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Kleider, Auch werden „Hutsch’n“, d. s. Schaukeln,
daran befestigt, die die Stelle der Wiegen vertreten
Aus dem Vorhause führt eine Thüre in die
„vordere Kammer“ und aus der Küche eine in die
„hintere Kammer“, Diese beiden Kammern sind
Vorrathskammern,
Vorrathskammern sind auch die beiden Räume.
die im Öbergeschosse über diesen Kammern liegen.
Man nennt die eine die „vordere obere Kammer“
und die andere die „hintere obere Kammer“.
Der Raum, der über Küche und Vorhaus liegt,
ist im Obergeschoss ungetheilt und heisst der „obere
Gang“. In der Mitte desselben mündet die hölzerne
Stiege nach aufwärts. Die Stiegenöffnung ist mit
ainem Gitter aus Holzstäben umschlossen; man heisst
es den „Stiegenschranken“.
Aus dem oberen Gang führen zwei Thüren nach
vorne in zwei nebeneinanderliegende Kammern, in
die „vordere obere Stubenkammer“ und in die „hintere
obere Stubenkammer“, Wie schon ihre Namen sagen,
sind es zwei Wohnräume. Jede der beiden Kammern
sah ich ausgestattet mit einem Bette und einer Truhe.
„Hier oben,“ sagte mir der Hüter, „wohnen die
Alten, wenn sie in den ‚Brotvierteln‘ leben. Sie ernalten
Geld und Naturalien von den Jungen.“
Im „Allgemeinen Katalog der Millenniums-Landesausstellung“,
Heft XXI, las ich S. 19 von den Bewohnern
Krickerhäus Folgendes: „Die deutschen
Bauern der Gemeinde Handlova sind das interessanteste
Völklein deutscher Zunge im Lande, denn
sie leben noch in Hausgemeinschaften. In Beziehung
auf Wohlstand sind sie das directe Gegentheil deı
(reichen) Jecsaer Schwaben. Im Sommer ziehen sie
als Feldarbeiter und Gärtner in’s Alföld, nur den
Winter über sind sie daheim. Alle Angehörigen der
Hausgemeinschaft erhalten ihre Aufträge vom Familienoberhaupte,
dem Alle, als dem Aeltesten. willig gehorchen.“
Die Thatsache, dass die Bewohner Handlovas in
„Familiengemeinschaften“ — so werden die Vereinigungen
genannt -— wohnen, wurde mir von Tonhaiser
bestätigt. Er sagte mir in Bezug darauf noch
Folgendes: Das Haus, welches im Ausstellungsdorfe
stand und das ich eben beschrieben, war nach dem
Muster der kleinsten Häuser Handlovas erbaut. Eine
Familiengemeinschaft, die stets nur aus Angehörigen
einer Familie besteht und die nur durch Geburten
und Zuheiraten vergrössert werden kann, umfasst oft
an 40 Personen, die immer in einem einzigen Hause
ihre Unterkunft finden. Die Folge davon ist. dass
zrosse Häuser mit grossen Familiengemeinschaften
m Obergeschoss allein oft 12 Kammern, im Ganzen
ılcht selten 20 Kammern aufweisen. Jede Familie
ler Gemeinschaft hat bei genügender Anzahl von
Kammern eine Kammer als Schlafraum für sich.
Es kommt jedoch vor, dass eine Kammer, wenn eben
nicht genug Kammern im Hause vorhanden sind.
7zon zwei Familien als Schlafraum benützt wird,
irosse Wohnstube befindet sich in jedem Hause nur
ine, Sie ist am Tage der Sammelplatz für die ganze
Gemeinschaft. Hier wird gemeinsam gearbeitet und
auch gemeinsam gegessen. Die Mahlzeit jedoch ist
keine gemeinschaftliche. Jede Familie kocht für sich
and jede Familie hat ihren eigenen Tisch. Die zwei
Tische in der Wohnstube des besprochenen Hauses
weisen auf eine nur kleine Familiengemeinschaft hin,
die nur aus zwei Familien besteht, Besteht eine
Aemeinschaft aus sieben Familien, so stehen in ‚der
Wohnstube sieben Tische und der Herd ist dann in
;jeben Theile getheilt, von denen je einer einer der
eben Frauen zufällt. Es ist begreiflich, dass Herde,
auf denen sieben Feuer brennen, um die die Kochzeschirre
aufgestellt werden, gross sein müssen. Nach
ler Grösse der Gemeinschaft richtet sich auch die
arösse des Kachelofens. Der Kachelofen dient nämlich
auch als Backofen, Das Brot wird für die ganze
Gemeinschaft gemeinsam gebacken. Da der Brotbedarf
in einer grossen Gemeinschaft ein grosser ist,
muss viel Brot auf einmal gebacken werden. Es soll
Kachelöfen geben, die 24 grosse Laibe fassen.
Wie aus der kurzen Notiz im „Ausstellungs-Katalog“
hervorgeht, wird alle Arbeit gemeinsam
verrichtet. Die Erträgnisse der Arbeit, der Landwirthschaft
und Viehzucht fliessen, wie mir Andreas
Tonhaiser berichtete, in eine gemeinsame Casse, die
vom Aeltesten der Gemeinschaft verwaltet wird.
Aus dieser Casse erhalten die einzelnen Glieder der
Gemeinschaft nur dann Geld. wenn sie es nothwendig
brauchen.
Ueber die Hausgeräthe kann ich nichts von besonderem
Interesse berichten. Die Ausstattung des
Hauses im Ausstellungsdorfe war eine äusserst späriche.
Tische und Betten sind primitiv und schmucklos.
Jie Truhen sind einfach bemalt und zeigen auf
olauem oder grünem Grunde Pflanzenornamente in
schwarzer, weisser und rother Farbe. In neuester
Zeit kommen statt der Truhen Schubladkasten in
die Mode.
Die Küche war leider nicht mit den dorthin genörenden
Geräthen ausgestattet, doch erfragte ich