Digitized Materials

Here you will find digitized editions of anthropological journals and monographs. For more information about the digitization project, please visit [here].

Search in

Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 15=25.1895

588

Die wissenschaftliche Seite der Höhlenforschung fordert, wie
Verf. richtig bemerkt, je nachdem es sich um die Vermessung.
das geologische, faunistische oder anthropologische Studium
der unterirdischen Räume handelt, die Thätigkeit des betreffenden
 Specialisten und so kommt es ganz natürlich, dass
sich ein Buch, welches in engem Rahmen die gesammte Höhlenkunde
 abhandeln will, nicht an die verschiedenen Fachmänner
sondern vornehmlich nur an das Laienpublicum wenden kann.
Ausschliesslich auf dieses hat es der Verf, mit der angenehm
feuilletonistischen Art seines Vortrages, besonders aber mit
den überall eingestreuten Rathschlägen, wie man mit dem
Höhlenstudium beginnen könne, und den S. 236 ausgesprochenen,
sehr anerkennenswerthen Warnungen vor den Raubgrabungen
der Dilettanten abgesehen. Diesem Zwecke opferte er auch
_— zweifellos mit gutem Vorbedacht — die streng wissen.
schaftliche Gliederung des Stoffes. Das erste Capitel bringt
eine Uebersicht über die Entwicklung der Höhlenliteratur
Das zweite führt dem Leser, che er mit den Erscheinungen
selbst bekannt ist, eine Anzahl von Höhlenbildungstheorien
vor. Die folgenden sieben Capitel machen uns mit den Höhlen
selbst (ursprünglich im Gestein gebildeten, später gebildeten
natürlichen und künstlichen), sowie mit den verwandten oberirdischen
 Erscheinungen (Dolinen ete.) bekannt. In dieser
Capiteln ist sehr viel Wissenswerthes und zum Theile ganz
Neues zusammengetragen, so dass sie von jedem Interessenten
mit Vergnügen und Nutzen gelesen werden, An manchen
Stellen, wie z. B. in dem Verzeichnisse der Ueberschwemmungen
im Planinathale (S. 155—163), ist wirkliches Quellenmaterial
niedergelegt. Uns interessirt vor Allem das VIII. Capite
(S. 164—198), „Künstliche Höhlen und bewohnte Höhlen“
ferner im „Anhange“ das Capitel'„Höhlenfunde“ (S. 230—244).
in welchen der Verf, alle Erscheinungen, die unter diese Titel
fallen, in einer den Anfänger gewiss lebhaft anregenden Weise
Revue passiren lässt. Die Ausstattung des Buches ist eine
vorzügliche, dem interessanten Gegenstande vollkommen an:
gemessene. Die zahlreichen, nach den besten Originalien
angefertigten, grossentheils ganz neuen Illustrationen, unter
welchen die Karten und Pläne geradezu als werthvoll hervorgehoben
 werden müssen, ergänzen den Text auf das Beste.
In allen Theilen und ganz besonders in dem Absatze „Praktische
Winke und Beispiele“ (S. 245—288) kommt der ansehnliche
Schatz von persönlichen Erfahrungen und die ausgebreitete
Literaturkenntniss. üher welche der Verf, verfügt, zur schönsten

Geltung und in diesen aus den eigenen Vorräthen des Verf
zeschöpften, leider nicht immer genügend herausgearbeiteten
Partien liegt der auch von den Specialisten nicht zu übersehende
 eigenthümliche Werth des hübschen Buches. Wir
wünschen der „Höhlenkunde“ (dem Buche wie dem Fache)
eine sehr grosse Verhreitung und zahlreiche ernste Freunde.
Josef Szombathy.
22,
Dr, E. Bannwarth: Anthropologische Wandtafeln.
Nr. I, Orthognather Brachycephale, Massstab der
Vergrösserung 21/, : 1. Leipzig, JoHANN ÄMBROSIUS
BarRTE,
Der Verf. beabsichtigt, für die Zwecke des anthropologischen
 und anatomischen Unterrichtes neun Wandtafeln
herauszugeben, deren jede eine bestimmte Schädelansicht in
starker Vergrösserung wiedergibt. Ausser der vorliegenden
Tafel: Seitenansicht eines orthognathen Brachycephalen, sollen
noch folgende acht angefertigt werden: Seitenansicht eines
arognathen Mesocephalen und eines orthognathen Dolichosephalen,
 Scheitelansicht eines Brachycephalen und eines
Jolichocephalen, Hinterhauptsansicht eines Hypsicephalen und
sines Chamaecephalen, endlich Stirnansicht eines Dolicho-)rosopen
 und eines Chamaeprosopen. Die Ausführung der
ırsten in Lichtdruck erzeugten Tafel ist eine ganz vorzügliche
ınd die Auswahl der Typen, sowie der Grad der Vergrösserung
sind die für den vorgesetzten Lehrzweck angemessensten.
Dass solche Wandtafeln für den Gebrauch des Vortragenden,
jesonders einem grösseren Auditorium gegenüber, viel bequemer
ind, als die Schädel selbst,-ist zweifellos. Das Unternehmen
wird daher sicherlich von allen betheiligten Lehrkanzeln und
Interrichtsanstalten mit Freuden begrüsst werden,
Unter der Annahme, dass die auf der Subscriptions-Zinladung
 in verkleinertem Massstabe abgedruckten neun
Schädelansichten den definitiven Tafeln entsprechen, möchte
ch mir erlauben, darauf hinzuweisen, dass beide Norma
'rontalis-Ansichten nicht dem Plane gemäss ein Schmalınd
 ein Breitgesicht darstellen, sondern beide typische Leptogrosope
 sind, wie ja der Fachmann auf den ersten Blick sicht
ınd wie die Nachmessung auch an den kleinen Bildern
sicherstellen kann. Vielleicht kommt der Rath, einen der
beiden Schädel durch einen wirklichen Chamaeprosopen zu
ersetzen. noch rechtzeitig. Josef Szombathy.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.