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Anzahl aus der Zerstörung von 'Thongefässen erübrigender
Scherben noch verschiedene kleinere Bronzegegenstände,
welche eine Altersbestimmung auf die
Hallstatt-Periode zuliessen.
Der von mir zuerst geöffnete Tumulus, auf dem
von den Herren HormAnn und PıcHLER aufgenommenen
Plane mit Nr. IV bezeichnet, hatte etwas über 11 m
Durchmesser und 1°8 m Höhe. Er enthielt nur ein
Brandgrab. Die Anordnung der Funde war folgende:
Unter dem Centrum des Hügels breitete sich auf der
ursprünglichen Bodenoberfläche eine holzkohlenreiche
Brandschichte von etwa 3 m Durchmesser aus, die in
der Mitte bis zu einer Dicke von 15 cm anschwoll.
An ihrem Südrande lagen, zu einem flachen Häufchen
gesammelt (und nicht in einem Ossuarium), die
caleinirten Knochenreste des Verstorbenen, zwischen
ihnen eine gerade, mehrknöpfige Gewandnadel aus
Bronze. In der nächsten Umgebung davon fanden sich
mehrere Rinderknochen, Auf die Brandschichte war
eine Schaar verschiedenartiger Thongefässe hingestellt.
Ich zählte während der Ausgrabung 29 Stück. Leider
bin ich nicht in der Lage, dieselben heute vorzustellen.
da es anderer dringender Arbeiten wegen noch nicht
möglich war, sie zu restauriren, Es finden sich darunteı
einige rothe, mit schwarzen geometrischen Ornamenten
oemalte Vasen, zwei schwarz glänzende, konische
Vasen von der Gestalt der Bronzesitulen, jede mit
einem Deckel, bauchige Gefässe mit Henkeln, grosse
Schüsseln mit grobem Leistchenornament & la Oedenburg,
kleine Tassen etc, Diese Beigaben waren zuerst
mit Erde und hierauf mit einer durchschnittlich !/, m
mächtigen Schichte von grossen Bruchsteinen überdeckt.
Diese Last hatte sie alle zerdrückt. Ueber den Steinen
lagerte noch 80 cm hoch aufgetragene Erde,
Die grosse Brandschichte an der Basis des Grabhügels
ist ohne Zweifel der Ueberrest des an Ort und
Stelle abgehaltenen Leichenfeuers. Ueber der Bruchsteindecke
wurde noch eine einschlusslose Kohlenschichte,
die vielleicht von einem letzten Opferfeuer herrührt,
angetroffen.
Der zweitgeöffnete Tumulus Nr. V hatte einen
»lliptischen Grundriss mit 8—10 m Durchmesser und
3ine Höhe von 14 m. Auch er enthielt ein Brandgrab
mit einer grossen Kohlenbrandschichte; diese lag jedoch
nicht auf dem ebenen Boden, sondern in einer circa 2‘5 m
breiten; 80 cm tief unter das Bodenniveau bis auf den
felsigen Untergrund ausgehöhlten Mulde. Die caleinirten
Knochenreste waren wieder im Südtheile gesammelt
und lagen auf einer 50 cm breiten, 1°5 cm dicken,
festgeschlagenen Lehmlage, Die Mitte der Brandschichte
war wieder mit Thongefässen reich besetzt und die
ganze Mulde mit grossen Bruchsteinen, deren einige
bis zu 70 cm lang und im Ganzen etwa 0'1 kbm gross
waren, ausgefüllt, Die äussere Hülle bestand wieder
aus der in der Nachbarschaft gewonnenen Erde. Die
Zahl der hier deponirt gewesenen Thongefässe beträgt
mindestens 23, Darunter sind fünf grosse, schwarze.
breitbauchige Vasen, eine schwarze, konische Vase,
zwei kugelbauchige Töpfe mit Leistchenornament, ein
Doppelgefäss und zwei grosse. flachkonische Schüsseln.
leren Innenseite mit Leistchenornamentmustern verziert
ist. In einer dieser beiden Schüsseln fand sich ein
thönernes Doppelhornidol mit vier Füsschen, wie deren
zuf der Malleiten und bei Oedenburg so viele gefunden
wurden, Von anderen Beigaben ist zunächst ein eisernes
Messerchen, welches zwischen den Gefässen lag, zu
3rwähnen. Bei dem Knochenbrande, dessen Thonbettung
oereits auf eine besondere Sorgfalt der Bestattung weist,
’and sich ein ziemlich reicher Bronze- und Perlenschmuck.
