— 92
Gange des Hauses aus Jäsz-Apäthi stehen hölzerne
Säulen. Den Wohnräumen dieses Hauses ist eine
Kammer angegliedert. Hervorzuheben ist beim Hause
aus Szt. Gaäl noch, dass jeder der drei Räume wie
beim Hause aus Csököly seinen eigenen Eingang
hat. Im Inneren sind die drei Räume jedoch nicht
verbunden (s. Fig. 98).
Gesonderte Eingänge finden wir auch im Hause
aus Zebeczke und auch hier fehlt jede Verbindung
der Räume im Inneren. Dieses Haus weicht im Grundrisse
von den anderen Häusern wieder dadurch ab,
dass der dritte Raum nicht als Zimmer, sondern als
Q%
K
A,
F
X
Fig. 98. Plan des magyarischen Hauses aus Szt. GaAl.
Kammer zum Unterbringen des Getreides, des Mehles
and der Werkzeuge dient.
Sehr ähnlich im Grundrisse sind sich die Häuser
aus Büd-Szt. Mihäly und Mezökövesd. In beiden
Häusern treten die hinteren Stuben in der Breite
des Ganges vor. Auch hier finden wir Säulengänge,
Säulengänge gewahren wir auch beim schwäbi
schen Hause aus Gr.-Jecsa, beim serbischen Hause
aus Czrepälya, beim rumänischen Hause aus Kor
nyereva und beim bulgarischen Hause aus Vinga
Bei den zuletzt genannten drei Häusern ist überall
ein Theil des Säulenganges in eine kleine Kammer
umgewandelt. Ueber die Risse lässt sich sonst nichts
Besonderes sagen; sie gleichen ganz dem Plane der
Wohnräume des Haynses aus Syzeovär
Gleich im Plane mit diesen Häusern war nun
ıoch das sokaczische Haus aus Szantova. Ich nahm
jedoch den Plan dieses Hauses nicht auf, befasste
mich überhaupt mit diesem Hause nicht näher, da
as von Dr. Janzxö in Heft 1—3, Bd. VII, der „Ethnographia“
vom Jahre 1896 bereits eingehend beschrieben
war, noch ehe ich nach Budapest kam.
Ganz gleich im Plane mit dem Szegvärer Hause
sind ferner das Palöezen-Haus aus Kis-Hartyän, das
wendische Haus aus Perestö und das slovakische aus
Somos; nur ist hier die Trennung. des Vorhauses
von der Küche eine vollkommene, da sie nicht durch
einen offenen Bogen, sondern durch eine schliessbare
Thüre bewerkstelligt ist. Wir haben in den
Plänen dieser Häuser — ich bringe als Beispiel unter
Fig. 99 den Plan des wendischen Hauses aus Perestö —
die vollzogene Viertheilung im Grundrisse vor uns.
Da die Küche, wenn die Thüre geschlossen ist,
von vorne, d. h. durch das Vorhaus, kein Licht erhält,
befindet sich im wendischen Hause in der Wand,
die der Küchenthüre gegenüberliegt, ein Fenster. Das
Palöczen-Haus und das slovakische Haus zeigen keine
Fenster in der Küche; es erhellt hier das offene
Herdfeuer die Küche. Am Tage bleiben zudem die
Thüren der Küche und des Vorhauses offen.
Einen Säulengang zeigte nur eines dieser Häuser,
das Palöezen-Haus. In Bezug auf das slovakische
Haus sei noch erwähnt, dass der dritte Raum, welcher
in der Regel das hintere Zimmer ist, hier wieder
als Speisekammer benützt wird.
Aehnlich im Plane mit den bisher besprochenen
Häusern sind, mit Ausnahme eines, alle noch übrigen
Häuser des ethnographischen Dorfes; nur zeigen sie
alle eine noch weiter gehende Entwicklung. Es ist
ıicht ohne Interesse, dass die Häuser, welche die
ım weitesten gehende Gliederung in den Wohn-:äumen
aufweisen, deutsche Häuser sind. Die Häuser,
von denen die Rede ist, sind das sächsische Haus
aus Schellenberg, das Haus aus Metzenseifen und
Jas Haudörfer-Haus aus Krickerhäu.
Im sächsischen Hause ist von der Küche kein
Vorhaus abgetrennt. Findet hier also keine Unterheilung
statt, so sehen wir sie im hinteren Zimmer.
Die Untertheilung des einen Raumes in zwei Theile
st aber auch hier keine vollkommen durchgeführte,
lenn zwischen beiden Räumen bleibt ein Durchgang
‘rei, über den sich ein Bogen wölbt und der nicht
lurch eine Thüre zu schliessen ist. Die Räume des
Wohnhauses liegen hoch über der Erde; es führt
daher zur Eingangsthüre eine kurze Treppe empor.