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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 15=25.1895

— 147 —

Herzen wachsen Pflanzen oder Blumen hervor. In
den Blumen erkennt man wohl unschwer die Form
der Tulpe.
Das unter Fig. 232 abgebildete Rollbrett zeigt
drei grosse Rosetten. Im Kerne der untersten Rosette
finden wir die Sternform, im Kerne der mittleren
Rosette ist die Form des Kreuzes angebracht und
den Kern der obersten Rosette bildet eine vierblätterige
 Blume (Kleeblatt?). Diese vierblätterige
Rosette tritt ausserdem noch viermal selbstständig
als Verzierungsmotiv auf. Das Kreuz bildet den Kern
auch der beiden kleinen Rosetten in den oberen
Ecken des Brettes zu beiden Seiten der Jahreszahl.

eihen. Auch ist die Schnitzerei hier, obwohl dem
Kerbschnitte verwandt, kein eigentlicher Kerbschnitt.
Sie ist nicht mit dem Messer, sondern mit dem
Tohleisen ausgeführt und die Motive sind weniger
zeometrische Ornamente, als in der Hauptsache vielnehr
 Lebewesen: Menschen, Thiere, Pflanzen:
Es liegen zwei solcher Buttermodel vor mir, beide
aus dem Hause Nr. 20 des Tobias Posch in Oherschützen.

Jeder von beiden besteht aus einem quadratischen
Mittelstück und vier mittelst Drahtklammern an
Jiesem befestigten Tafeln in der Form von Rechtecken.
 die um das Mittelstück senkrecht aufgestellt

Fig. 233. Ein Buttermodel (1 : 2)

Ferner umgibt die Kreuzform in sechsmaliger Wiederholung
 den Kern der untersten Rosette. Die Herzform
 tritt auf diesem Brette zweimal auf. Auffallend
ist, dass die Randverzierung und die Einfassung der
Rosetten auf beiden Brettern durch ein und dasselbe
Kerbschnittmuster ausgeführt ist.
Der Buttermodel, das zweite Object, welches
Schnitzerei trägt, ist von den beiden eben beschriebenen
 beschnitzten Gegenständen insoferne auseinanderzuhalten,
 als hier die Schnitzerei nicht als
Verzierung des Gegenstandes angesehen werden kann,
Das Object hat im Gegentheile den Zweck, einem
anderen Gegenstande, eigentlich einer Masse, nämlich
einem Stücke Butter Form und Sehmuck zu verwerden

 können und sodann einen prismatischen Hohlraum
 bilden, in den die Butter gestampft werden kann.
Die beiden Abbildungen Fig. 233 und 234 erklären
lie Gegenstände wohl besser, als ich sie beschreiben
zann. Der Model, den Fig. 233 wiedergibt, ist, da
ar zusammengestellt in seiner Höhe nur 9 cm, im
)urchmesser aber nur 5 cm misst, bedeutend kleiner
als der grössere Model, den Fig. 234 abbildet und der
:5 cm Höhe und 10 cm Durchmesser hat.
Das Mittelstück des kleineren Models zeigt eine
wenig tiefe Rosette. Auf zweien der anhängenden
Tafeln sind Blumenstöcke, die in vasenähnlichen Gefässen
 stehen, eingeschnitzt. Die dritte Tafel trägt
jen Namen Jesu: J. H. S.. darunter ein Herz, um-A


            
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