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Den Plan des Hauses aus Toroczkö bringt Fig. 94
Das Haus ist ein Holzbau. Die Balken, aus denen
es gefügt ist, sind sorgfältig behauen. Die Balkenköpfe,
welche an den Kanten des Hauses vorstehen,
enden in stumpfe, vierseitige Pyramiden. Gedeckt ist
das Haus mit einem vollen Walmdach aus Schindeln.
Im Hause aus Toroczkö hält die Küche K die
Mitte. An sie gliedert sich rechts und links je eine
Wohnstube Z und Z an.
Die Küche wird durch die einzige Thüre, die
von aussen ın das Haus führt. betreten. Der Einx
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Fig. 94. Plan des Hauses aus Toroczkö.
gangsthüre gegenüber befindet sich der grosse offene
Herd, der sich mit einer Seite an die Rückwand der
Küche anlegt, von drei Seiten frei ist und den Backofen
in sich schliesst. Dem Herde sind rechts und
links und vorne Stufen vorgelegt. Eigenthümlich ist
es, dass der Bewohner von Toroeczk6ö diesen Raum
nicht Küche == konyha nennt, sondern ihn mit pitvar
bezeichnet, diesem Ausdrucke, der sonst von Magyaren
dem Vorhause beigelegt wird, wenn sich ein solches,
von der Küche abgetrennt, im Hause vorfindet.
„Konyha“ nennt der Bewohner von Toroezkö den
Herd selbst.
Da die Küche keine Decke hat, steigt der Rauch
vom offenen Herde frei in den Dachraum empor.
von wo er; da das Haus keinen Schornstein hat,
lurch die Dachlucken entweicht.
Aus der Küche führen nach rechts und links
Thüren in die beiden an die Küche angegliederten
Stuben. Die linksseitige Stube ist gegen die Gasse
gekehrt. Es ist auffallend, dass sich in der Wand,
die der Gasse zugekehrt ist und die die Giebelwand
des Hauses bildet, nur ein Fenster befindet. Dieses
Haus mit der einfensterigen Giebelwand hatte im
athnographischen Dorfe nur noch zwei Seitenstücke,
die ebenfalls nur ein Fenster in der der Strasse zugekehrten
Giebelwand zeigten. Es waren dies das
magyarische Haus aus Csököly und das rumänische
Haus aus Felsö-Szälläspatak, auf die ich bald zu
sprechen kommen werde. Ausser dem einen Fenster
in der Giebelwand hat das Gassenzimmer im Hause
aus Toroczkö noch zwei Fenster in der Wand, die
dem Hofe zugekehrt ist.
Eine zweite Thüre führt aus der Küche des
Toroczköer Hauses in die hintere Stube. Aus dieser
sehen, wie aus der vorderen Stube, zwei Fenster in
den Hof.
Im Hause aus Hötfalu, das ein Ziegelbau war
und dem genau dieselbe Eintheilung im Plane zu
Grunde lag, wie sie das Haus aus Toroczkö aufwies,
sehen wir den Herd, den ich in der oben genannten
Arbeit über „Herde und Oefen etc.“ abbildete und
beschrieb, in einer Ecke der Küche angebracht und
dem Stubenofen vorgebaut. Aus dem vorderen Zimmer
sehen zwei Fenster auf die Gasse und zwei in den
Hof, Das hintere Zimmer hat nur ein, und zwar
gegen den Hof gerichtetes Fenster.
Beim Kalotaszeger Hause ist der Küche und dem
vorderen Zimmer ein Gang vorgelegt, der vom hier
weit vorspringenden Dache beschattet wird. Der vorspringende
Theil des Daches wird von hölzernen
Säulen getragen. Der rückwärtigen Stube ist eine
schmale Kammer von der Breite des Ganges vorgebaut,
die vom Gange aus betreten wird. Da die
lem Hofe zugekehrte Seite dieses Zimmers durch
lie vorgebaute Kammer verdeckt ist, erhält es Licht
lurch Fenster, die nach rückwärts in den Hof blicken.
Das Haus aus Csököly, von dem ich bereits erwähnte,
dass es so wie das Toroczköer Haus in der
ler Strasse zugekehrten Giebelwand nur ein Fenster
hat, zeigt im Grundrisse die Dreitheilung der vorjesprochenen
Häuser, doch fällt hier auf, dass der
Iritte Raum eine Kammer, die zur Aufnahme von
Lebensmitteln bestimmt ist. Genau genommen, liegt
also den Wohnräumen dieses Hauses nur die Drimi-