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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 17=27.1897

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tive Zweitheilung zu Grunde, Bemerkenswerth ist
an diesem Hause ferner, dass jeder der drei Räume
durch Thüren direct von aussen, vom Hofe aus betreten
 werden kann. Alle drei Räume stehen jedoch
auch im Inneren durch Thüren in Verbindung.
Das vordere Zimmer weist ausser dem einen
Fenster, das sich der Gasse zukehrt, noch ein zweites
Fenster auf, das gegen den Hof gerichtet ist. Dies
sind die zwei einzigen Fenster des Hauses. Wedeı
die Küche noch die Kammer haben Fenster. Beide
Räume erhalten ihr Licht durch die Thüren.
Zu bemerken habe ich hier noch, dass auch bei
diesem Hause ein Säulengang angebracht ist. Er
zieht sich aber nicht nur vor der hofseitigen Front,
sondern im rechten Winkel gebrochen auch vor der
Giebelseite des Hauses hin. Vor dem Giebel ist der
Gang verschalt, gegen den Hof ist er offen.
Einfache Dreitheilung zeigen auch die Pläne des
rumänischen Hauses aus Felsö-Szälläspatak und das
ruthenische Haus aus Vereczke, Die einzelnen Gemächer
 sind jedoch nicht in derselben Weise angeordnet,
 wie bei den vier eben besprochenen Häusern
Im rumänischen Hause hält die Küche, wie der
Plan Fig. 95 zeigt, nicht mehr die Mitte, Sie ist
an eine der Enden des Hauses gerückt. Die Küche
ist der grösste unter den drei Räumen. Leider war
sie nicht vollkommen ausgestattet, denn es fehlte in
ihr der Herd und der sich diesem anschliessende
Backofen, welche beide, wie mir der Hüter des
Hauses sagte, die hintere rechte Ecke des Raumes
einzunehmen pflegen. Es wird hier jedoch nur im
Sommer gekocht. In der Küche sah ich auch einer
Webstuhl aufgestellt. Es ist dies ein Beweis dafür,
dass diese Küche im Sommer nicht nur zum Kochen
dient; sie dürfte während der warmen Jahreszeit
überhaupt der, Brennpunkt für das Leben im Hause
sein. Vor Zeiten wird sich im rumänischen Hause
wahrscheinlich auch im Winter das Hausgesinde hier
versammelt haben. Die Küche ist wohl die Urzelle.
der sich die anderen Räume angegliedert haben werden.
Die Angliederung erfolgte hier nicht wie bei den
vorbeschriebenen Häusern nach zwei Seiten, sondern
nur nach einer. Der Raum, welcher sich der Küche
anschliesst und mit dieser durch eine Thüre verbunden
 ist, wurde mir vom deutschsprechenden
Hüter „Paradezimmer“ genannt. Der dritte Raum
ist das Wohnzimmer, der Sammelplatz für den Winter.
Hier ist an einem Kachelofen, in dem ehemals jedenfalls
 auch gekocht worden ist, ein kleiner blecherneır
Sparherd angebracht, auf dem gegenwärtig im Winter
Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien. Bd. XXVH. 1897

lie Speisen bereitet werden. Die Wohnstube steht
nit dem Paradezimmer nicht in Verbindung. Sie
vird vom Gang aus, der sich vor beiden Zimmern
ıinzieht, betreten. So wie die Häuser aus Toroczkö
ınd Csököly hat auch dieses Haus nur ein Fenster
n der Giebelwand. Die Wohnstube erhält übrigens
noch durch ein zweites Fenster, das hofseitig anzebracht
 ist, Licht. Beide Fenster sind nieder, fast
yuadratisch und mit zierlichen Gittern aus glattyehobelten
 Holzstäben versehen. Das Paradezimmer
hat merkwürdigerweise kein Fenster.

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Fig. 95. Plan des rumänischen Hauses aus Felsö-Szälläspatak.
Das sechste Haus, dessen Plan, wie aus Fig. 96
zu ersehen ist, heute einfache Dreitheilung zu Grunde
jegt, ist das ruthenische Haus aus Vereczke. Es war
las einzige Haus des Dorfes, das nicht die Giebelseite,
 sondern die Frontseite der Gasse zukehrte. Es
iag jedoch nicht unmittelbar an der Strasse; es war
ihm ein geräumiger Hof vorgelagert. In diesem lag
zor dem Hause rechts ein Stall und links war auf
vier Säulen ein nach auf- und abwärts bewegliches
Strohdach angebracht, unter dem ein Heuschober
untergebracht werden kann.
Der Raum links, der durch zwei Thüren, und
zwar von der Frentseite und der Rückseite aus betreten
 werden kann. spielt heute die Rolle eines
            
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