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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

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Hölzerne Wohnhäuser waren im Ausstellungsdorfe
vertreten aus Handlova im Comitate Neutra, aus
Perestö im Comitate Eisenburg, aus Somos im
Comitate Säros, aus Vereczke im Comitate Bereg,
aus Toroczk6 im Comitate Torda-Aranyos, aus dem
Kalotaszeg im Comitate Klausenburg, aus Felsö-Szälläspatak
 im Comitate Hunyad und aus Csik-Szt.
 Domonkos im Comitate Csik.
Unter diesen Häusern sah man es nur dem deutschen
 Hause aus Handlova, dem magyarischen aus
Toroczkö, dem rumänischen aus Felsö-Szälläspatak
and dem ruthenischen aus Vereczke auf den ersten
Blick an, dass es Holzbauten waren. Alle anderen
der erwähnten Holzbauten waren aussen und viele
auch innen mit Lehm verschmiert und mit weisser
Thonerde oder mit Kalkmilch geweisst. Die Hüter
der Häuser aus Toroczk6ö, Felsö- Szälläspatak und
Vereczke sagten . mir übrigens, dass man in ihren
Gegenden gegenwärtig alle Häuser in der angedeuteten
Weise verputzt. — Bei den Häusern aus Toroczkö
and Felsö-Szälläspatak beginnt übrigens der Holzbau
erst etwa 1m über der Erde. Die Grundmauern
dieser Häuser waren aus Stein.
Steinerne Häuser standen im Ausstellungsdorfe
nur zwei. Es waren dies das sächsische Haus aus
Schellenberg und das magyarische Haus aus Szt.
Gaäl im Bakonyer Walde. Der Hüter des Csänyö-Hauses
 sagte mir, dass in seiner Heimat die alten
Häuser auch aus Stein erbaut seien. Jetzt erbaue
man die Häuser jedoch stets aus Ziegel. da Stein
für zu kalt gehalten werde.
Ziegelbauten waren die deutschen Häuser aus
Jöcsa und Metzenseifen, die magyarischen Häuser aus
Jäsz-Apäthi, Szegvär, Hötfalu und Kis-Hartyän, ferner
das serbische Haus aus Czrepälya, das bulgarische
ans Vinga und das rumänische aus Kornyereva.
Aus ungebrannten Ziegeln, denen in der Regel
Spreu beigemengt wird, war erbaut das magyarische
Haus aus Büd-Szt. Mihäly im Comitate Szabolcs,
und Lehmbauten waren die magyarischen Häuser aus
Zebeczke im Comitate Zala, aus Csököly im Comitate
Somogy, das Matyö-Haus aus Mezökövesd ım Comitate
Borsod und das sokaczische Haus aus Szantova
ım Comitate Bäcs-Bodrog.
Der Hüter des Hauses aus Csököly, Franz Korcz,
erklärte mir die Art und Weise der Aufführung des
Lehmbaues in seiner Heimat. Da ich annehmen darf,
dass diese Art des Lehmbaues weiteren Kreisen
ahenso unbekannt sein wird. wie sie mir bis dahin

ınbekannt war, will ich deren Beschreibung hier
inflechten.
Es wird vorerst das Gerippe des Hauses aufzestellt,
 wie bei einem Riegelwandbau. In einzelnen
jegenden pflegt man die durch das Gebälke gebildeten
Telder mit Aesten oberflächlich zu verflechten, um
Jem Lehm besseren Halt zu verleihen. In anderen
Gegenden unterbleibt dies. Der Lehmteig erhält einen
Zusatz von Stroh. Das Stroh wird mit dem Lehm
Jadurch gut vermengt, dass man das Gemenge durch
Sferde, die man darin im Kreise herumführt, treten
lässt. Das Ausfüllen der Felder geschieht nun in der
Neise, dass man den mit Stroh vermengten Lehm-‚eig
 mittelst Schaufeln von innen und aussen
sleichzeitig anwirft. Auf Glätte wird dabei nicht
zesehen. Ist der Bau nach etwa einer Woche so
weit getrocknet, dass die Wände nicht mehr weich
ınd auch noch nicht allzu hart sind, so werden die
Wände von aussen und innen mit einer an den
Kanten scharf geschliffenen Schaufel glatt behauen.
Ist dies geschehen, werden die Wände mittelst Lehmteig
 und mit Hilfe des Reibbrettes noch weiter geglättet
and schliesslich nach einiger Zeit, wenn der Bau
zut ausgetrocknet ist, mit Kalkmilch geweisst. Diese
\rt des Lehmbaues führt den bezeichnenden Namen
‚fecskerakäs“, zu deutsch etwa: Schwalbenbau.
Ebenso verschieden, wie das Material, aus dem
Jie Häuser erbaut wurden. war auch das Material der
Jächer.
Strohdächer hatten die magyarischen Häuser aus
5sököly und Zebeczke, das deutsche Haus aus Handova,
 das wendische aus Perestö, das slovakische aus
Somos und das ruthenische aus Vereczke
Dächer aus Rohr oder Schilf besassen die magyarıschen
 Häuser aus Szegvär, Mezökövesd und Büd-3zt.
 Mihäly, das bulgarische Haus aus Vinga und
Jas sokaczische Haus aus Szantova.
Schindeldächer wiesen auf die magyarischen Häuser
zus Toroczkö, aus dem Kalotaszeg, aus Jäsz-Apäthi
ınd aus Csik-Szt. Domonkos, dann das deutsche Haus
zus Metzenseifen und die rumänischen Häuser aus
Felsö-Szälläspatak und Kornyereva.
Ziegeldäücher hatten die magyarischen Häuser aus
Mezökövesd, Kis- Hartyän, Szt. Gaäl und Hetfalu,
Jann die deutschen Häuser aus Gr.-Jecsa und Schellenerg
 und schliesslich das serbische Haus ans Czreoälya.

Mannigfaltig war auch die Form der Dächer.
Die einfachste Dachform, ein schlichtes Satteldach
bei senkrechten Giebelwänden, zeigten die Häuser
            
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