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einst im oberdeutschen Hause, nachdem es zweielementig
geworden war, geschlafen wurde: um den
Ofen herum, wie früher um den Herd herum, vielleicht
auch in strenger Jahreszeit über oder auf dem Ofen.
Die Ofenbank ist nur ein Theil der Bank, die
um die ganze Stube herumlänuft.. allseitig in fester
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In der Fensterecke ist zumeist ein Altar zu
‚ehen, ein Kreuz mit Heiligenbildern: und Blumensträussen.
Der heilige Geist schwebt als weisse Taube
über dem Tische. Wenn in der Stube gegessen wird,
80 ist das Gesicht der vor der Mahlzeit Betenden
Fie. 119. Fin Votivthier
Fig. 116. Votivbild einer Kuh mit Kalb.
Verbindung mit der Holzwand. Vor ihr steht in der
Fensterecke (der Ecke, welche von den beiden mit
Fenstern versehenen Wänden gebildet wird) der Tisch.
dem Ofen diagonal gegenüber. Vierbeinige Stühle sind
im Bauernhause selten, und wo sie vorkommen, tragen
sie ganz modernes Gepräge?!). Alt scheint nur die
yegen das Crucifix gewendet. Mais und andere Feldfrüchte
sieht man noch mehrfach auf dem Altar.
wohl gewiss als Opfer gedacht.
Ein in die Wand eingelassenes Kästchen („Wondact“)
verwahrt die Kostbarkeiten des Hauses. die
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Fig. 120. Kın Votivyrme
Fig. 114. Votivbild eines Rindes
Bank zu sein und etwa niedere, dreibeinige Schemel
Unter der Bank sieht man oft Verschläge, deren
Decke eben das Sitzbrett der Bank ist, geeignet, ver
schiedene Dinge zu verwahren,
Gepolstertes Mobiliar kennt das volksthümliche
Haus auch hente noch kaum. Man hehilft sich (wie
Schriften und Rechtsurkunden, die Hausapotheke,
vielleicht auch Baargeld, das aber im Bauernhause
-ar genug ist. An den Wänden kann man noch eine
Stellage mit dem besseren Geschirre (Teller, Schüsseln),
auch eine andere gelegentlich mit Büchern. religiösen
und nrofanen. sehen
Fig. 118. Ein Votivthier-Fig.
121. Votivbild eines Schweines mit Jungen.
es in alten Zeiten Regel war) durch auf das Holz
yelegte Kissen und Ledersäcke.
ı) Dazu stimmt vollkommen die Behauptung A. ScauLTz’s
Höfisches Leben, 1, S. 66, dass in den Burgen Stühle wohl
nur selten zum täglichen Gebrauche da waren. Der Sitz für
einen Einzelnen war — so scheint es — überall ein Ehrensitz,
für Feierlichkeiten aufgespart. Im oberdeutschen Bauernhause
ist er gewiss verhältnissmässig spät erst in Gebrauch gekommen.
Auch den Faltstuhl — eine Form des Sessels, die gewiss alt
is* _— erinnere ich mich nicht. irgendwo angetroffen zu haben
Neben der Thür, durch welche man eintritt, ist
ein Weihwasserkessel. Hier auch eine Standuhr.
Eine einheitliche Art der Beleuchtung der Stube
im oberdeutschen Hause vermag ich nicht nachzuweisen.
Ich kenne drei verschiedene Geräthe. Die
Xienspanlampe habe ich in d. Mittheil., Bd. XXI S. 149,
Fig. 186, 187, abgebildet. Eine Anzahl „Spanleuchter“
aind ind. Mittheil BA. XXIII. skizzirt (darunter ist aber