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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

I

thüre zuerst betreten wird, ein schmales Vorhaus
bildet, der andere die Küche. Als Beispiel dieser
Eintheilung der in Rede stehenden elf Häuser gebe
ich in Fig. 97 den Grundriss des magyarischen
Hauses aus Szegvär. V ist das Vorhaus, K die dahinter
 liegende Küche, Z, das bessere Zimmer, Z, die
Wohnstube und & ist ein Gang, der sich vor dem
Hause hinzieht, in der Mitte eine Ausweitung aufweist
 und von dem vorhängenden Dache, das hölzerne
Säulen tragen, beschattet wird. Die Strecken zwischen
den Säulen sind bis zur Höhe von 70—80 cm mit

Auf der Ausstellung war diese Abtrennung eines
/orhauses von der Küche in dem Hause von Büd-3zt.
 Mihäly vertreten, dessen Abbildung mein schon
‚;itirter Aufsatz in der „Zeitschrift des Vereines für
Jolkskunde“ 1897, Taf. 1, Fig. 3, bringt. Vor dem
Zogen liegt das Vorhaus und innerhalb desselben
Jie Küche. Rechts und links bemerken wir in der
Küche gemauerte Bankherde, auf denen vor den
Yfenlöchern gekocht wird. Im Hintergrunde steht
ine Bank und darauf ein Wasserschaff und ein
\bwaschschaff. Die Rückwand der Küche ist mit

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Fie. 97. Plan des magyarischen Hauses ans Szegvär.

Brettern verschalt. Durch die Verschalung führen
zwei Thürchen in den Hof.
Wie die punktirten Linien im Grundriss andeuten,
ist die Trennung zwischen Vorhaus und Küche keine
vollkommene. Zumeist geschieht die Abtrennung des
Vorhauses von der Küche durch einen gemauerten
Bogen, der oft halbkreisförmig, oft aber auch sehr
flach ist. Dieser Bogen ist durch eine Thüre nicht
zu schliessen. Er hat lediglich den Zweck, den Rauch
in der Küche zurückzuhalten und ihn nicht in das
Vorhaus und in die Zimmer gelangen zu lassen.
Diese Art der Abtrennung eines Vorhauses von
der Küche habe ich in der Umgebung von Oedenburg
 und auch in der Heanzerei vielfach vorgefunden
and sie in meinen Arbeiten Bd. XXIV und XXV der
„Mittheilungen der Anthropologischen Gesellschaft in
Wien“ bereits beschrieben und im Grundrisse auch
abgebildet.

Tellern geschmückt. Auf dem hinteren Ende des
rechtsseitigen Bankherdes steht ein kleiner Kessel
eingemauert.
Dem Plane des Hauses aus Szegvär gleichen,
unwesentliche Abweichungen zugestanden, die Pläne
Jer magyarischen Häuser aus Jäsz-Apäthi, Zebeczke,
3üd-Szt. Mihäly, Mezökövesd, Szt. Gaäl, der Plan
Jes deutschen Hauses aus Gr.-Jöcsa, der des rumänischen
 Hauses aus Kornyereva, der des serbischen
zus Czrepälya, der des bulgarischen aus Vinga und
der Plan des sokaczischen Hauses aus Szantova.
Von den fünf magyarischen Häusern, welche im
Plane dem Hause aus Szegvär gleichen, sind ihm
am ähnlichsten die Häuser aus Jäsz-Apäthi und
Syt. Gaäl. Beiden Häusern sind Gänge vorgelegt.
Beim Hause aus Szt. Gaäl wird das vorspringende
Dach durch gemauerte cylindrische Säulen getragen,
Jie Anrch Bogen miteinander verbunden sind. Am
            
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