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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 16=26.1896

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— 2Z18 —
1!/, Ellen (12 m) breiten und !/, Elle (39 cm) grossen
Stein ein Schwert, ein Dolch, Pfeile und Urnen
gefunden“, -
Diese Nachricht ist in der Localitätsangabe undeutlich
 und scheint verworren zu sein, denn obzwar hier
viele kleine Felsen und Felsenvorsprünge „Skalka“
und „na Skalce“ genannt werden, so gibt es auf
den Feldern doch keine solchen und die Gräberstätte
von Motina, trotzdem sie etwas höher am Fusse des
Berges gelegen ist, bildet dennoch keinen Hügel. Die
Benennung eines Dedek-Berges ist ganz unrichtig und
hier überhaupt gar nicht bekannt. Nichtsdestoweniger
ist aus dem Berichte ersichtlich, dass Kronmvs seine
Nachricht aus Aussagen ortskundiger Leute geschöpft
hatte, aber die Fundplätze von Mofina und von den
Felsenklippen der Krkavti skäla höchst wahrscheinlich,
 wie wir weiter unten sehen werden. zusammenmengte.

Seit dieser Zeit blieb die Gräberstätte wieder fast
drei Decennien hindurch unbeachtet und würde vielleicht
 von der Erdoberfläche verschwunden und ganz
in Vergessenheit gerathen sein, wenn ich bei meinen
daselbst veranstalteten Nachforschungen nicht zur
letzten Stunde dazu gekommen wäre; denn eben im
Winter 1880—1881 wurde daselbst ein Theil ders
34. Walddistrictes, in welchem der letzte bedeutende
Rest der Gräber sich befand, gerodet.
Traurig ist das Schicksal dieser Gräberstätte,
welches sie nach einer mehr als tausendjähriger
Existenz in der Jüngsten Zeit ereilt hatte. Bereits
in früheren Jahren erlitt die Motina einen argen
Schaden durch eine Regulirung des Wassergrabens
und durch die Anlage eines neuen Weges in das
Forsthaus von Bezdedicky, indem der ganze mittlere
Theil derselben dabei ausgerodet und planirt wurde.
Trotzdem finden wir auf der Generalkarte der
Herrschaft Hotovic-Jinece vom Jahre 1868 die übrige
Morfina noch ziemlich intact, denn den grössten
Theil derselben deckten damals noch die Waldungen
des 34. und 35. Walddistrietes, von welchen bald
darauf der letztere District ausgerodet und zu
Feldern umgewandelt wurde (1870 - 1871 ?), wobei
der grösste Theil (°/,) dieser Gräberstätte der gänZzlichen
 Vernichtung anheimfiel! . .. Der übriggebliebene
 Theil ('/4) war noch im Frühjahre 1881
intact, obzwar ein Theil desselben wieder gerodet
wurde; nachdem aber im Sommer die Baumstöcke
an arme Leute veräussert und von diesen ausgegraben
wurden, kann man sich eine Vorstellung von der
Verheerung machen. die unter den Grabhügeln und

jräbern angerichtet wurde; denn die weitverzweigten
 Wurzeln der mächtigen hier gestandenen
Bäume haben die Gräber durchwuchert und bedurfte
38 zu dieser Ausgrabung einer völligen Umwendung
des Bodens, durch welche die schönen Grabhügel
zu kläglichen Schutthaufen verwandelt wurden. Das
Aestein aus denselben wurde dann in Stösse geschlichtet,
 um zur Ausführung verschiedener Bauten
abgeführt zu werden, die Asche und die Lehmumlagen
der Gräber auseinandergeworfen, der Boden planirt
ınd — die Regulirung war fertig!....
Nach dieser Katastrophe verblieb von der einstigen
Mofina kaum nur noch der neunte Theil übrig,
sowie die Sage, dass es hier und auf der Feldflur
Morfina zur Nachtzeit, ja auch am hellen Tage und
Abends umgehe.
Ich wende mich nun zur Beschreibung der Motina,
wie ich sie im Frühjahre 1881 vorgefunden habe.
Die Abgrenzung der ehemaligen Mofina — siehe
Situationsplan Fig. 422 — hat ein unregelmässiges
Fünfeck gebildet, welches ehedem mit Steinwällen
amschlossen war; diese sind aber auf der Süd- und
Ostseite durch die Regulirung der Bezirksstrasse und
der nach Bezdädictky und Bezdedie führenden Feldund
 Waldwege zerstört worden.
Bis zum Jahre 1868 bestand die Mofina noch aus
folgenden drei Theilen: 1. der Walddistriet Nr. 35,
2. der Waldhau und 3, die noch im Walddistriete
Nr. 34 theilweise erhaltene Gräberstätte.
Die Umgrenzung der ganzen Gräberstätte, welche
aus den vorerwähnten Steinwällen bestand, hatte
auf der westlichen Seite die Länge von 450, auf der
nordöstlichen 510, auf der östlichen 230, auf der
südöstlichen 190 und auf der südlichen 320 m, zusammen
 also einen Umfang von 1700 m, mit welchen
sie einen Flächenraum von 20 Hektar (von welchem
ıunmehr auf die Feldflur 17 und auf die Waldflur
3 Hektar entfallen) einschloss. Die grösste Länge
betrug 600 und die grösste Breite 450m. Gedenkzeugen
 erzählten mir, dass in der zerstörten Motina (1)
sehr viele und verschiedene, den jetzt noch im
Walde erhaltenen Grabhügeln ähnliche Hügel und
Xuppen sich befunden haben, von welchen viele eine
ansehnliche Grösse und Höhe aufwiesen, dass aber
alle zerstört und der Boden planirt wurde. Die
zrossen Haufen aufgetragener Steine, welche auf dem
Situationsplane in fünf Reihen (von West nach Ost)
gezeichnet erscheinen, sind Ueberreste der zerstörten
Gräber. Von diesen Steinhaufen waren hier noch
mehrere deponirt, waren aber bereits zum grössten
            
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