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Leider ist Alles in Tausende von Scherben zer
fallen und muss erst zusammengesetzt werden. Sehı
bezeichnend sind die eisernen Messer (7 Stück), die
sich entweder neben oder auch selbst in den Gefässen
befinden und dieselben Formen aufweisen, wie die aus
der Nekropole bei Santa Lucia u, a. a. 0. Zu bemerken
ist, dass ganz gleichartige Tumuli bisher weder in
der so nahen Nekropole „Cernä myt“, noch in der
Kokotsker Nekropole vorgefunden wurden; wohl sind
einige mit denselben Gefässformen vor einigen Jahren
in den Feldern zwischen Dej&ina und Kyschitz ausgegraben
worden, deren reicher, seltener Inhalt an
Bronze von besonderem Interesse war.
Im Uslavagebiete fand man in Beztehov nur drei
ähnliche Tumuli, die etwas entfernt von der dortigen
Nekropole erbaut waren; bei Stiahlawitz die Reste von
ähnlichen Tumuli in den Feldern total zerackert. Alle
letztgenannten waren ohne Metallbeigaben,
12. Herr k. k. Conservator Heinrich Richly in
Neuhaus berichtet über seine Forschungen im süd
östlichen und südlichen Böhmen im Jahre 1894,
a) Hügelgräber bei Michalovic (bei Deutsch.
brod).
Von den hier befindlichen beiden Hügelgräbern
habe. ich bereits vor Jahren eines durchforscht und
über die damals erzielten Resultate an die „Pamätky
arch.“ (Bd. XII[, S. 15) berichtet.
Die im heurigen Sommer vorgenommene Versuchsgrabung
betraf den zweiten, vollkommen erhaltenen,
„Na BaSt&“ genannten Grabhügel, welcher einen Umfang
von 100 Schritten und eine Höhe von 5m hai
(von der umgebenden, unter dem Terrain liegenden
Grabensohle aus gerechnet). Derselbe wurde mittelsi
eines 1‘5 m breiten Durchstiches von Südost nach Nordwest
in centraler Richtung durchgraben.
Die Resultate waren jenen aus dem früher durch
forschten Hügelgrabe analog und bestanden in Thonzefässscherben,
worunter einige mit Bodenzeichnung,
mit Wellenornament, und Eisensachen, darunter ein
starker Nagel von 28 cm Länge.
Die Fundobjecte weisen, insbesondere mit Rücksicht
auf die Form der Randstücke, auf spätmittelalterliche
Zeit (etwa XIV. Jahrhundert) und dürfte die Bestattung
nach heidnischem Gebrauche in den beiden. Hügel:
gräbern von Michalovic, welche inmitten des einstigen
Grenzwaldes (silva media) gelegen waren, nur dadurch
zu erklären sein, dass halsstarrige Anhänger des Heiden
thumes aus dem Inneren Böhmens hieher flüchteten.
um ihre Todten nach altyewohnter Weise zu bestatten.
Ö) Steinhammer von Suchä (bei Deutschbrod).
Bei der Ortsgemeinde Suchö (Dürre) fand der Oberlehrer
Joser SEMrAD aus Kvetinau vor Jahren die
Hälfte eines Steinhammers, welchen derselbe mir übergab.
Das bezügliche Fragment ist aus sehr hartem,
dunkelgrünem Gestein verfertigt, besitzt muscheligen
Zruch und ist an allen Seiten geglättet; nur die
Schneide und die Hälfte des eliptischen Bohrloches
ind vorhanden. Herr Universitäts-Professor Dr. K, VrBA
n Prag, welcher auf Anregung meines Freundes, Herrn
Jniversitäts-Professor Dr. F, J, STuDNIGKA, die Analyse
ın einem Dünnschliff des Steinhammers von Platz durchzuführen
die Güte hatte und dasselbe für kieselhaltigen
\klimolitschiefer erkannte, dessen Vorkommen in Böhmen
nicht genau angegeben werden kann, aber secundärer
Arovenienz ist, hatte auf meine diesbezügliche Anfrage
lie Freundlichkeit, auch das Steinbeil von Suchä behufs
Jualität und Provenienz zur wissenschaftlichen Untersuchung
zu übernehmen, wofür gewiss alle interessirten
<reise dem genannten Herrn Professor zu grossem
Danke verpflichtet sein werden. Der Steinhammer von
Suchä ist neben jenem von Platz und einem in meinem
Besitze befindlichen, von mir an den Ufern der NeZärka
bei Neuhaus gefundenen schönen Flintmesser das einzige
bis jetzt in berufenen Kreisen bekannte Steinartefact
zus dem südöstlichen Böhmen.
c) Festenhof (südöstlich von Pilgram).
Hart an der mährischen Grenze und unmittelbar
ım linken Ufer des Iglavaflusses und nur etwa einundäinhalb
Stunden von der gleichnamigen Stadt entfernt
hefanden sich noch vor wenigen Jahren zwei kleine,
ron Wällen umgebene Plätze, von denen einer an der
steilen Lehne über dem vorbenannten Flusse, der
ındere im Thale selbst inmitten einer sumpfigen Wiese
situirt und, wie der tiefe und breite Schanzgraben
oeweist, auch von Wasser umgeben war.
Dieser letztere wurde bei dem Eisenbahnbau Veseli-[glau
abgetragen und ist heute nur ein Theil der
Sulturschichte vorhanden,
Ich habe hier, unter sehr thätiger Mitwirkung
neines Neffen CAM. RıcnLy, durch zwei Tage graben
assen und fand nebst zahlreichen Gefässscherben auch
ainige zum grössten Theile erhaltene Thongefässe,
welche durch ihre ganz ungewöhnliche Gestalt besondere
Aufmerksamkeit verdienen. Ihr Boden ist nämlich rund,
ibergeht aber allmälig bei fortgesetzter Erweiterung
ın dem Bauchumfange in die Viereckgestalt. Die oben
zeradlinigen Randseiten sind in den vier Kcken abzerundet
— das Gefäss selbst hat hier mehr als den
loppelten Bodendurchmesser —. und können insgesammt
als Ausgussöffnungen bezeichnet werden.
Ein anderes Gefäss ist nicht weniger merkwürdig;
dasselbe hat die Gestalt eines oben elliptischen, nach
zwei Richtungen langgestreckten Blumenkörbchens und
‚st gleich den vorhergehenden mit Längslinien ornanentirt.
Auch fand ich zahlreiche Randstücke aus
äraphit und in einigen Fällen das Wellenornament
vertreten, Sämmtliche Gefässe sind auf der Drehscheibe
1ergestellt, mittelalterlicher Provenienz und dürften
bergmännischen Zwecken gedient haben; für diese Ansicht
spricht auch eine eiserne Spitzhaue (Pickel),
welche ebenfalls hier gefunden wurde. Die Fundstücke
befinden sich dermalen in der Alterthumssammlung
meines Bruders WILHELM in MiresSoviece.