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von einem Landeskundigen als „Loggia“, Vorhalle,
oder auch allgemein „Aufenthalt“, „Wohnraum“ gedeutet.
Aus dieser „Loda“ führt eine Leitertreppe
in den Heuboden, welcher aus rohem, . klaffendem
Blockbau, aus Rundbalken mit starken Zugluftfugen
erbaut ist. Der Heuboden ist durch eine Mittelwand
getheilt. Stall und Cucina haben einen Plafond, d. h.
eine rohe Balkendecke. Die Fensterchen der letzteren
3äind in zwei aufeinanderfolgenden Balken je zur
halben Dicke eingeschnitten, wie ich dies auch in
Oberkrain beobachtet und als Bildungsgesetz der
st Wohntheil und Stall gemauert. Es gibt ein Gemach
im Obergeschosse.
Fig. 131 stellt eine Sennerei im Douronthale dar,
Ad. i. auf dem Abstiege von der Seiseralm gegen
Campitello, Hier ist ein nachträglich angebauter
Stall aus Blockbau und über den alten, gemauerten
Stall ist ein Blockwürfel als Wohnraum aufgesetzt.
Fig. 132: Aeltere oder wenigstens primitivere Form
solcher Sommerställe, westlich von Tornede, Strasse
Misurinasee— Auronzo. Eine besondere Menschenwohnung
fehlt. Die Leute schlafen im Stall. Hie und
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Humboldt-Universität
Uraeschichte
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Fig. 128. Alpe Federa vecchia, Weg vom Misurinasee nach Auronzo, Fenile (Heustall) oder Tabiä; und Nariante
von Tornede, östlich von S. Maren:
Fenster im primitiven Blockbau bezeichnet habe.
Oberhalb der „Loda“ sieht man die innere Dachfläche.
Der Herdrauch fliesst bei den Fensterchen
ab, welche nicht verglast sind. Das Legschindeldach
trägt Schwersteine. Dieser Fenile dient jährlich nur
einen Monat. Die zwei Sennerinnen sassen bei meinem
Besuche, mit Handarbeit beschäftigt, in der Loda und
unterhielten sich mit einer besuchenden Frau aus
Auronzo. Die Loda erhält Licht durch die offene
Hausthüre.
Fig. 130 bringt eine sehr ähnliche „Tabiä“ aus
Bellarmonte, östlich von Predazzo, Fleimserthal. Hier
Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien, Bd. XXVI. 1896
da ist ein Hüttehen in der Nähe oder ein solches
ist an den Fenile angebaut.
Die kleine Skizze einer Alpenstallscheuer einfachster
Art auf Fig. 132 zeigt einen Typus, welchen
Jas Bedürfniss und die Oertlichkeit in verschiedenen
Gegenden, wahrscheinlich unabhängig, entstehen
jessen. Auf der Bergseite führt ein „Brückl“ oder
eine Rampe in den oberen Heuraum, auf der Thalseite
eine Thüre in den darunter befindlichen Stall.
Diese Bauart der Bergställe mag allmälig zu der
‘ypischen Anordnung des KEinheitshauses an Thalnängen
geführt haben. wo man ja ebenfalls unter-