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zu liegen, in der nach aussen vom letzteren liegenden
hohen Ausschweifung des oberen Randes verleiht ihr
wahrscheinlich ihre Eignung.)
. Ich will hier bemerken, dass ich diese Richtungsachse,
beziehungsweise die durch sie gelegte, auf die
Mittelebene senkrechte Ebene in zweifacher Weise bestimme,
Entweder in der horizontalen Stellung der Mittelebene,
wobei der Querschenkel des Fadenkreuzes des Fernrohres
das Sehloch in eine obere und untere resp. in eine
rechte und linke Hälfte der natürlichen Stellung theilt.
Oder die Richtlinie wird bestimmt bei senkrechter
Stellung der Mittelebene, wobei der Querschenkel des
Fadenkreuzes das Sehloch in die natürliche obere und
untere Hälfte theilt !).
Jedenfalls bitte ich den von mir aufgestellten Satz
über die Festlegung dieser Richtlinie und Richtebene
als einen Ausgangssatz zur Discussion und
nicht als eine Lehre hinzunehmen, Dass Sie unlängst
in einem Briefe an mich dieser Richtebene die Eigenschaft
zuerkennen, möglichst unveränderlich zu sein,
sichert ihre Wichtigkeit, Ihren Vorschlag, die Richtlinie
als Orbitallinie und die Richtebene als Orbitalachsenebene
(Augenhöhlen-Achsenlinie) zu bezeichnen,
nehme ich an.
Vielleicht werden wir zu einer anderen Richtlinie
greifen müssen; vielleicht ist der Gedanke GAUDENZI's,
die Achse des Augenmuskelkegels zu benützen, noch
richtiger.
Der Umstand, dass der „höchste“ Punkt selbst mit
Hilfe des optischen Kathetometers noch etwas Schwankendes
hat und dass die Grenzen des Kuppenbogens
auch in der besten, jetzt herzustellenden Zeichnung
mittelst einer exacten und exact eingestellten Zeichenvorrichtung
etwas verschwommen sind, ergibt mögliche
Fehlerquellen. Feuchte oder befeuchtete Schädel sind
zur Ueberprüfung des Gesetzes geeigneter, weil die
Krümmungen sich schärfer abheben. Weiters werden
Schädel mit scharf gekrümmtem Kuppenbogen oder,
noch besser, solche mit gradliniger Krönung der Höhe
oder mit concavem Bogen vorzuziehen sein.
Man könnte hier die Frage vorlegen, ob man heute
nicht mit grösserer Energie darauf dringen solle, dass
die allgemein geübten Methoden, welche geradezu ein
Hohn auf wissenschaftliche Messkunst sind. endlich verlassen
werden,
Ich glaube nicht; denn vor Allem würden wir von
all’ den Herren des Faches kaum einen bewegen können,
auf unser Verfahren einzugehen. Es fehlt ihnen die
wissenschaftliche Vorbereitung, und wir müssen uns
3agen, dass die Arbeit mit den heutigen Mitteln, trotz
des ihnen anhaftenden Dilettantismus, noch von grossem
Werthe ist. Eine Hauptaufgabe von heute ist es noch,
Jbjecte zu sammeln, sie nach irgend welchen allgemeinen
Gesichtspunkten auseinander zu legen und zu ordnen
‘') Es wird vor Allem noch nachzusehen sein, und Sie,
Herr Collega, sind vor Allem dazu berufen, ob die Ebenen,
die man nach beiden Methoden erhält, ganz oder befriedigend
zusammenfallen und ob wir bei der zweiten Methode die
nach unten verlängerte Spitze der Eingangsöffnung des Sehcanals
berücksichtigen sollen oder nicht.
ınd sie zu „caserniren“, wie sich SzomsATHy glücklich
ıusdrückt. Weiters haben die empyrischen Messungen
las grosse Gesetz der Variation dargelegt, mit dessen
JTilfe die Natur — durch Variation der einzelnen Elenente,
aus denen der Schädel sich aufbaut — die unndliche
Fülle individueller Verschiedenheiten schafft.
Die Feststellung der Grenzen der Variabilität liefert
schon definitive Bausteine, Wenn wir einmal den Ge-;etzen
des Aufbaues gegenüber stehen werden, wird es
sich. zeigen, wie sehr durch einige Hauptmaasse die
ibrigen Maasse und damit die Formverschiedenheiten
)ingeengt werden, so dass man aus einer verhältnissmässig
kleinen Zahl die übrigen mit hochgradig anzenäherter
Genauigkeit wird bestimmen können, Denn
lies ist ja ein Hauptziel aller Messkunst, aus möglichst
venig Maassen alle übrigen zu finden,
Dass die Natur bei aller Variation einige Grundgesetze
der Construction festhält, über die sie sich
ınter keiner Bedingung hinaussetzt, das haben die
Fachleute gänzlich übersehen und bei ihrer heutigen
Vorbereitung und bei den Hilfsmitteln, mit ‚denen sie
ırbeiten, ist es ganz unmöglich, dass sie zur richtigen
Sinsicht gelangen. Auch die Pietät vor den Verdiensten
ınd die Dankbarkeit für grosse Leistungen verbieten
uns, das Eingehen in ein besseres Verfahren erzwingen
zu Wollen. Es sei uns ferne, auf Jene drücken zu
wollen, auf deren Schultern wir stehen. Darum habe
ıch es auch verschmäht, den Fanatikern der Unvolltommenheit
ihr polemisches Treiben gegen uns ad
jersonam zu verweisen, Es entspricht meiner sittlichen
Zmpfindung, lieber ein grosses Unrecht zu erdulden,
als selbst ein kleines zu verüben,
Es wird einem künftigen Geschlechte von Gelehrten
zanz unfassbar sein, dass z. B. die heutigen Fachnänner
die Bedeutung des Satzes, dass jeder Schädel
ıus einer bestimmten Summe von Kugelschalen zu-'ammengesetzt
ist und dass daher jeder Schnitt eine
’estimmte Summe von Kreisbogen enthält, nicht nur
aicht erfasst, sondern sogar ignorirt und negirt haben.
Es muss der schärfste Tadel über die Art ausgesprochen
werden, ohne Nachprüfung einen Satz zurückzuweisen.,
Wer nicht in der Lage ist, einen Satz zu überprüfen
»der das Vorhandensein einer angegebenen Thatsache
eststellen zu können, braucht den Satz oder die Thatsache
nicht als Voraussetzung zu benützen. Aber es
ist geistig und sittlich nicht zu rechtfertigen, den Satz
oder die Thatsache ohne Nachprüfung als nicht bevechtigt
oder als unrichtig zu erklären,
Es wird und muss bald eine Zeit kommen, in
welcher den Fachmännern die Schuppen von den Augen
allen werden und in welcher ihnen der Staar gestochen
sein wird, der sie heute hindert, die relativ einfachen
Aufbaugesetze, welche die Formen der lebenden Welt
beherrschen, zu erkennen. Denn dass das oben genannte
Gesetz von der Zusammensetzung des Schädels ebenso
wahr sei, als der Satz, dass die Erde sich um die Sonne dreht,
ist zweifellos, und nur die Weigerung der Fachmänner,
nit jenen Hilfsmitteln zu arbeiten, welche die technische
Wissenschaft bietet und gebietet, erklärt die allgemeine
ınwissenschaftliche Ablehnung. Ich zweifle nicht, dass