Digitized Materials

Here you will find digitized editions of anthropological journals and monographs. For more information about the digitization project, please visit [here].

Search in

Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 16=26.1896

126

durchschreitet, der ahnt, wie es da einstens ausgesehen
haben mag. Der Hauptsache nach ist Ja dort ebenfalls
 das Wichtigste verbessert worden.
Der Zustand und das Aussehen der Gassen nach
Vollausbildung des Aussenwandschlottes ist bekannt,
and zwar nach einem merkwürdigen, grossen Kupferstiche,
 einer Ansicht von Venedig im XVI. Jahrhundert
 im Dogenpalaste (Landkartenzimmer). Fast
alle auf demselben sichtbaren Privatbauten haben
einen oder mehrere solche hässliche. die Hauptseite

ch benütze die an dieser Stelle sich bietende Ge-‚cgenheit,
 ihr für ihre werthvollen Zusendungen
höflichst zu danken. Aehnlich sind mehrere Seitenzassen,
 welche untereinander gleichlaufend, in der
oreiten Hauptstrasse rechtwinklig münden und diese
zegen Norden mit dem Werften- und Hafencanal,
zegen Süden mit der Riva an der grossen Lagune
zerbinden. Ich habe die an diesem Gassenstücke
ırkennbaren Aussenwandschlotte mit I—IX bezeichnet.
Annähernd ebenso viele befinden sich natürlich auch
auf der anderen Gassenseite, welche im Bilde nicht
sichtbar ist. Rechts im Vordergrunde tritt eine jener
Kaminnischen, welche auf Consolen ruhen, mit zwei
Gucklöchern versehen sind, innen die Kaminfeuerstelle
 enthalten, oberhalb den Schlott tragen, deutlich
hervor. Diese Kaminnischen habe ich besonders

I N IT NV
AM 6!

ff

Fig. 170. Rovigno (Tstrien): nmgeformte Aussenschlotte.

Fig, 169. Chioggia; Seitengasse mit Aussenwandschlotten.

der ‚Häuser höchlich entstellende Aussenschlotte.
Erst in späterer Zeit wurden sie durch Befehl der
Baubehörde aus ästhetischen Gründen abgeschafft.
Chioggia ist in mancher Beziehung, in Mundart,
Costüme, Beschäftigung, Lebensführung und: in der
Scenerie, Altvenedig. Es hat sich seit 1859, als ich
es zuerst sah, wesentlich seiner Eigenart entkleidet,
beginnt eben auch in den modernen Universal- und
Uniformitätsteig zu versinken, welcher dem Ende
des XIX. Jahrhunderts gemäss ist; aber in dern
Winkeln ist noch einige Individualität. Einen solcher
Winkel zeigt Fig. 169, welche nach einem Photogramm
 des Fräuleins Eysy (Salzhurg) angefertigt ist

häufig auch in Treviso 1894 getroffen. In anderen
oberitalienischen Städten mögen sie auch vorkommen.
nur habe ich sie vielleicht nicht genügend beachtet.
Sterzing (Tirol) hat deren noch einige an älteren
Häusern; Bologna in versteckten Gassenwinkeln. In
Pisa habe ich 1896 Spuren derselben zu bemerken
zeglaubt; in den Orten der Riviera di Levante zwischen
Disa, Spezzia u. s. w. und Genua habe ich nichts
\ehnliches bemerkt; bin aber auch nicht gewandert,
sondern gefahren. In Carrara gibt es keine Aussenschlotte
 und Niemand konnte mir darüber Auskunft
zeben. Nürnberg soll deren welche gehaht. hahen und
ıoch einige haben.
Sehr lehrreich ist Fig. 170, Haus der Trattoria
all’ Arrivo in Rovigno (Istrien), Südfront, weil es
len Uebergang zur modernen Hausform ohne Aussenwandschlotte
 darstellt. Der Schlott III mit seiner
Xaminnische % ist noch im alten Zustande erhalten.
Die Gucklöcher von I und IT sind ebenfalls noch bei
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.