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schieht stets im Freien, und zwar wird die Brechel
(tertycia) in der Regel zwischen zwei Zaunlatten eingezwängt,
damit sie fest stehe (Fig. 288). Zum
Kämmen des Hanfes (konopli) und Flachses (len)
benützt man zunächst die derhiuka (Fig. 289), die
an der Bank festgebunden wird, und hierauf den
Kamm (hrebin, Fig. 290), welcher in eine Bank festgesteckt
wird; das spinnfertige Werg heisst powismo
prediune. Die Wolle (wouna) wird, nachdem sie gebrüht
und‘ gewaschen worden ist, ebenfalls zunächst
auf dem Kamme gekämmt (czistrety). Die auf demselernt
und wurde ihm in: Sadeu von einer alten
7rau mitgetheilt, dass dieselben von den deutschen
Ansiedlern aus Karlsberg herstammen. Daraus erklärt
sich auch, dass für das Spinnrad kein besonderer Name
oesteht, es vielmehr wie der Spinnrocken koziuka
benannt wird. Um von der Spinnwirtel den Faden
yequem abwickeln zu können, wird dieselbe in das
zabelförmige Werkzeug (Fig. 296) gesteckt. Aus den
auf der Wirtel gesponnenen Fäden bildet man die
Stränge (preza) dadurch, dass man die Fäden über
das motowyto (Fiese. 297) zieht. Nachdem hierauf das
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Fig. 381. Situationsplan desselben Hauses.
zaa Zaun. b Strunka und perelas. c Brunnen. d Steg. e Haus. Ff Schweinestall.
selben gewonnene lange Wolle kann sofort versponnen
werden; die kurze muss zuerst noch mittelst der
hrebinky oder grempla zugerichtet (Fig. 291) und sodann
wieder gekämmt werden. Zum Spinnen dient
zumeist der Spinnrocken (koziuka, kudela; Fig. 292)
and die Spinnwirtel (wereteno; Fig. 293, 294), die
oft sehr schön geschnitzt sind.!) Der Spinnrocken
wird, wenn die Spinnerin im Gehen spinnt, unter
dem linken Arm gehalten, sonst steckt er in eigens
dazu in die Sitzbänke gebohrten Löchern (vgl. oben
S. 156). Seltener kommen Spinnräder vor (Fig. 295);
der Verfasser hat solche nur im Suczawathal kennen
1) Vel. die Obieete im naturhistorischen Museum in Wien,
Gespinnst im Strang gebleicht oder auch gefärbt
worden ist, wird es mit Hilfe der samotoka (Fig. 298
bis 300) in Knäuel gewickelt. Nunmehr ist das
Sespinnst zum Verweben fertig.‘) Die huzulischen
Webstühle (warstat tkackyj; Fig. 367—370) sind oft
sehr sorgfältig gearbeitet, Zum Spulen des Zwirnes
für das Webeschiffchen dient eine Vorrichtung, welche
potak genannt wird (Fig. 301). Häufig ist der potak
1) Der Zettel (Kette, Längsfäden) heisst u810wa, USNOWANY
nototna und wird bereits hergerichtet dem Weber überbracht:
die Vorrichtung zur Herstellung des Zettels heisst snuwauka.
Der Einschlag wird tkanie genannt und dem Weber in Knäueln
übergeben, Bei Wollstoffen besteht der Zettel gewöhnlich aus
Jen ungefärhbten Fäden. der Einschlag aus den gefärhten.