Digitized Materials

Here you will find digitized editions of anthropological journals and monographs. For more information about the digitization project, please visit [here].

Search in

Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 15=25.1895

95

das vorbeschriebene Haus, nur fehlt hier eine Kammer.
(S. den Plan des Hauses Fig. 146.) Die Kammer ersetzen,
 . so gut als möglich, zwei grosse, sogenannte
„Häbatruijan“, die rechts und links vor der Stubenthüre
 stehen. Zimmer und Küche haben wieder
separate Kingänge. Sie lassen sich wohl nur so erklären,
 dass diese gesonderten Eingänge, wie sie bei
Holzbauten in dieser Gegend oft vorkommen und als

Fast alle Blockbauten entbehren eines Kellers
ınter dem Hause. Da solcherweise ein tieferes KEin-Iringen
 in das Erdreich beim Bau eines Hauses nicht
ıothwendig ist, das eine Anwendung von Mauerwerk
arfordern möchte, so werden Grundmauern, die, wie
lies in den Alpenländern allenthalben der Fall ist,
Jen Blockbau zu tragen hätten, überhaupt nicht oder
nur in den seltensten Fällen aufgeführt. Das Gebälke
liegt einfach auf einer festgestampften Lehmschichte

SE

| Aue. [“ 4] Stall

i SS wrwens

‚45 Hans Nr. 61 in Güssing,

typisch angesehen werden können und wahrscheinlich
von altersher stammen, eine Verbindungsthüre zwischen
Küche und Stube überflüssig und das Eindringen des
lästigen Rauches aus der Küche in’s Zimmer unmöglich
 machen, Tiebrigens mag bei Blockhäusern

Fig. 146. Plan zum Hause Nr. 61 in Güssing (1 : 400).

„Flötz“), die dann zugleich den Fussboden der
Aäumlichkeiten des Hauses, das Zimmer nicht auszenommen,
 bildet, oder man gibt dem Hause je nach
Bedarf 5—8 Eichenstämme, welche in gleichen
Zwischenräumen senkrecht zur Längenachse des Hauses

Fig. 147. Ein im Bau befindliches Blockhaus in Litzelsdorf hei Stegersbach

auch noch der Umstand für die Anbringung der beiden
Eingänge gesprochen haben, dass sich Thüren in der
Aussenwand überhaupt leichter herstellen lassen als
in der Innenwand, welche die Küche von der Stube
trennt.
Der Stall beherbergt zwei Kühe, Die Wirthschaft
ernährt zudem noch ein Schwein.
Als von besonderem Interesse mag in Bezug auf
die Bauart dieses Hauses und über den Blockbau
dieser Gegend noch Folgendes erwähnt werden.

ijegen, zur Grundlage, Auf fünf solchen unbehauenen
%ichenstämmen von fast meterlangem Durchmesser
ruht nun auch das zuletzt abgebildete Häuschen aus
xüssing. Der Kopf einer dieser Stämme ist auf der
Zeichnung links unten sichtbar. Die Art und Weise,
nn welcher der Blockbau ausgeführt wird, zeigt die
Abbildung des bereits oben erwähnten Nenuhaues aus
Litzelsdorf unter Fig. 147.
Die Arbeit wird mit wenig Sorgfalt ausgeführt,
Yon künstlichen Verzinkungen der Balken. wie man
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.