Er enthielt eine Halbmondfibula mit Kettchenanhängseln,
leren Enden von gelblichen Glasperlen gebildet waren.
Die Substanz dieser Perlen war leider total zersetzt,
3o dass kein Stück conservirt werden konnte, Ferner
“and sich ein schöner, geknoteter Halsring aus Bronze,
3in kleines Ringel, vom Feuer deformirte Stücke, von
welchen man nicht sagen kann, ob sie einer einfachen
Talbkreisfibula oder sonst einem Gegenstande zuzehörten,
vier thönerne Spinnwirtel und eine Anzahl
von Emailperlen, meist blau mit gelben Ringen oder
Augen, zum Theile im Feuer halb geflossen,
Diese Ausbeute lässt keinen Zweifel darüber, dass die
veiden Tumuli mit jenen vom Burgstall und Warischberge
9ei Oedenburg in demselben Maasse übereinstimmen,
wie die Ansiedelungsfunde von der Malleiten mit jenen
les Warischberges, Sie sind aber reicher an Metalljeigaben
und darin liegt ein wichtiger Vorzug, denn
‚je werden dadurch erst zu weiter ausgreifenden Verzleichen
geeignet. Wenn die der Untersuchung harrenden
weiteren zehn Hügel halten, was wir nach den bisherigen
zesultaten von ihnen erwarten dürfen, so wird sich die
xleine Tumulusgruppe im Wallram-Liess der Bedeutung
nach den grössten unseres Landes an die Seite stellen
lassen,
Mit freundlichstem Danke habe ich noch der
nannigfachen . Unterstützungen zu gedenken, welche
nir während der Grabungen von den Herren J. HorMmAnsn,
J. PıcnneRr, J. Varrong, Dr. W. Hex, J. STtöGER jun.
und Anderen zutheil wurden und meine Arbeit wesentlich
förderten,
3. Herr Josef Szombathy spricht über
Die Archäologen- und Anthropologen-Versammlung
in Sarajevo, I5. bis 21. August 1894.
Voll wahrer Hochachtung verfolgt die ganze gebildete
Welt den lebhaften Gang, mit welchem die wissenschaftlichen
Forschungen in Bosnien und der Hercegovina
vorwärts schreiten. Die vom Landesmuseum in Sarajevo
herausgegebenen Schriften !) legen gleicherweise Zeugniss
1) Glasnik zemalskog muzeja u Bosni i Hercegovini, Red.
‚on KostA Hörmann, 6 Bände, 1889—1894, — Wissenschaftliche
Mittheilungen aus Bosnien und der Hercegovina, Red. von
Jr. Morız Hoxryss, 2 grosse Bände, 1893, 1894; der 3. Band,
Jessen archäologischer Theil allein 530 Seiten einnimmt, unter
der Presse, — V, RavıxsKy, Die prähistorischen Fundstätten,
ihre Erforschung und Behandlung mit besonderer Rücksicht
auf Bosnien und die Hercegovina, Sarajevo 1891. — Painter
BaLLır, Römische Strassen in Bosnien und der Hercegovina,
N. Theil, nebst einem Anhange über die Inschriften von
Jr. Kart Partscn, Wien 1893. — Im Erscheinen begriffen:
W. RapımsKyr und M, Hoxanes, Die neolithische Station von
3utmir bei Sarajevo in Bosnien; Ausgrabungen im Jahre 1893.
Wien 1895. Fal