
die Scheune mit dem Hause im rechten Winkel verbunden.
 So: wie beim Paldezen-Hause sollen, wie mir
der Hüter sagte, auch die Ställe und Scheunen im
Metzenseifener Hause angeordnet sein,
Im Hause aus Gr.-Jecsa (s. den Plan Fig. 103)
und im Hause aus Szegvär (s. den Plan Fig. 97)
sind von den Ställen nur die Pferdeställe dem Hause
angegliedert. Die Kuhställe befinden sich in eigenen

ebäuden, welche querliegend den Hof nach rückwärts
 abschliessen.
In Fig. 97 biete ich nicht allein den Plan der
Wohnräume, sondern den Situationsplan der ganzen
Tofstätte des Bauernhauses aus Szegvär. Pf-St, ist
ler Pferdestall, der sich der hinteren Stube anschliesst.
Seine Frontseite liegt mit der des Hauses nicht in
ner Linie. An den Pferdestall schliesst sich ein
Wagenschuppen Sch. an. K.-St. ist der Kuhstall,
Ka, eine Kammer, in der Lebensmittel untergebracht
werden. Schw., und Schw., sind Schweineställe. In
Schw., werden die Zucht- und in Schw. die Mastıchweine
 gehalten. Dem Wohnhause gegenüber liegt
an kleines Gebäude. Dasselbe ist in zwei Theile
zetheilt. Ku. ist eine Hütte, die auf gemauerten
Sockeln ruht. Durch die aus Latten gebildeten Gitterwände
 kann die Luft frei durchziehen. Man hängt
larin die Kukuruzkolben auf. G.-K. ist die Getreidesammer.
 Unter ihr ist ein Keller, in dem während
ler warmen Jahreszeit die Milch untergebracht wird.
Im Vordergrunde des Hofes liegt unter B. der
3runnen und vor demselben, bei Tr. der Brunnen-;rog.
 In der vorderen rechten Ecke des Hofes ist
auf einer Holzsäule der achtseitige Taubenschlag T.
angebracht.
Eine andere Lage nehmen die Ställe bei folgenden
‚eben Häusern ein: bei den Häusern aus Mezökövesd,
telsö-Szälläspatak, Czik-Szt. Domonkos, Jäsz-Apäthi
ınd Csököly, Hier lagen alle Ställe in besonderen
reistehenden Gebäuden. Diese schlossen den Hof
ıach rückwärts quer ab. Bei den Häusern aus
Velsö-Szälläspatak, Csik-Szt. Domonkos und Csököly
ichloss das Stallgebäude auch die Scheune in sich.
3ei den Häusern aus Mezökövesd, Gr.-Jäcsa, Jäsz-\päthi
 und Szexvär fehlte die Scheune. Sie liegt
:ückwärts in grösserer Entfernung im Scheunengarten.
fine solche grössere Scheune hat neben der kleinen
Scheune, die mit dem Stalle in Verbindung steht,
auch das Csökölyer Bauernhaus. So sagte mir der
Tüter. Im Ausstellungsdorfe fehlte die grosse Scheune.
Sie dient zur Aufnahme des Futters, das im Spätahre
 für den Winter eingeheimst wird und heisst
„teli takarmänyos pajta“, zu deutsch: Scheune für
las Winterfutter; die andere, welche mit dem Stalle
in Verbindung steht, heisst „nyäri takarmänyos
oajta“, zu deutsch: Scheune für das Sommerfutter.
Zwischen beiden Scheunen liegt der „szürü“, der
Dreschplatz,
Querliegende, doch mit dem Hause verbundene
Stallgebäude, die zugleich die Scheunen in sich
            
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