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zeile bildete die Zeile der magyarischen Häuser und
die rechtsseitige die Zeile der Häuser der in Ungarn
lebenden anderen Volksstämme.
Die Anlage des Dorfes hatte den Charakter eines
Gassendorfes, Es war demnach im Ausstellungsdorfe
jene Art von Dorfanlagen vertreten, die in Ungarn
am häufigsten vorkommt. Dabei wendeten alle Häuser
des Dorfes, mit Ausnahme eines einzigen, nicht die
Frontseiten, sondern, was für Ungarn eben auch
wieder charakteristisch ist. eine der Giebelseiten der
Strasse zu.
Von magyarischen Häusern waren im Dorfe zwölf
vertreten, von deutschen Häusern vier, von slavischen
sechs und von rumänischen zwei.
Von den zwölf magyarischen Häusern stammten
vorerst drei aus der grossen ungarischen Tiefebene:
das erste, ein jazygisches Haus aus Jäsz-Anäthi,
also aus dem Herzen des Landes,
das zweite aus Büd-Szt. Mihäly, somit aus dem
2ördlichsten Theile der Ebene, und
das dritte aus Szegvär, aus dem südlichen
Theile der Ebene.
Aus dem Kreise jenseits der Donau waren ebenfalls
drei Häuser vertreten:
eines aus der Somogy von Csököly,
eines aus dem Bakonyer Walde von Szt. Gaäl und
eines aus Zebeezke in der Göcsej, „einem von
äusseren Einflüssen fast völlig abgeschlossenen Ge-5iete
des Zalaer Comitates“.!)
Zwei der Häuser waren aus Oberungarn, und
Zwar :
das Palöezen-Haus aus Kis-Hartyän im Neograder
Comitate und
das Matyö-Haus aus Mezökövesd im Borsoder
Gomitate.
Schliesslich stammten vier magyarische Häuser
aus dem Kreise jenseits des Königsteiges. aus dem
ahemaligen Siebenbürgen, und zwar!
ein Haus aus dem Kalotaszeg,
ein Csängö-Haus aus Hetfalu,
ein Sz6kler-Haus aus Csik-Szt. Domonkos und
ein Haus aus Torocskö, dessen Bewohner, die
sich durch Schönheit und malerische Tracht vortheilhaft
auszeichnen, aus Steiermark eingewandert
sein sollen, heute aber schon ganz magyarisirt sind. ”)
Deutsche Häuser waren vertreten aus den bedeutendsten
deutschsprachigen Gebieten des Landes:
1) Vgl. den „Allgem. Katalog der Millenniums-Landesausstellung“,
Heft XXI, S. 13.
2) Siehe ehenda,. S. 12.
ein sächsisches Haus aus Schellenberg im Com:i-;ate
Hermannstadt,
ein Zipser-Haus aus Metzenseifen im Comitate
Abauj-Torna,
ein schwäbisches Haus aus Gr.-Jecsa im Comitate
Torontal und
ein Haudörfer- Haus aus Krickerhäu (Handlova)
im Comitate Neutra.
Dass eine der interessantesten der deutschen
Hausformen Ungarns, das fränkische Gehöfte des
heanzischen Volksstammes in Westungarn, nicht ver-‘reten
war, mag darin seine Ursache gehabt haben,
dass eben die Comitate für die Kosten der Errichtung
der Häuser im Ausstellungsdorfe aufkommen
mussten und das Eisenburger Comitat, dem ein
heanzisches Gehöfte hätte entnommen werden müssen,
schon durch die Errichtung eines wendischen Hauses
velastet war.
Von slavischen Häusern standen im Dorfe:
ein serbisches aus Czrepälya im Comitate Torontal,
ein bulgarisches aus Vinga im Comitate Temes,
ein wendisches aus PerestÖ im Comitate Eisenburg,
ein slovakisches aus Somos im Comitate Säros,
ein ruthenisches aus Vereczke im Comitate
Bereg und
ein sokaczisches aus Szantova im Comitate Bäcs-Jodrog.
Rumänische Häuser waren da:
eines aus Fels#-Szälläspatak im Comitate Hunvad
und
eines aus Kornyereva im Comitate Krassö-Szöreny.
Ich gehe nun auf die Besprechung der Häuser
äber. Dabei halte ich vorläufig nur jene Räume des
Hauses vor Augen, welche dem Menschen als Wohnung
dienen. Ställe und Scheunen sollen später eine
xurze Berücksichtigung finden,
Der Typus, welchem ohne Ausnahme alle Häuser
jes ethnographischen Dorfes angehörten, ist der
>berdeutsche. Dabei haben wir es fast bei allen
Täusern des Dorfes mit einer der untersten Stufen
zu thun, die der oberdeutsche Typus in seiner Entvicklung
genommen. Die Einförmigkeit im Grundisse
der 24 Häuser, die doch aus einem relativ
zrossen Gebiete zusammengetragen waren, 1st geradezu
staunenswerth. Der Grundriss von sechs Häusern
zeigt die einfache Dreitheilung. Es sind dies die
Häuser aus Toroczk6, Hötfalu, Kalotaszeg, Csäköly.
Telsö-Szälläspatak und Vereczke