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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 15=25.1895

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genannt. Die in d. Mittheil. Bd. XXI, Fig. 118, leider
mangelhaft skizzirte Form (es fehlt das Wandbrett,
so dass die Stellage rückwärts offen erscheint, was
zie nicht ist) gibt ein ungefähres Bild von diesem
Gegenstand, der seit fast dreihundert Jahren sich
kaum geändert zu haben scheint.
Ich glaube, man kann behaupten, dass die Küche
viel später mit Fenstern versehen wurde als die
Stube. Dass diese einst blos Oberlicht hatte, würde
die Analogie des nordischen Hauses anzunehmen nahelegen.
 Küchen, welche einfach gar kein Fensteı
haben, kann man heute noch oft genug sehen. Man
findet es bei einfachen, zweielementigen Häuschen
‘aus Holz oder Stein), wo man durch die Hausthür

Auch in der Stube waltet eine strenge, alte
Jeberlieferung, die dem Einzelnen nicht viel Spiel-;aum
 gestattet. Form und Platz der einzelnen Möbel
sind bestimmt. Das Wort Möbel ist übrigens bei der
zolksthümlichen Stube kaum anwendbar, denn „beweglich“
 ist in der Stube nur der Tisch, alles Andere
'st fest und auch der Tisch ist in alten Häusern von
solcher Grösse und Arbeit, dass er gewiss in Jahren
seinen Platz nicht sehr verändert hat.
In der Mauerecke (so will ich die Ecke zwischen
Jen fensterlosen Wänden nennen) steht der Öfen, ein
Kachel- oder Steinofen. Der erstere scheint mir
der im alten oberdeutschen Hause erbgesessene zu
sein. Dagegen muss es allerdings auffallen. dass man

Fig. 110. Ein Dreifuss.

sofort in die Küche eintritt. Es bleibt eben die Thür
offen, so lange nicht das Herdfeuer brennt. Ich habe
aber datirte dreihundertjährige Steinhäuser in "Tiro)
gesehen, deren Küchen nur durch den Schlot, deı
gerade über dem Herd durch das ganze Oberstockwerk
des Hauses führte, Licht empfingen. Ein Fensterlein
zur Seite war vor nicht langer Zeit mühselig aus
der starken Mauer herausgehrochen worden.

habe. Aber ich bin doch wieder” sehr bedenklich geworden;
denn ich kann kaum glauben, dass ich mich bei dem Worte
verhört habe, denn Zimmasn wurde mir mehrfach genau
vorgesagt. Dann aber wird das Wort nur mit einem
Accente gesprochen, nämlich Zimmasn, durchaus nicht mit
der Art der Betonung von Compositis. Ich kann vorläufig die
Sache nicht aufklären. Das a. a. 0.,S. 107, Anm. 1, erwähnte Dosn
(d. h. D’osn) findet sich auch als Dasn (mit hellem a-Laute’
in Tirol. Auch dort fand ich Leute, die nicht wussten, ob das
Wort Asn oder Dasn heisse. Man vergleiche die ähnliche
Episode, welche ich in d. Mittheil. Bd. XXIIT. S. 156. berichtet
hahe

im mittleren Tirol so häufig den Steinofen, den gemauerten
 Ofen, antrifft. Ich habe schon an anderer
Stelle mir die Bitte erlaubt, dem Ofen, dem Wohlthäter
 des Hauses, Aufmerksamkeit zu schenken. Nur
durch recht viele Erfahrungen ‚über ihn kann das
Geheimniss seiner Herkunft vielleicht einigermassen
yelüftet werden. In Steiermark und Kärnten kann
man heute noch sehr alterthümliche Kachelöfen
mit concaven und convexen Kacheln finden. Den ehrwürdigsten
 habe ich in Aussee gesehen (vgl. d. Mittheil.
3d. XXL S. 120). Ich habe a. a. O0., Bd. XXI, S. 166, Verschiedenes
 zusammengestellt und habe es als Mögichkeit
 angesehen, dass der Kachelofen mit dem
-ömischen Hypokaustum in verwandtschaftlicher Beziehung
 steht. In einem Vortrage im österreichischen
Museum. (vgl. Mittheil. d. österr. Mus. Neue Folge,
IX. Jahrg. 1894, S. 22) habe ich aber auf die weitere
Möglichkeit verwiesen, dass der Kachelofen mit dem
Backofen nahe verwandt ist. Form und Bestimmung (im
            
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