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lürfen die Kinder nicht spucken, damit sie nicht
Ausschläge erhalten. „Wer mit Feuer spielt,“ lautet
eine Redensart, „der stirbt auch durch das Feuer“
(kto wohnym hrajet, wid wohnia umyrajet). Wer das
Feuer überschreitet, dem droht schwere Krankheit.
Die zahlreichen Festtage des Blitzes und Donners,
welche die Huzulen feiern, sind zugleich theilweise
dem Feuer gewidmet; wer sie nicht hält, dem fügt
das Feuer Schaden zu. Manche Frauen geloben, am
Freitag kein Feuer anzufachen und „in den Ofen
nicht hineinzulangen“, um vom Kopfschmerz. nicht
zu leiden,
Das Herdfeuer verkündet in manchen Fällen
auch die Zukunft. Springt vom Herdfeuer ein
Funke über die Schwelle der Stube, so wird ein
lieber Gast erscheinen. Es ist dies ein überaus sinnreiches
Orakel. Der Herd, auf dessen Bänken dem
Gaste ein Platz eingeräumt wird und um den sich
die Familie versammelt, gibt selbst das Zeichen, dass
die Gastfreundschaft des Hauses in Anspruch genommen
werden würde. Springt ein Funke auf den
Kopf eines Mädchens, so denkt ihr Liebster an dasselbe;
auch dieses Orakel ist überaus ‚sinnreich.
Das Herdfeuer spielt schliesslich auch in der
Zauberkunst keine geringe Rolle. Um vor Weihnachten
die Hexe zu fangen, muss man durch vierzehn
Tage vor Weihnachten stets von dem Holzvorrath,
mit welchem man das Mittagessen kocht.
ein Stück beiseite legen. Kocht man dann mit diesen
Holzscheiten das Essen für den Weihnachtsabend.
so tritt, während das Feuer brennt, ein altes Weib
herein und das ist die Hexe. Erwähnt wurde schon
im ersten Abschnitte, dass Kohlen und Lehmverputz
aus dem Öfen unter die Grundbalken des Hauses „für
die Feinde“ desselben gelegt wurden. Aehnlich ist
das sogenannte „Unterstreuen“ (pidsypuwaty). Dasselbe
besteht darin, dass man auf die Wege und Stege,
welche von derjenigen Person, welcher man Schaden
anthun will, betreten werden müssen, Asche, Kohle,
Verputz vom Backofen u. dgl. strent.!) Zumeist werden
1) Die Scheu, Feuer zu überschreiten (siehe oben), geht
also offenbar so weit, dass auch das zufällige und unabsichtliche
Ueberschreiten von Kohlen u. dgl. Unglück nach sich
zieht. Doch treibt man auf den Almen die Viehstücke über
die Asche des sogenannten „lebendigen“ Feuers, um sie vor
dem Bösen zu feien; man darf aber nicht vergessen, dass
auch zu sündhaften Mitteln gegriffen werden kann, um einen
ersehnten Zweck zu erreichen. So gilt auch das Aufheben
von Hufeisen auf der Strasse als eine Vermehrung der Sündenlast
(vgl. „Die Huzulen“, S, 89) und doch geschieht dies zum
Zwecke der Sicherung der Kühe vor Zanher (vgl. oben S. 150).
natürlich diese Zaubermittel vor das Thor oder die
Jausthüre gestreut. Menschen und Thiere, welche
larüber hinwegschreiten, verfallen in schwere Krankaeiten.
Kühen, die man vor Verhexung entzaubern
will, macht man mit Kohle ein Kreuz auf den
zücken. Beim sogenannten Kohlenlöschen zu Heilzwecken
lässt man neun glühende Kohlen vom Herdfeuer
in’s Wasser fallen, indem man von neun zurück
bis eins zählt.
In zweiter Reihe kommen die Grundbalken
in Betracht. Es ist schon oben erwähnt worden, dass
ınter die Grundbalken die für die Bewohner des
lauses glückverheissenden Mittel, als: Weihrauch,
xeld, Salz und Brot ebenso gelegt werden, wie die
Xohlen und der Verputz vom Ofen für die Feinde
les Hauses. Auch ist bereits erzählt worden, wie die
ldausbewohner, auf den Ecken der Grundbalken sitzend,
ıochmals Bauorakel anstellen und dass diese Balken
ımräuchert werden. Ferner ist bereits erwähnt worden,
lass jedes Haus, unter dessen Grundbalken sich
Schlangen einnisten, vom Glücke gemieden werde.
Inter den Grundbalken legt der Feind der Familie
"heile eines unreinen Thieres, insbesondere einer
"ledermaus, damit er Unglück über das Gehöfte
1erbeiführe; man nennt diese Art von Zauberei das
Jnterlegen (pidto2yty). Am St. Andreas-Tage, der
für Hexenwerk besonders geeignet ist, werfen die
Hexen Knochen von Hunden oder Katzen unter das
Haus, um dessen Bewohnern zu schaden.
Ferner kommen die Thürschwellen in Be-;racht.
Da der Grundbalken auch zugleich die Schwelle
jildet, so gilt manches von jenen Gesagte auch für
liese; so kann z. B. auch unter sie das unglück-»ringende
Mittel unterlegt werden. Damit die Hexe
lie Leute an sich ziehe, zeichnet sie zu Weihnachten
die Schwellen ihres Hauses dreimal mit einem
Messer und wirft Lehm, den sie unter der Schwelle
ıervorholt, hinter sich. Trägt man den Todten aus
lem Hause, so schlägt man dreimal mit dem Sarge
zelinde an die Hausschwelle. Todte, von denen man
rermuthet, dass sie Vampyre werden würden, soll
man nicht über die Schwelle aus dem Hause befördern,
sondern unten hindurchschieben: dasselbe
Wenn die Huzulen in manchen Gegenden zur Weihnachtszeit
über das Feuer springen, in welchem der „Did“, d. i, die
Personification des Wintergottes, verbrannt wird, so erklärt
sich dies aus der Bedeutung dieses Cultus. Der Zweck dieses
Springens der Menschen ist übrigens ein ähnlicher, wie jener
»jeim Treiben des Viehes über das lebendige Feuer; man
zlanhbt. hiedurch sich vor dem Erschrecken zu schützen.