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Jragers“ (Nasenstockträger) einbrachte. Auf Madagascar
?*) wird ebenfalls Nasenschmuck getragen, und
zwar von den negerverwandten Sakalaven, nicht selten
in ziemlich vollendeten Formen; als Beispiel dienen
zwei im linken Nasenflügel getragene Nasenknöpfe
aus Silber und verzierten Messing im Besitze des
Wiener naturhistorischen Hofmuseums (Fig. 261 «, 0).
In Afrika kommt ausserdem Bemalung und Tätowirung
des Körpers und des Gesichtes vor, und zwar
in einem desto grösseren Umfange, je nothdürftiger
die Kleidung wird; die Aufzählung jener Stämme
welche ausser anderen Körperstellen auch die Nase
bemalen oder tätowiren, kann füglich unterlassen
werden, da dies kaum je die Folge einer vorbedachten
Ueberlegung, sondern vielmehr etwas ganz Naturgemässes
sein dürfte und es müsste im Gegentheil
auffallen, wenn auch die Nase nicht mit einbezogen
werden würde. Und doch kommt es vor, denn SranLEy 3?)
verzeichnet bei den Eingeborenen von Langa-langa
Am bekanntesten sind die Nasenverzierungen der
aingeborenen Bevölkerung Brasiliens. Bei den
Bakairı am Paranatinga und Rio Novo fand Karn
VON DEN StEINEN ?*) bei beiden Geschlechtern noch
in der neuesten Zeit einen durchbohrten Nasensteg,
es waren Jedoch nicht immer auch Gegenstände in
der Oeffnung angebracht; ebenso bei den Paressi,
allerdings mit der Modification. dass die Frauen nur
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lie Ohrläppchen, die Männer nur den Nasensteg
lurchbohren; die letzteren trugen Rohreylinder, an
Jleren Enden Vogelfedern befestigt waren, die ersteren
lagegen Nussschalen. Die werthvollsten Zierathen sind
hier die spindelförmig zugeschliffenen, bis 6 cm langen
Nasensteine aus grauweisslichen, matt glänzenden
Quarzit, bekannt unter dem Namen „natäko“, welche
der erwähnte Forscher ?*) jedoch nur in einem einzigen
Falle bei einer schwangeren Frau beobachten konnte
Fig. 261. Nasenschmuck in Madagascar (aus dem Wiener
naturhistorischen Hofmuseum). @ Nasenknopf aus verziertem
Messing: h Nasenknonf ans Silber (1/\
ohne Angabe der Gründe, dass sie das ganze Gesicht
tätowiren, nur die Nase nicht. Die erhabenen Warzen
und Narben der Congoneger wurden schon eingang:
erwähnt.
Die in den hie und da zerstreuten Gebieten der
beiden Hälften des amerikanischen Continents vorkommenden
Nasenverzierungen erlangen durch die
hier so beliebte Anwendung von Federn ein charakteristisches
Gepräge. Es tritt uns jedoch in Amerika
in einem besonders starken Grade, als wir es bisher
gesehen haben, die Erscheinung entgegen, dass die
Indianer, je mehr sie mit Fremden in Berührung
kommen, mit der alten Sitte gerne brechen und auf
den Zierath verzichten; vielfach wird auch von den
Reisenden berichtet, dass nur die älteren Leute die
Sitte noch ausüben, dass dieselbe jedoch bei den
Jüngeren in Vergessenheit zu gerathen beginnt, was
uns bei der langsam, aber sicher fortschreitenden.
stetigen Abnahme der Autochthonen Amerikas nicht
wundern kann.
Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien. Bd. XXYV. 1895.
Fig. 263. Nasendeformation bei den Miranha. Brasilien (nach
Dunrere-Fig.
262). Statt des Steines werden gewöhnlich
yuch Knochen, Holzstäbchen oder perlmutterglänzende
Auscheln von einer Länge von 7—8‘5 cm verwendet;
nit Federn und Knochenfragmenten versehene Rohrzylinder
sind bei den Männern der Bakairi, Pflöcke
aus Knochen und Steinen bei den Weibern beliebt;
3s wird auch die künstliche Oeffnung an der Nase
ın einer je nach dem Geschlecht verschiedenen Weise
angebracht, Früher waren bei ihnen auch Tukan-"edern
gebräuchlich; sie finden sich jedoch heute nur
noch als Reste aus den früheren Zeiten an den
Masken, welche bei vielen Festlichkeiten eine grosse