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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 15=25.1895

Das Urnenfeld bei Borstendorf in Mähren.
Von Dr. M. Helf.
(Mit 36 Text- Illustrationen.)

Gegen Ende des Jahres 189% erhielt ich von
meinem Freunde Herrn Rauxr, damaligem Verwalter der
Gutsherrschaft Czernahora, die Mittheilung, auf einem
Felde der Gemeinde Borstendorf seien bei der Tiefackerung
 neuerlich Theile eines ausgedehnten Urnenfeldes
 blossgelegt worden. Leider gestattete es mir
mein Beruf nicht. alle wünschenswerthen Daten an

Die Entdeckung des Urnenfeldes durch Verwalter
Raugr fällt bereits in das Jahr 1886. Derselbe
bemühte sich damals vergeblich, die Gesammtheit
der Funde durch Veranlassung systematischer Ausgrabungen
 für die Wissenschaft zu retten. 1888
brachte Professor Gururrr im XVII. Bande dieser
Mittheilungen einen kurzen Bericht über seine NachpP



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Fig. 274. Situation des Gräberfeldes hei Borstendn

Ort und Stelle zu sammeln, sowie planmässige
Grabungen vorzunehmen. Ich musste mich also damit
begnügen, durch einen möglichst eingehenden Fragebogen
 Details und Modalitäten der Bestattung festzustellen,
 während Verwalter Raugr die Freundlichkeit
hatte, so viel als möglich vor den Verwüstungen der
Pflugschar zu retten, indem er bei jedem auftretenden
Hinderniss anhalten und vorsichtig nachgraben liess.
Trotz dieser recht mangelhaften Methode konnte doch
die Zusammengehörigkeit der einzelnen Fundstücke
durch genaue Numerirung wenigstens theilweise
festgestellt und eine zur Vervollständigung des Gesammtbildes
 nöthige Uebersicht gewonnen werden

grabungen auf dem Borstendorfer Felde, die ein Areale
von 220m? umfassten. Alles in Allem sollen bis
1892 etwa 80 Gräber aufgedeckt worden sein, deren
"nhalt ausser den von Gurıurrr gemachten Funden,
lie sich im Brünner Landesmuseum befinden, in alle
Winde zerstreut wurde. Die hier zu besprechenden
7unde entstammen 25 Gräbern; mit der Gesammtzahl
 der bis jetzt aufgedeckten 105 Gräber ist aber
die Ergiebigkeit dieses Urnenfriedhofes noch nicht erschöpft,
 da auch die umliegenden Felder Topfscherben
in Menge liefern.
Die Topographie des Urnenfeldes mag zunächst
Jurch eine Planskizze erläutert werden. (S. Fig. 274.)
            
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