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Fest-Sıtzung am 12. Februar 1895 zur Feier des fünfundzwanzigjährigen Bestehens.
1. Festrede des Präsidenten Ferdinand Freiherr
v. Andrian-Werburg. .
Hohe und hochverehrte Versammlung!
Als Vorsitzender der Anthropologischen Gesellschaft
ist mir die Ehre zugefallen, unsere heutige Festsitzung
zu eröffnen. Es gereicht mir. zur besonderen Freude.
Se. königl. Hoheit den HErzoe WınaeLMm von Württemberg,
Se. Durchlaucht den Herrn Ministerpräsidenten
Fürsten WIinDischHGrÄTZz, Se. Durchlaucht Prinzen Ernst
WınpDischHGRÄTZ, Se. Excellenz GrRAaFren Hans WILCZEK,
Se. Excellenz GRAFEN ÄBENSPERG-TRAUN, Se. Exeellenz
FREIHERRN V, GAUTSCH, Vertreter deutscher Schwestergesellschaften,
zahlreiche naturwissenschaftliche Gesellschaften,
sowie alle übrigen in so grosser Anzahl
erschienenen hohen und hochverehrten Festgäste begrüssen
zu dürfen. Leider befindet sich GRAF GUNDAKER
WURMBRAND nicht in unserer Mitte, Derselbe hat mich
beauftragt, seinem lebhaften Bedanern hierüher Ausdruck
zu verleihen,
Ich will es nun versuchen, Ihnen, hochansehnliche
Versammlung, die wesentlichsten Momente unserer Geschichte
während des verflossenen Zeitraumes in gedrängtem
Bilde vorzuführen. Das Leben einer Gesellschaft
steht aber in engster Abhängigkeit von dem
Wirken ihrer Mitglieder, Ich werde somit die Leistungen
unserer Mitglieder und die collective Thätigkeit unserer
Gesellschaft in ihrer gegenseitigen Wechselwirkung zu
besprechen haben, woraus sich zugleich ein Ueberblick
über die Entwicklung der unter dem Begriffe Anthropologie
zusammengefassten Diseciplinen in dem grössten
Theile Oesterreichs ergeben wird,
; Die Anthropologische Gesellschaft ist ein Seitensprosse
der für den geistigen Aufschwung Oesterreichs
typischen naturwissenschaftlichen Organisationen, welche
ihren Ursprang dem Genie und der Thatkraft WıLheLM
HAIDINGER’S verdanken. Eine von der denkwürdigen
Versammlung deutscher Naturforscher in Innsbruck 1869
ausgegangene Anregung zur Gründung einer deutschen
Gesellschaft für Anthropologie hatte sofort ihre Wellen
nach Wien geworfen, Von dem Wunsche durchdrungen.
der Anthropologie auch in Oesterreich eine selbstständige
Vertretung zu bereiten, bat ich Herrn Franz
RıTrTErR v. HAUER um seine kostbare Mitwirkung, die mir
sofort in vollstem Maasse zutheil wurde. Einer der Ersten,
welche uns Beifall zuriefen und beistanden, war der greise
WırLarLM HArDINGeR. Rasch schloss sich ein Kreis von
näheren. Freunden, von Mitgliedern der geologischen
Reichsanstalt und von.berühmten Vertretern der nächstbetheiligten
Disciplinen an uns an. Dem von uns gefertigten
Aufrufe verdanken wir eine erweiterte Theilnahme
geistig hochstehender Persönlichkeiten, mit deren
Hilfe das Werk begonnen werden konnte.
Am 13. Februar 1870, um 12 Uhr Mittags, fand
in den Räumen des Consistorialsaales der Universität
die constituirende Versammlung der Anthropologischen
Gesellschaft unter dem Vorsitze des Hofrathes Professor
Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien. Bd. XXV. 1895. Sitzunosharichte